Poleski Park Narodowy (Polesie-Nationalpark)

Der 1990 gegründete Polesie-Nationalpark ist eines von zwei Großschutzgebieten der Woiwodschaft Lubelskie (Lubliner Land). Der rund 98 Quadratkilometer große Nationalpark liegt etwa 55 Kilometer östlich der Woiwodschaftsstadt Lublin im Dreiländereck Polen-Belarus-Ukraine.

Grundinformation
Oberfläche:
10 tys. ha
Datum der gründung:
1. Mai 1990
Parksymbol:
Kranich

Der nach der historischen Landschaft Polesien benannte Nationalpark ist für seine ausgedehnten Wälder und Sümpfe bekannt. Weil die hiesigen Feuchtgebiete zahlreichen seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten Schutz bieten, wurde der Nationalpark 2002 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt, das seit 2012 ein grenzüberschreitendes, trinationales Reservat mit den Polesischen Großschutzgebieten in der Ukraine und in Belarus bildet. Darüber hinaus ist er NATURA 2000-Schutzgebiet und unterliegt der Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten. Der Eintritt in den Nationalpark ist kostenpflichtig.

Wichtigstes landschaftliches Element des Nationalparks sind die Hoch-, Übergangs- und Niedermoore. Obwohl durch landwirtschaftliche Entwässerungsmaßnahmen im späten 20. Jahrhundert ein Großteil der ursprünglichen Ökosysteme Polesiens zerstört wurde, bliebe die hiesigen Torfmoore in einem weitestgehend natürlichen Zustand erhalten. Die Artenvielfalt konnte nicht zuletzt durch umfassende Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen seit Gründung des Parks stabilisiert werden.

Jedes Jahr im Frühjahr kommt es zu weiträumigen Überschwemmungen, die vor allem für zahlreiche der rund 150 Brutvogelarten des Polesie-Nationalparks eine wichtige Voraussetzung zum Überleben sind. Die Gesamtzahl der Vogelarten beläuft sich auf gut 200. Darunter befinden sich auch solche Vögel, die in Polen selten oder exotisch sind, wie Silber- und Seidenreiher, oder vom Aussterben bedrohte Arten, wie die Moorente und der Seggenrohrsänger. Die Rohrdommel hat im Nationalpark eines ihrer größten Brutgebiete in ganz Polen. Mit 48 Arten sind auch die Säugetiere gut vertreten. Besonders stolz ist man auf die rund 150 Elche, die dort ihre Weidegründe haben.

Im sumpfigen Gelände finden auch Amphibien und Echsen ausgezeichnete Lebensbedingungen. Zu den 14 Amphibienarten gehören unter anderem die in Polen sehr seltene Kreuzkröte und die ebenfalls streng geschützte Knoblauchkröte. Eine Besonderheit ist die Europäische Sumpfschildkröte. Diese äußerst seltene Reptilienart hat dort eines ihrer größten und letzten Vorkommen in ganz Mitteleuropa. Dem intensiven Schutz und der Aufzucht dieser vom Aussterben bedrohten Art widmet sich das Sumpfschildkrötenschutzzentrum der Nationalparkverwaltung in Urszulin. Sie betreibt neben ihrem Verwaltungsgebäude mit Touristeninformation auch einen Lehrgarten.

Im nahe gelegenen Stare Załucze befindet sich das naturkundliche Museum des Nationalparks mit einer ethnographischen Sammlung und einem Naturlehrpfad für Kinder. Im Park und seiner Pufferzone warten rund 110 Kilometer ausgewiesener Wanderwege auf die Besucher. Durch den Park führt zudem ein Teil des 280 Kilometer langen Pferdewanderweges Poleski Szlak Konny.

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