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Das 16. und 17. Jahrhundert gelten als das „goldene Zeitalter“ von Gdańsk (Danzig). Damals wurde Danzig zu einer der reichsten Städte in Mitteleuropa. In dieser Zeit entstanden auch viele der Prunkbauten der Rechtstadt, die bis heute die Touristen begeistern.

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Gdańsk zählt heute rund 460.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Pomorskie (Pommern). Zusammen mit den beiden Nachbarstädten Gdynia (Gdingen) und Sopot (Zoppot) bildet sie „Trójmiasto“, die Dreistadt, mit rund 750.000 Einwohnern.

Herzstück der Danziger Rechtstadt ist der Königsweg, der von der Brama Wyżynna (Hohes Tor) zum Ufer der Motława (Mottlau) führt. Das Hohe Tor bildet gemeinsam mit der Złota Brama (Goldenen Tor) den repräsentativen Eingang der Stadt. Zwischen beiden Stadttoren befindet sich der Stockturm, der heute das Muzeum Bursztynu (Bernsteinmuseum) der Stadt beherbergt. Es bildet eine Abteilung des Muzeum Historyczne Miasta Gdańska (Historischen Museums der Stadt). (www.mhmg.gda.pl)

Patrizierhäuser mit ihren prächtigen Fassaden und Schmuckgiebeln säumen die ul. Długa (Lange Gasse). Im Erdgeschoss hatten die reichen Kaufleute ihre Kontore, darüber wohnten sie. Im Dom Uphagena (Uphagenhaus) fühlt man sich in diese Zeit zurückversetzt. Das Haus wurde ganz im Stil der damaligen Zeit eingerichtet. Das Gebäude ist als Teil des Historischen Museums für Besucher geöffnet. In vielen anderen Gebäuden der Rechtstadt leben bis heute ganz normale Familien. Und so gibt es hier neben schicken Cafés und Andenkenläden immer noch kleine Tante-Emma-Länden, in denen man von Bonbons bis Zahnpasta alles findet.

Der Długi Targ (Lange Markt) ist der Salon der Danziger. Dort trifft man sich im Sommer zu vielen Festen und vor Weihnachten zum symbolischen Mahl unter der Tanne. Um den Platz gruppieren sich die schönsten Gebäude der Stadt, darunter der Dwór Artusa (Artushof) mit seiner leuchtend weißen Fassade. Die Geschichte dieses Hauses reicht zurück ins 14. Jahrhundert. Anfang des 17. Jahrhunderts gestaltete Abraham van den Bloke den Treffpunkt der Danziger Kaufleute im Stil des Manierismus um. Vor dem Gebäude darf Neptun sich seit fast 400 Jahren im Wasser vergnügen. Das benachbarte Rechtstädtische Rathaus zeigt als Teil des Historischen Museums Aufnahmen vom Ende des Zweiten Weltkriegs. Dort lässt es sich ermessen, welche Leistungen polnische Restauratoren in der völlig zerstörten Altstadt vollbracht haben.

Durch die palastartige Zielona Brama (Grüne Tor) gelangt man vom Langen Markt zum Ufer der Mottlau, wo die Ausflugsdampfer der Weißen Flotte zu ihren Touren ins Seebad Sopot oder zur Halbinsel Hel starten. Die belebte Promenade führt zum Żuraw (Krantor), einem Wahrzeichen der Stadt. Der Holzkran wurde 1442-1444 erbaut. Je vier Arbeiter bewegten im Inneren mit ihren Füßen die beiden riesigen Holzräder. So konnte man bis zu vier Tonnen schwere Lasten heben. Das Krantor ist heute ein Teil des Centralne Muzeum Morskie (Zentralen Meeresmuseums). Zu ihm gehören auch mehrere Speicher auf der gegenüberliegenden Insel Ołowianka (Bleihofinsel), der historische Frachter Sołdek sowie das kürzlich neben dem Krantor entstandene moderne Gebäude des Zentrums für maritime Kultur. Es zeigt unter anderem in einer Dauerausstellung Boote aus aller Welt. (www.cmm.pl)

Als eine der schönsten Gassen der Rechtstadt gilt die ul. Mariacka (Frauengasse), die von der Mottlau zur Marienkirche führt. Charakteristisch sind hier die Beischläge – terrassenartige Vorbauten, auf denen Bernsteinverkäufer ihre Waren anbieten. Danzig ist der bedeutendste Handelsplatz für das „Gold der Ostsee“. Die Marienkirche, größte gotische Backsteinkirche der Welt, bietet Platz für 25.000 Menschen. Ihre astronomische Uhr ist mit 14 Metern ebenfalls die größte der Welt.

Stundenlang kann man durch die Gassen der Rechtstadt bummeln und sich über immer neue Entdeckungen freuen. Doch damit nicht genug: In der benachbarten Altstadt warten weitere architektonische Schmuckstücke wie das manieristische Rathaus oder die größte mittelalterliche Getreidemühle Europas auf die Besucher. In der Alten Vorstadt lockt das Nationalmuseum mit seinen umfangreichen Sammlungen von Porzellan, antiken Möbeln und dem „Jüngsten Gericht“, dem weltberühmten Triptychon des flämischen Malers Hans Memling. (www.muzeum.narodowe.gda.pl)

Geschichtsträchtige Orte sind die ehemalige Leninwerft, wo der Aufstand der Gewerkschaft Solidarność begann, und die Westerplatte, wo die ersten Schüsse des Zweiten Weltkrieges fielen. Auf dem Gelände der Leninwerft wure im August 2014, 25 Jahre nach der friedlichen Revolution, das neue Europäische Solidarność-Zentrum eröffnet. Der spektakuläre Neubau erinnert mit seinen korrodierten Stahlplatten an einen Schiffsrumpf erinnert. Im Inneren beleuchtt eine multimediale Dauerausstellung in sechs Stationen den Untergang des Kommunismus in Polen und dem gesamten Ostblock. Das Zentrum dient gleichzeitig als Bildungs- und Begegnungszentrum. (www.ecs.org.pl) In unmittelbarer Nähe der Werft wird ein neues Museum gebaut, das an den Zweiten Weltkrieg erinnern soll.

Auf den Spuren von Günter Grass kann man sich durch den Stadtteil Wrzeszcz (Langfuhr) bewegen. Das Geburtshaus des Literatur-Nobelpreisträgers findet sich dort ebenso wie eine Skulptur für seinen Blechtrommler Oskar Matzerath. Dörflich wirkt der Vorort Oliwa (Oliva). Dort zieht die gotische Kathedrale die Besucher an. Ihre klanggewaltige Orgel wurde 1763-1788 von dem Zisterziensermönch Johann Wulf mit 7.876 Pfeifen gebaut.

Im Stadtteil Letnica (Lauenthal) entstand zur Fußball-Europameisterschaft EURO 2012 die neue PGE Arena Gdańsk. Sie fasst 44.000 Zuschauer. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte während der EM ihr Hauptquartier im vornehmen Hotel Dwór Oliwski das sich um einen historischen Landsitz am Rande von Oliwa gruppiert.(www.dworoliwski.com.pl)

www.gdansk.pl, www.gdansk4u.pl

 

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