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Opole (Oppeln) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Opolskie (Oppelner Land). Die Geschichte der rund 130.000 Einwohner zählenden Stadt reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück. Dort befinden sich heute die wichtigsten Institutionen der deutschen Minderheit in Polen.

Das älteste Bauwerk ist der auf der Oderinsel Pasieka (Pascheke) gegenüber der Altstadt gelegene Piastenturm. Er stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist ein Überrest der Burg der einstigen Herrscher Opoles. Die Bekrönung in Form einer spitz zulaufenden Pyramide entstand in den 1960er Jahren. Während der Saison können Besucher den Turm erklimmen und die Aussicht über die Stadt und Flussniederung genießen. Der Schlosspark mit Teich wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt.

Nur wenige Schritte vom Piastenturm und Schlossteich entfernt befindet sich das Amphitheater von Opole. Seit 1963 findet dort das Festival des Polnischen Liedes statt, der wichtigste Song-Contest des Landes, der für viele bis dahin unbekannte Künstler zum Ausgangspunkt einer großen Karriere werden sollte. Neben der kürzlich modernisierten Bühne entsteht der Neubau des Muzeum Polskiej Piosenki (Museum des polnischen Liedes). Es soll an die Geschichte des Festivals erinnern, aber auch Materialien rund um das polnische Liedgut sammeln. (www.muzeumpiosenki.pl)

Eine kleine grüne Fußgängerbrücke, die sogenannte Groschenbrücke, führt über einen malerischen Seitenarm der Oder, den Kanał Młynówka (Mühlkanal), auf den Plac Wolności am südlichen Ende der Altstadt. Besonders sehenswert ist der von barocken und klassizistischen Bürgerhäusern umstandene, nahezu quadratische Rynek. In der Mitte des Marktplatzes befindet sich das 1818-1824 umgebaute Rathaus. In den Bau flossen Ideen von Karl-Friedrich Schinkel ein, inspirieren ließ man sich vom Vorbild des Florentiner Palazzo Vecchio, was dem Rathaus mit seinen Arkaden bis heute eine mediterrane Erhabenheit verleiht. Der Rathausturm im Neorenaissancestil wurde 1864 auf den Grundmauern des gotischen Vorgängerbaus errichtet und stürzte am 15. Juli 1934 in sich zusammen. Der Wiederaufbau war 1936 abgeschlossen.

Der Rynek lädt im Sommer mit einer Vielzahl von Restaurants, Cafés und Biergärten zum Verweilen ein. Regelmäßig bietet er auch Raum für Open-Air-Veranstaltungen, Ausstellungen und Feste. In den Häusern 4, 5 und 6 befand sich bis 1965 das Teatr 13 Rzędów (Theater der 13 Reihen) des berühmten polnischen Regisseurs Jerzy Grotowski. Heute erinnert eine Gedenktafel an die Anfänge seiner Weltkarriere.

Gleich vier Kirchen bestimmen das Bild der Altstadt von Opole. Am nördlichen Ende befindet sich die gotische Kościół Św. Krzyża (Heilig-Kreuz-Kirche). Sie wurde im 15. Jahrhundert an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet und im 19. Jahrhundert um die beiden charakteristischen Türme im neogotischen Stil erweitert. Den dreischiffigen Hallenbau krönen mittelalterliche Sternengewölbe. Wichtigste Sehenswürdigkeit ist die am Hauptaltar von 1773 angebrachte Figur der Muttergottes von Opole. Die gotische Tafelmalerei entstand um 1480, das Votivkleid aus Gold, Silber und edlen Steinen stiftete Polens König Jan III. Sobieski nach seiner siegreichen Schlacht 1683 vor Wien.

Am Westrand der Altstadt, unmittelbar neben der herzöglichen Brücke über den Mühlkanal, entstand 1234-1238 das erste Franziskanerkloster der Stadt. Die Kościół Franciszkanów (Franziskanerkirche) stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und ist Grablege der piastischen Fürsten. In der Krypta befinden sich 13 Steinsärge mit den sterblichen Überresten der einstigen Herrscher von Opole und Racibórz (Ratibor) sowie ein Kreuzigungsbild, das als älteste Wandmalerei im Oppelner Schlesien gilt. In der Kościół Św. Anny (St. Annenkapelle) finden sich darüber hinaus die Grabmale für die Oppelner Piasten Bolko I., Bolko II. und Bolko III., sowie für die Fürstin Anna von Oświęcim (Auschwitz).

Auf einer kleinen Anhöhe im Osten der Altstadt befindet sich die Kościół Matki Boskiej Bolesnej i Św. Wojciecha (Kirche der Mater Dolorosa und des Hl. Adalbert). 1399 wurde sie als Dominikanerkirche im gotischen Stil dort errichtet. Seine barocke Gestalt erhielt das Gebäude nach mehreren Bränden im 18. Jahrhundert.

Im ehemaligen Jesuitenkolleg am Mały Rynek, dem Kleinen Marktplatz, zeigt das Muzeum Śląska Opolskiego (Museum des Oppelner Schlesien) archäologisch-ethnographische, historische und kulturelle Exponate zur Landesgeschichte. Zu den Schätzen des Hauses gehören gotische Skulpturen und Tafelmalereien ebenso, wie polnische Malerei des 19. und 20. Jahrhundert. Im Jahre 2008 wurde das Haus modernisiert und die Ausstellungsfläche vergrößert. (www.mso.opole.pl)

Am westlichen Stadtrand liegt das Muzeum Wsi Opolskiej (Museum des Oppelner Dorfes). Das 1961 gegründete Freilichtmuseum vereint bedeutende dörfliche Architekturdenkmäler, wie beispielsweise eine hölzerne Dorfkirche von 1613, zwei hölzerne Windmühlen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und eine ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammende Wassermühle. (www.muzeumwsiopolskiej.pl)

www.opole.pl

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