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Für viele Polen ist sie die schönste Stadt des Landes und die wichtigste Kulturmetropole. Kraków (Krakau), Hauptstadt der Woiwodschaft Małopolska (Kleinpolen), zählt 740.000 Einwohner. Sie besitzt mehr als 5.000 historische Bauten und Kulturdenkmäler.

Die im Zweiten Weltkrieg unzerstört gebliebene Altstadt ist als Welterbe der UNESCO geschützt. Seit 1257 markiert der Rynek Główny das Zentrum der Altstadt. Der mit 200 x 200 Metern größte Marktplatz Europas lädt zum Flanieren ein. Nachts verlagert sich das Leben in die mittelalterlichen Kellergewölbe, in denen sich zahlreiche Clubs, Bars und Galerien eingerichtet haben.

Die gotische Kościół Mariacki (Marienkirche) zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Platz. Jede volle Stunde ertönt von einem ihrer beiden Türme die berühmte Trompetenmelodie Hejnał. Sie bricht abrupt ab und soll an einen kühnen Wächter erinnern, der von einem Pfeil durchbohrt wurde, als er die Stadt vor dem Überfall der Tataren warnte. Wertvollstes Kunstwerk ist der vom Nürnberger Meister Veit Stoß 1477-1489 geschnitzte Lindenholz-Altar, der größte Europas.

Im Zentrum des Marktes liegen die Sukiennice (Tuchhallen). Der zweigeschossige Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert wurde später um neogotische Elemente ergänzt. In den Krämerläden im Erdgeschoss werden Andenken und Kunsthandwerk verkauft. Im Obergeschoss befindet sich die Galerie Polnischer Malerei des Krakauer Nationalmuseums. Das Museum verfügt über mehrere Ausstellungsstätten und hat seinen Hauptsitz in der Al. 3 Maja 1 am Rande der Altstadt. (www.muzeum.krakow.pl)

Das 2010 eröffnete Muzeum Podziemia Rynku (Museum unter dem Marktplatz) verbindet moderne multimediale Installationen mit den fast 1.000 Jahre alten Überbleibseln der mittelalterlichen Marktplatzbebauung. Die Überreste reicher Krämerläden, die ersten Tuchhallen, ein alter Friedhof und vieles mehr entführen die Besucher in die Geschichte Krakaus. (www.podziemiarynku.com)

An Stelle der im 19. Jahrhundert abgerissenen Stadtmauer umgibt heute eine breite Grünanlage, die Planty, den Altstadtkern und schirmt ihn von den geschäftigen Stadtvierteln ab. Eine der schönsten Straßen der Altstadt, die ul. Floriańska, führt vom Marktplatz zum Florianstor, das seit dem Jahr 1307 den Zugang zur Stadt bildet. Im Renaissancepalast in der ul. Kanoniczna 21 residierte Anfang der 1960er Jahre Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., als Bischof von Krakau. In der ul. Jagiellońska 15 liegt das älteste Gebäude der 1346 gegründeten Krakauer Universität, das Collegium Maius. Es wurde Ende des 15. Jahrhunderts um einen schönen Arkadenhof angelegt. In der ul. Św. Jana 19 befindet sich eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Stadt, das Museum der Familie Czartoryski aus dem späten 19. Jahrhundert. Zu den herausragenden Kunstwerken gehören die „Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci sowie Rembrandts „Landschaft mit dem barmherzigen Samariter“.(www.muzeum-czartoryskich.krakow.pl)

Oberhalb der Weichsel, am südlichen Ende der Altstadt, erhebt sich der Wawel-Hügel. Bereits um das Jahr 1000 gab es dort die erste Kathedrale. Vom Wawelschloss regierten polnische Könige 500 Jahre lang das Land. Es entstand in seiner heutigen Form Anfang des 16. Jahrhunderts im Stil eines italienischen Palazzo. Herzstück ist der fünfeckige Innenhof mit dreistöckigen Arkadengängen. Im Schloss sind die Repräsentationsräume, der Kronschatz, die Rüstkammer, eine Sammlung orientalischer Kunst und eine berühmte Sammlung flandrischer Wandteppiche zu besichtigen. Wichtigstes Ausstellungsstück im Kronsaal ist das goldene Schwert, mit dem sich ab 1320 die polnischen Herrscher zum König schlagen ließen. (www.wawel.krakow.pl)

Die im 14. Jahrhundert erbaute Wawelkathedrale ist von zahlreichen Kapellen umgeben. Im Hauptschiff befindet sich das Mausoleum für den Heiligen Stanisław, Bischof und Schutzpatron Polens. Der silberne Sarg zeigt Stationen seines Lebens. In der Wawelkirche wurden bis ins 18. Jahrhundert die polnischen Könige gekrönt. Die meisten fanden dort auch ihre letzte Ruhestätte. Es wurden aber auch Magnaten, Künstler und Nationalhelden beigesetzt.

Im ehemals jüdischen Viertel im Stadtteil Kazimierz ziehen viele Kneipen, Restaurants und Bars vor allem ein jüngeres Publikum an. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten dort rund 70.000 jüdische Einwohner. Seit Steven Spielberg dort seinen Film „Schindlers Liste“ drehte, ist das Interesse an jüdischer Kultur stark gewachsen. Spuren jüdischen Lebens sind noch bis heute sichtbar. Restaurants in der ul. Szeroka bieten koschere Speisen und abends erklingt dort Klezmer-Musik. Jedes Jahr Anfang Juli findet hier das Jüdische Kulturfestival statt.

Zwar ist die Jüdische Gemeinde Krakaus sehr klein, doch es gibt noch sieben Synagogen. Sie wurden Schritt für Schritt saniert. Die Alte Synagoge in der ul. Szeroka beherbergt das Städtische Museum für jüdische Geschichte und Kultur. Das private Projekt der Izaak-Synagoge versucht, die verloren gegangene Welt der Krakauer Juden wieder zurückzuholen. Die kleine Remuh-Synagoge, Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut, wird noch regelmäßig von der Jüdischen Gemeinde genutzt. Sie kann ebenso wie der benachbarte Alte Friedhof besichtigt werden. Auch die 1860-1862 erbaute Tempel-Synagoge in der ul. Miodowa wird heute wieder für festliche Anlässe genutzt.

Oskar Schindler hatte seine Emaillefabrik im Krakauer Stadtteil Podgórze, den die Nazis während der Besatzung zum Judenghetto umfunktionierten. In der ul. Lipowa 4 beschäftigte er während des Krieges Hunderte Juden, die er vor dem Tod bewahrte. Der Gebäudekomplex wurde in den letzten Jahren aufwändig saniert. Im Verwaltungsgebäude zeigt das Museum „Schindlers Fabrik“ heute die Geschichte Krakaus und seiner Juden während der deutschen Besatzung 1939-1945. In den ehemaligen Fabrikhallen eröffnete 2010 zudem das MOCAK. Das Museum of Contemporary Art Krakow zeigt Gegenwartskunst aus Polen und der ganzen Welt. (www.mocak.com.pl)

www.krakow.travel

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