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Im 14. Jahrhundert wurde in einer Schleife im malerischen Tal der Łyna (Alle) eine Burg als Sitz des ermländischen Domkapitels errichtet. Sie bildet den Kern der heutigen Woiwodschaftsstadt Olsztyn (Allenstein). Zwischen 1516 und 1521 war Nikolaus Kopernikus Verwalter des Domkapitels auf der Burg.

Mit 20.000 Studenten ist das in eine reizvolle Seenlandschaft eingebettete Olsztyn eine sehr junge Stadt. Die Gesamtzahl der Einwohner liegt bei 175.000 und ist seit Jahren steigend. Das historische Zentrum wurde zum 650. Stadtjubiläum 2003 erneuert.

Am Rande der Altstadt thront über dem Alletal die im 14. Jahrhundert errichtete und später erweiterte Burg. Sie ist heute Hauptsitz des Muzeum Warmii i Mazur (Museum von Ermland und Masuren). Ein großer Teil der Ausstellung ist dem ehemaligen Burgherrn und Verwalter des Domkapitels, Nikolaus Kopernikus, gewidmet. Ihm wird auch eine astronomische Tafel zugeschrieben, die an einer Wand des Kreuzganges angebracht ist. Ein wichtiger Teil des Museums zeigt eine Sammlung sakraler Kunstwerke des Ermlandes, eine der größten und prächtigsten ihrer Art in ganz Polen. (www.muzeum.olsztyn.pl)

Die Altstadt betritt man von Norden her durch die Wysoka Brama (Hohes Tor). Der 1378 erbaute Turm, der zeitweilig als Waffenkammer und Gefängnis diente, ist das einzige der ursprünglichen drei Stadttore, das erhalten geblieben ist. Das Tor dient heute als einfache Herberge, im Gebäude nebenan befindet sich die zentrale Tourismusinformation der Stadt und der Woiwodschaft.

Nur einige Schritte sind es von hier zum Targ Rybny (Fischmarkt). Er ist umgeben von interessanten Boutiquen, Galerien und Cafés. Der am nördlichen Ende des Targ Rybny gelegene Speicher war von 1885-1939 Sitz der polnischsprachigen Gazeta Olsztyńska. Das Anfang der 1990er Jahre erneuerte Gebäude beherbergt heute eine Filiale des Ermländisch-Masurischen Museums. Dort kann man sich in einer ständigen Ausstellung in die Geschichte von Stadt und Region vertiefen.

Das Zentrum der Altstadt markiert der malerische Rynek Staromiejski (Altstädtischer Marktplatz), dessen Laubengänge im Sommer zahlreichen Cafés und Kneipen als Biergärten dienen. Unter den barocken Bürgerhäusern, die den quadratischen Platz umgeben, sticht ein Gebäude mit gotischen Spitzbögen hervor. Das Haus Stare Miasto 11, das sogenannte Bürgermeisterhaus, gilt als ältestes noch erhaltenes Gebäude der Stadt. Das in der Mitte des Rynek Staromiejski gelegene Alte Rathaus wurde 1623-1624 im barocken Stil umgebaut, die gotische Grundsubstanz ist aber dennoch gut zu erkennen. Das Gebäude, in dem sich heute die Woiwodschaftsbibliothek befindet, dient auch als Galerie für wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst oder stadtgeschichtlicher Sammlungen.

Direkt am Marktplatz, in der ul. Św. Barbary 1, erinnert eine Gedenktafel an den dort geborenen Bauhaus-Architekten Erich Mendelsohn (1887-1953). Der Baumeister, der sich vor allem durch den Einsteinturm in Potsdam einen Namen machte, verbrachte in Allenstein seine Kinder- und Jugendjahre. Während seiner Zeit als Architekturstudent an der Berliner Technischen Hochschule plante er eine Begräbniskapelle für den Friedhof der jüdischen Gemeinde an der westlich des Zentrums gelegenen ul. Zyndrama z Maszkowic. Der Bau gilt als eine der ersten Arbeiten des Architekten.

Nördlich des Altstadtmarktes befindet sich die 1877 erbaute evangelische Kirche von Allenstein. Der große Findling unter dem Hauptaltar soll schon vor über 1000 Jahren den pruzzischen Ureinwohnern als Kult- und Opferstein gedient haben. Vor der Kirche sitzt seit 2003 ein Mann mit wallendem Haar und blickt zum Schloss. Die Stadtväter haben Nikolaus Kopernikus zu Ehren eine lebensgroße Bronzeskulptur aufstellen lassen. Bereits 1916 war eine Büste des Astronomen im unterhalb der Burg gelegenen Park enthüllt worden.

Auf der anderen Seite der Altstadt befindet sich die 1972 zur Konkathedrale des Bistums Ermland erhobene gotische Kościół Św. Jakuba (Jacobi-Kirche). Das Ende des 14. Jh. errichtete, dreischiffige Gotteshaus verlor den Großteil seiner Inneneinrichtung während der Napoleonischen Kriege, verfügt aber über schöne Netz- und Wabengewölbe im Haupt- und den Seitenschiffen. Erhalten blieben die aus dem 15. Jahrhundert stammenden Holzfiguren des Heiligen Jakobus und des Heiligen Andreas sowie ein spätgotischer Marienaltar aus dem 16. Jahrhundert.

In der Wartenburger Vorstadt, nur wenige Schritte nördlich des Hohen Tors, ließ die Stadtverwaltung in den Jahren 1912-1915 auf den Überresten eines alten Friedhofes das Neue Rathaus errichten. Vom Turm des Neorenaissancebaus hat man einen vorzüglichen Blick über Stadt und Umgebung.

Das Bild der Stadt ist geprägt durch insgesamt 15 Seen, den Fluss Łyna und viele kleine Kanäle. Am Ufer des mit 412 Hektar größten Stadtsees Jezioro Ukiel befinden sich mehrere Ausflugsgaststätten, Badestellen, Bootsverleihe und Jachthäfen. Das malerische Alletal bietet sich für Ausflüge mit dem Kajak an. Die Łyna hat im Laufe der Zeit bis zu 30 Meter tiefe Schluchten in die Landschaft gearbeitet.

www.olsztyn.eu

 

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