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Zwischen den beiden Großstädten Gdańsk (Danzig) und Gdynia (Gdingen) gelegen, komplettiert der mondäne Badeort Sopot (Zoppot) die Metropolregion der Dreistadt. Schon in den 1920er Jahren galt Sopot als das Rimini des Nordens und zog die Reichen und Schönen magisch an. Heute knüpft das Ostseebad an diese Traditionen an.

Die Entwicklung zum mondänen Kur- und Badeort begann 1823 mit Jean Georg Haffner, einem Arzt in Napoleons Armee. Er quittierte seinen Dienst, um hier eine Badeanstalt zu bauen. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich Zoppot zum bekannten Seebad und erhielt 1901 die Stadtrechte verliehen. Im Bereich des mehr als vier Kilometer langen Strandes entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele prachtvolle Villen im Stil der Bäderarchitektur mit hölzernen Vorbauten, die bis heute erhalten blieben.

Aushängeschild des Seebads ist die strahlend weiße hölzerne Seebrücke, die längste Europas. Sie misst 511,5 Meter und wurde 1927 gebaut. Hier legen Ausflugsdampfer an, es finden Konzerte und Sportveranstaltungen statt und an schönen Tagen promenieren viele Tausend Besucher über die Brücke. Direkt daneben entstand ein neuer Jachthafen.

Bereits seit 1989 wird das Zentrum Schritt für Schritt erneuert. Im Jahr 1999 erhielt Sopot sein zeitweilig verlorenes Kurprivileg zurück. Gleich neben der Seebrücke beginnt der Park Północny (Nordpark). Dort entstand das Centrum Haffnera, das neue Kurzentrum mit Wellnessbereich, Konferenzzentrum sowie dem neuen Sheraton-Luxushotel. (www.sheraton.pl/sopot) Vom Kurzentrum aus der Vorkriegszeit hat eine Rotunde die Zeitläufte überdauert. Darin befinden sich heute mehrere Restaurants. Im Centrum Haffnera fand auch die renommierte Państwowa Galeria Sztuki (Staatliche Kunstgalerie) ihr neues Domizil für wechselnde Ausstellungen von moderner Kunst. (www.pgs.pl)

In direkter Nachbarschaft befindet sich das traditionsreiche Grand-Hotel, das 1924-1927 errichtet wurde und sich vor wenigen Jahren einem umfassenden Lifting unterzogen hat. In Sopots erstem 5-Sterne-Hotel logierten in der Vergangenheit bereits Stars wie Marlene Dietrich und Josephine Baker.

An der Mole beginnt Sopots berühmte Fußgängerzone, die ul. Bohaterów Monte Cassino, kurz „Monciak“ genannt. Originell ist das neu erbaute Haus Nummer 50. Es heißt im Volksmund das „betrunkene Haus“ und weckt mit seinem wellenförmigen Dach und den schiefen Fenstern Erinnerungen an den berühmten katalanischen Architekten Antoni Gaudí. Unweit der Fußgängerzone liegt in der ul. Czyżewskiego der Dworek Sierakowskich. In dem 200 Jahre alten Herrenhaus der Familie Sierakowski werden immer donnerstags ab 18 Uhr klassische Konzerte bei freiem Eintritt gegeben.

Die Verlängerung des Monciak führt geradewegs zur Opera Leśna (Waldoper), der berühmten Freiluftarena mit mehr als 4.000 Plätzen. Sie entstand 1909 und wurde vor allem durch die Aufführung von Wagner-Opern bekannt. Heute gastieren hier im Sommer weltbekannte Rock- und Popstars. Die gesamte Anlage wurde bis 2012 umfangreich saniert.

Südlich der Mole befindet sich die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute balneologische Abteilung des Kurbads. Der Schornstein des Gebäudes diente auch als Leuchtturm. Das am Strand gelegene ehemalige Südbad entstand 1907 als Badeanstalt für Frauen im norwegischen Stil aus dunklem Holz. Heute befindet sich darin ein bekanntes chinesisches Hotel und Restaurant.

Das Muzeum Sopotu (Stadtmuseum von Sopot) befindet sich in der 1904 gebauten Strandvilla des Fabrikanten Ernst Claaszen in der ul. Poniatowskiego 8. Dort werden Dokumente zur Geschichte der Stadt und Wechselausstellungen gezeigt. (www.muzeumsopotu.pl)

Seit 1898 besteht bereits die Pferderennbahn. Jedes Jahr im Juli findet hier eine zweitägige Galopprennveranstaltung statt. Die 40 Hektar große Anlage an der ul. Polna 1 dient auch für andere Großveranstaltungen. (www.hipodrom.sopot.pl)

Am Rande des Stadtzentrums wurden auf einer bewaldeten Anhöhe Reste einer slawischen Holzburg aus dem 9. oder 10. Jahrhundert entdeckt. Dort entstand im Skansen Archeologiczny Grodzisko die Nachbildung der Prähistorischen Siedlung.

Unweit des Bahnhofs, in der ul. Kościuszki 10, wurde am 18. Oktober 1926 Klaus Nakszyński geboren. Als Klaus Kinski wurde er später ein weltberühmter Schauspieler. 1994 wurde an seinem Geburtshaus eine Gedenktafel enthüllt. Seit einigen Jahren gibt es dort die beliebte Bar und Galerie „Kinski“ mit Erinnerungen an den exzentrischen Weltstar.

Sopot ist heute ein Seebad für das ganze Jahr. Die Auswahl an Hotels und Pensionen ist sehr groß und für alle Ansprüche geeignet. Zahlreiche große Hotels bieten Wellnessbehandlungen an, daneben gibt es einen großen Aquapark. Das Nachtleben in dem Seebad ist legendär und zieht an Wochenenden auch zahlreiche junge Leute aus den Nachbarstädten an. Im Bereich der Promenade und der Fußgängerzone Monciak gibt es zahlreiche bekannte Klubs wie das Unique, Soho oder den Künstlertreff Spatif. Im Sommer kommen Strandbars dazu. Der nahe gelegene Flughafen von Gdańsk ist an mehrere deutsche Städte direkt angebunden.

(www.sopot.pl)

 

 

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