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Unterirdische Touristentrassen

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Wer Polen einmal aus einer anderen Perspektive erleben will, dem sei ein Gang in den Untergrund empfohlen. Eine Vielzahl natürlicher Höhlen, jahrhundertealte Bergwerksstollen, unterirdische Kellerlabyrinthe und kilometerlange Bunkersysteme bergen sogar für eingefleischte Polenkenner immer wieder neue Überraschungen.

Eine der schönsten polnischen Höhlen ist die 10 Kilometer südwestlich von Kielce gelegene Jaskinia Raj (Paradieshöhle). Die fantastische Tropfsteinlandschaft ist seit 1972 für den Besucherverkehr geöffnet. Neben der Höhle befindet sich Polens erstes Neandertaler-Zentrum. (www.jaskiniaraj.pl)

Als besonders schön gelten auch die Jaskinia Niedźwiedzia (Bärenhöhle) im Masyw Śnieżnika (Glatzer Schneegebirge) sowie die legendenumwobenen Höhlen Jaskinia Łokietka und Jaskinia Ciemna im Krakau-Tschenstochauer Jura. (www.jaskinia.pl, www.grotalokietka.pl, www.ciemna.ojcow.pl)

Das wohl bekannteste polnische Bergwerk ist das südöstlich der kleinpolnischen Hauptstadt Kraków (Krakau) gelegene und als UNESCO-Welterbe geschützte Salzbergwerk von Wieliczka. Das kilometerlange Geflecht aus in das Salz getriebenen Kammern, Gängen und Stollen mit Kapellen und märchenhaften Skulpturen verzaubert Groß und Klein. (www.kopalnia.pl)

Die Woiwodschaft Śląskie (Schlesien) lockt mit unzähligen alten Bergwerken, von denen ein großer Teil inzwischen für Touristen geöffnet wurde. Beliebt sind die einstige Kohlengrube Guido in Zabrze mit zwei unterirdischen Touristentrassen in 170 und 320 Metern Tiefe und die ehemalige Silbermine in Tarnowskie Góry (Tarnowitz). Dort kann man in der Sztolnia Czarnego Pstrąga (Stollen der Schwarzen Forelle) über einen unterirdischen Kanal fahren. (www.kopalniaguido.pl www.kopalniasrebra.pl)

Über Jahrhunderte trieben die reichen Bürger der südostpolnischen Stadt Chełm Räume und Gänge in das unter der Stadt gelegene Felsmassiv. Dort verbargen sie in bis zu 20 Metern Tiefe Reichtümer und Vorräte und suchten Schutz in Zeiten der Bedrängung. Ein etwa zwei Kilometer langer Abschnitt ist seit 1985 als Touristentrasse zugänglich. (www.podziemiakredowe.pl)

Einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit der Kulturmetropole Kraków als Handelsstadt eröffnet das 2010 eröffnete Muzeum Podziemia Rynku (Museum unter dem Marktplatz). Eine moderne multimediale Installationen illustriert die fast 1.000 Jahre alten Überbleibsel der mittelalterlichen Marktplatzbebauung mit Überresten reicher Krämerläden, den ersten Tuchhallen sowie mittelalterlichen Gräberfeldern. (www.podziemiarynku.com)

Mit einer Länge von über 30 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 40 Metern gehört das Labyrinth der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen (Międzyrzecki Rejon Umocniony - MRU) zu den interessantesten Denkmälern der Festungsarchitektur des 20. Jahrhunderts in Polen. Ein Teil der von den Nationalsozialisten angelegten Bunker und Gänge in der Woiwodschaft Lubuskie (Lebuserland) ist zur Besichtigung freigegeben. Die Anlage ist auch Überwinterungsplatz für eine der größten Fledermauskolonien Europas. (www.bunkry.pl)

 

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