1 EUR = 4.26 PLN

Jüdische Kultur

Kazimierz festiwal 540.jpg

Die polnischen Juden schufen über Jahrhunderte eine reiche Kultur. Deren Einmaligkeit und Glanz bezeugen die wenigen erhaltenen Denkmäler, deren Besichtigung manchmal die Ausdauer eines Detektiven erfordert.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Polen 3,5 Mio. Juden, heute sind es etwa 3,5 Tausend. Seltene Spuren geben die Vorstellung von einer Welt, die nicht mehr ist. Synagogen, Mikven und Bethäuser wurden – falls sie Glück hatten – zu Bibliotheken, Kinos oder Lagerhallen umgebaut. Die meisten sind jedoch einfach verschwunden. So die Synagoge von Tarnów, die einzigen Spuren sind die Ziegelbima und geschmiedetes Gitter mit dem Davidstern.

Nur wenige Gebäufe sind erhalten geblieben: In Warschau, wo vor dem Krieg über 300 Synagogen waren, kann man heute nur noch die Nożyk-Synagoge besuchen. Eine Ausnahme ist hier Tykocin (als Beispiel eines kleinstädtischen Schtetls) und Kazimierz/Kasimir - ein Stadteil von Kraków/Krakau - mit sieben erhaltenen Gotteshäusern, wo jedes Jahr Tausende an dem Festival der jüdischen Kultur teilnehmen.

Meistens sind die Friedhöfe Zeichen der langen Anwesenheit der Juden. Die meisten sind schwer zu finden, doch manche sind im Ausland bekannt. In Łódź/Lodsch ist der größte jüdische Friedhof Europas mit dem monumentalen Grabmal von Israel Poznański erhalten geblieben, als der am schönsten gelegene gilt der in Bobbowa, und das Grab des Zaddiks Elimelech in Leżajsk wird jährlich von Tausenden von Chassiden besucht.

Nach der Schwundzeit des religiösen Lebens sieht man heute dessen Wiederaufleben. Das wichtigste Fest im jüdischen Jahr ist Jom Kipur, und die größten Shcaren versammeln sich zu Purim, das wegen seines frohen Charakters als „der jüdische Karneval“ bezeichnet wird.

Gerichte der jüdischen Küche werden von etwa einem Dutzend Restaurants in Polen serviert, von denen Alef und Klezmer-Hois in der Szeroka-Str. in Kraków/Krakau, Menora am Grzybowski-Platz in Warschau und Tejsza in Tykocin die meistbekannten sind. Es lohnt zu prüfen, wie Gänsemagen, Czulent oder Suppe mit Matzekugeln schmeckt.

Im südostpolnischen Biłgoraj wurde kürzlich die Replik von einer der schönsten Holzsynagogen der polnischen Vorkriegszeit fertiggestellt.

Planen Sie Ihren Ausflug

Planen Sie eine Reise
Wie viele Personen?
1
Für wie lange?
2 tage

Hier können Sie den Newsletter abonnieren