Aktiv durch Polens Natur
Aktiv durch Polens Natur
Immer mehr Nordic Walking-Trassen zwischen Ostsee und Tatra
Zwei Wanderstöcke, passende Kleidung und eine reizvolle Umgebung – mehr braucht es nicht, um mit Nordic Walking zu beginnen. Die sanfte Sportart hat sich in Polen längst von ihrem Nischen-Image befreit. Immer mehr Menschen aller Altersgruppen machen begeistert mit. In Kurorten, Nationalparks und städtischen Grünanlagen entstehen markierte Strecken mit Beschilderung und Schwierigkeitsklassifikation.
Besonders aktiv sind Regionen, die ohnehin auf Aktivtourismus setzen, wie das Riesengebirge im Südwesten, die Masurische Seenplatte im Nordosten und die Mittelgebirgslandschaften in Kleinpolen. Hinter diesem Ausbau stehen neben den Kommunen vor Ort auch Organisationen wie der Polnische Nordic Walking-Verein PSNW, der Polnische Nordic Walking-Verband PZNW und die Polnische Föderation für Nordic Walking PFNW. Sie arbeiten an Regelwerken, sorgen für einheitliche Beschilderungen und organisieren Wettkämpfe.
Die Hauptsaison für Nordic Walking in Polen liegt zwischen April und Oktober. Im Frühjahr sind die Temperaturen moderat und die Besucherzahlen in den Nationalparks noch niedrig. Im Sommer bieten lange Tage ausreichend Tageslicht für ausgedehnte Touren. Der Goldene Polnische Herbst bringt stabile Wetterlagen und bunt gefärbte Wälder. Grundsätzlich sind viele der genannten Strecken auch im Winter begehbar. Die in den Mittelgebirgen gelegenen Trassen erfordern dann allerdings oftmals mehr Erfahrung.
Reizvolle Strecken für unterschiedliche Ansprüche
Barlinek (Berlinchen) ist Polens Zentrum des Nordic Walkings. Die Kleinstadt liegt idyllisch an mehreren Seen etwa 90 Kilometer östlich der deutschen Grenze. Hier gibt es sieben ausgezeichnete Trassen mit drei unterschiedlichen Schwierigkeitslevels und einer Gesamtlänge von mehr als 55 Kilometern. Aktivtouristen erwartet eine wald- und wiesenreiche Landschaft, die von der letzten Eiszeit geschaffen wurde und zu jeder Jahreszeit ihre ganz eigenen Reize entfaltet. Besonders schön sind die Bach- und Flussläufe sowie Feuchtwiesen des Landschaftsschutzgebietes zwischen Barlinek und Gorzów Wielkopolski (Landsberg). Seit 2013 finden in Barlinek zudem die polnischen Meisterschaften im Nordic Walking statt.
Ursprüngliche Naturerlebnisse erwarten Aktivtouristen in den Nationalparks der Region Podlasie im Nordosten Polens. So etwa im Białowieża-Urwald, der zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt und die größte frei lebende Wisent-Population Europas beherbergt. Eine rund 15 Kilometer lange Rundtour startet in Hajnówka und führt über den historischen Trakt Królewski (Königsweg) durch Altholzbestände und Feuchtwiesen.
Auch die Masurische Seenplatte hält Angebote bereit. Am Jezioro Śniardwy (Spirdingsee), Polens größtem See, verläuft eine rund 20 Kilometer lange Strecke von Mikołajki (Nikolaiken) über nach Ruciane-Nida (Rudczanny-Nieden). Sie führt überwiegend flach durch Kiefernwälder und über Lichtungen am Seeufer entlang. Wer die volle Distanz nicht gehen will, legt Teiletappen ein. Die Route eignet sich auch für Familien.
Direkt vor den Toren der polnischen Hauptstadt Warszawa (Warschau) liegt der Kampinos-Nationalpark. Auf der 16 Kilometer langen Rundtour von Palmiry über Wiersze nach Granica und zurück wechseln sich Binnendünen mit Kiefernwald und stillen Lichtungen ab. In Palmiry liegt ein Gedenkort, in Granica ein Bildungszentrum mit Aussichtsturm – ein guter Einstieg für alle, die Nordic Walking in Polen erst einmal ausprobieren wollen.