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Die Hauptstadt der Woiwodschaft Zachodniopomorskie (Westpommern) zählt rund 410.000 Einwohner. Die Geschichte von Szczecin (Stettin) reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Eine sieben Kilometer lange Touristenroute mit 42 Stationen führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Bedeutendstes Bauwerk Stettins ist das Zamek Książąt Pomorskich (Schloss der Pommerschen Herzöge), mit dessen Bau 1346 begonnen wurde. Bis 1620 erhielt es seine heutige Form mit fünf Flügeln im Stil der Renaissance. Heute beherbergt es die Oper und Operette, Theater und Galerien. Es gibt dort mehrere Cafés und Restaurants sowie eine Touristen- und Kulturinformation. Ein Teil des Gebäudes wird von der Verwaltung der Woiwodschaft genutzt. Der Glockenturm am nördlichen Ende des schmalen Münzhofes verfügt über eine Aussichtsplattform mit Blick auf das Stadtzentrum, die Oder und den Hafen. Im großen Innenhof befindet sich der Uhrenturm mit einem originellen Zeitmesser aus dem Jahr 1693. Als Ziffernblatt dient ein Gesicht. Im Keller des Ostflügels werden die Sarkophage von sechs Greifenherzögen ausgestellt. (www.zamek.szczecin.pl)

Rund um den Rynek Sienny (Heumarkt) erstreckt sich die Altstadt, die in den vergangenen Jahren in einer Mischung aus alten und modernen Formen wieder aufgebaut wurde. Von der ehemaligen Stadtbefestigung blieb die Jungfrauenbastei aus dem 14. Jahrhundert mit ihrer oktogonförmigen Spitze erhalten. Am Rande des Markts befindet sich die Kamienica Loitzów (Loitzenhof). Das spätgotische Gebäude entstand 1547 für die wohlhabende Bankiersfamilie Loitz und wird heute als Kunstschule genutzt. Das Alte Rathaus wurde um 1450 von Heinrich Brunsberg im gotischen Stil erbaut, später aber barock umgestaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Südgiebel im barocken Stil erhalten, die Nordseite erhielt einen Ziergiebel im spätgotischen Stil. Dort zeigt das Museum für Stadtgeschichte archäologische Funde, Urkunden, Münzen aber auch zeitgeschichtliche Dokumente zur Gewerkschaft Solidarność. (www.muzeum.szczecin.pl)

Im nördlichen Teil der Uferpromenade ließ der damalige Bürgermeister Haken ab 1902 die später nach ihm benannten Hakenterrassen mit ihren großen Treppen, Springbrunnen und Aussichtspavillons bauen – eine Visitenkarte der Stadt für die ankommenden Schiffe auf der Oder. Heute ist die 500 Meter lange Flaniermeile nach dem ersten polnischen König, Bolesław Chrobry, als Wały Chrobrego benannt. Oberhalb des Walls reihen sich mehrere Repräsentativbauten aneinander, darunter die Hochschule für Seefahrt, das Meeresmuseum und das Woiwodschaftsamt.

Die Geschichte der Kościół Św. Jakuba (St. Jakobi-Kathedrale) reicht bis ins späte 12. Jahrhundert zurück. In der Taufkapelle werden Reliquien des Heiligen Otto von Bamberg aufbewahrt. In einem Pfeiler wurde das Herz des Komponisten Carl Loewe (1796-1869) nach dessen Tod eingemauert. Er wirkte fast 50 Jahre in Stettin. Unweit davon wurde 1759 Sophie Auguste von Anhalt Zerbst, die spätere Zarin Katharina die Große, geboren. Ihr Geburtshaus, der barocke Pałac Pod Globusem (ehemals Grumbkow-Palais) am Plac Orła Białego 2, wird heute von der Kunstakademie genutzt.

Sehenswert sind die beiden barocken, aus Sandstein gebauten Tore, die Brama Królewska (Königstor) am Plac Żołnierza Polskiego und die Brama Portowa (Berliner Tor) am pl. Zwycięstwa. Beide entstanden im frühen 18. Jahrhundert und hatten nur dekorative Funktionen. Im Königstor befindet sich heute ein beliebtes Café.

Unweit des Königstors, in der ul. Staromłyńska 27, befindet sich der ehemalige Pommersche Landtag. Der barocke Palast wurde 1726-1727 nach Entwürfen von Cornelius von Wallrave gebaut und wird heute vom Muzeum Narodowe (Nationalmuseum) genutzt. Gezeigt werden Kunstwerke aus Pommern, die Sammlung der Greifenherzöge sowie polnische Malerei vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Die zeitgenössische Sammlung des Museums befindet sich im gegenüber liegenden Bau an der ul. Staromłyńska 1.

Das Gebiet nördlich der Altstadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen von Baron Haussmann umgestaltet. Von großen Plätzen gehen sternförmig verlaufende Straßen ab. Ein Großteil der Gründerzeitbauten blieb bis heute erhalten. Zentrum des Viertels ist der Plac Grunwaldzki.

Der Zentralfriedhof im Südwesten von Szczecin ist mit 170 Hektar Fläche der drittgrößte in Europa nach Wien und Hamburg. Angelegt wurde er im Jahr 1900. Ein Haupttor im neoromanischen Stil mit einer langen Säulenhalle führt in die parkähnlich gestaltete Anlage.

Durch die Landschaftsparks in der näheren Umgebung und das nahe Haff hat Szczecin einen hohen Freizeitwert. Südlich der Stadt erstreckt sich die Puszcza Bukowa (Buchheide). Der Park Krajobrazowy Doliny Dolnej Odry (Landschaftspark Unteres Odertal) südlich von Szczecin ist ein wichtiges Vogelschutzreservat. Nördlich von Szczecin weitet sich die Oder zum Zalew Szczeciński (Stettiner Haff). Es nimmt eine Fläche von 800 Quadratkilometer ein und erstreckt sich zu beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze bis an die Ostsee. (www.szczecin.pl)

 

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