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Kielce, die Hauptstadt der Woiwodschaft Świętokrzyskie (Heiligkreuz), zählt rund 200.000 Einwohner. Die Stadt ist heute ein wichtigstes Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum und der zweitgrößte Messeplatz Polens. Zwei Hochschulen haben hier ihren Sitz.

Kielce erhielt vermutlich im Jahre 1295 das Stadtrecht verliehen, doch älteste Spuren der Besiedlung reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Schmuckstück und größte Sehenswürdigkeit der Stadt ist der auf einem Hügel gelegene Palast der Krakauer Bischöfe, der in den Jahren 1637-1641 unter Leitung von Giovanni Battista Trevano im frühbarocken Stil entstand. An den rechteckigen Bau mit seinen sechskantigen Ecktürmen wurde im 19. Jahrhundert ein Seitenflügel angefügt. Das Schloss wird heute vom Muzeum Narodowe w Kielcach (Nationalmuseum) genutzt. Gezeigt werden die prachtvollen Innenräume aus dem 17. und 18. Jahrhundert, aber auch eine umfangreiche Galerie französischer und italienischer Malerei des 17. Jahrhunderts sowie von polnischen Meisterwerken aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Darüber hinaus kann man wertvolles Kunstgewerbe bewundern, unter anderem französische und flämische Tapisserie und Möbel aus Danzig. Sehenswert im Inneren sind die bemalten Balkendecken und ein Fries mit Bildnissen der Krakauer Bischöfe im ehemaligen Speisesaal des Schlosses. Der Renaissancegarten an der Westseite des Bischofspalasts wurde erst vor wenigen Jahren rekonstruiert. (www.mnki.pl)

 

2017.06.09 Muzeum Narodowe fot Anna.Benicewicz-Miazga
Kielce, Nationalmuseum (Muzeum Narodowe). Foto: Anna Benicewicz-Miazga

 

Die Geschichte des nahe gelegenen Maria-Himmelfahrt-Doms reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, seine frühbarocke Form erhielt er zeitgleich mit dem Schloss. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte ein neobarocker Umbau des Gotteshauses. Aus dieser Zeit stammt auch der größte Teil der reichen Bemalung der Innenräume, die durch Krakauer Künstler erfolgte. Sehenswert ist das um 1600 entstandene Gnadenbild der Gottesmutter mit Kindlein, das im südlichen Seitenschiff untergebracht ist.

 

2017.06.09 Wzgorze Katedralne fot Anna Benicewicz-MiazgaKielce, Kathedralhügel. Foto: Anna Benicewicz-Miazga

 

Eine nach dem Schriftsteller Henryk Sienkiewicz benannte Straße verbindet den Schlossberg mit dem Stadtzentrum. Zahlreiche eklektizistische Gebäude aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert säumen die Geschäfts- und Einkaufsstraße. Das Stefan-Żeromski-Theater in Nummer 23 wurde in einem 1877 erbauten ehemaligen Hotel eingerichtet. Dem Theater gegenüber liegt das älteste Hotel der Stadt, das Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Bristol.

2017.06.09 Sienkiewicza fot Anna Benicewicz-Miazga
Kielce, Sienkiewicz Str. (ul. Sienkiewicza). Foto: Anna Benicewicz-Miazga

 

Das Muzeum Zabawek i Zabawy (Spielzeug- und Spielmuseum) an der ul. Kościuszki wurde 1979 gegründet und verfügt über rund 6.000 Exponate aus aller Welt. Darunter befinden sich wertvolle Puppen aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. (www.muzeumzabawek.eu) An der al. IX Wieków Kielc befindet sich die 1903 im neoromanischen Stil erbaute Synagoge. Sie wurde nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs umgebaut und dient heute als Archiv. Ein Denkmal am Eingang erinnert an die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Juden und die Opfer eines antisemitischen Pogroms im Jahr 1946.

Der im Zentrum gelegene, sieben Hektar große Stadtpark wurde in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts angelegt. Bis heute ist er die beliebteste Erholungsfläche der Stadtbewohner. Im westlichen Teil befindet sich ein Teich mit Springbrunnen. Am Rande des Parks liegt der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute Palast der Familie Zieliński. Dort befindet sich heute ein bekanntes Restaurant.

Das Muzeum Wsi Kieleckiej (Museum des Kielcer Landes) hat seinen Sitz in einem benachbarten altertümlichen Maierhof aus dem 18. Jahrhundert. In dem aus Lärchenholz errichteten Gebäude werden ethnographische Ausstellungen gezeigt. Zum Dorfmuseum gehört auch ein ethnographischer Park. Er befindet sich in Tokarnia, etwa 20 km südwestlich vom Stadtzentrum, und zeigt Holzarchitektur des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Region. Zu den wichtigsten Gebäuden gehören der Herrenhof in Suchedniów von 1856, der Hofspeicher in Złota von 1719 und die Barockkirche der Tröstenden Gottesmutter in Rogów nad Wisłą von 1761. Auf dem 70 Hektar großen Gelände finden regelmäßig Veranstaltungen wie das Erntefest oder der Weihnachtsmarkt statt. (www.mwk.com.pl)

Auf dem Weg zum Freilichtmuseum liegt die berühmte Tropfsteinhöhle Raj (Paradies), die als eine der schönsten des Landes gilt. Sie wurde 1972 entdeckt. Auf einer 150 Meter langen Strecke kann man sie besichtigen. (www.jaskiniaraj.pl/)

Im Stadtzentrum befindet sich der stillgelegte Steinbruch Kadzielna, der heute Naturschutzgebiet ist. Im Kalkgestein entdeckte man zahlreiche Fossilien. Im südlichen Abschnitt des Steinbruchs befindet sich ein vor wenigen Jahren saniertes Amphitheater, in dem jedes Jahr Konzerte und Festivals stattfinden. Die bekannteste Veranstaltung heißt Sabat Czarownic (Hexensabbat) und greift den Hexenkult des Heiligkreuzgebirges auf. Die Show mit bekannten polnischen Musikern und Schauspielern wird landesweit im Fernsehen übertragen.

 

2017.06.09 Kadzielnia-amfiteatr fot Anna Benicewicz-Miazga
Kadzielnia, Amphitheater. Foto: Anna Benicewicz-Miazga

 

Zum kulturellen Angebot der Stadt gehören die Aufführungen der Heiligkreuz-Philharmonie und des Tanztheaters von Kielce. Von Oper und Operette bis zu Rockmusik reicht das Angebot im Kulturzentrum von Kielce.

www.um.kielce.pl

Weitere Informationen:

Regionales Touristeninformationzentrum

http://swietokrzyskie.travel/de/

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