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Die Hauptstadt der Woiwodschaft Podlaskie zählt rund 290.000 Einwohner und blickt auf eine etwa 400-jährige Geschichte zurück. Eng verbunden ist Białystok mit dem Namen Branicki. Das polnisch-litauische Adelsgeschlecht ließ hier ein barockes Schloss mit prachtvollem Park errichten.

Das unweit vom Marktplatz gelegene barocke Schloss der Familie Branicki ist die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Jan Klemens Branicki ließ 1691-1697 vom königlichen Hofarchitekten Tylman van Gameren einen Palast nach französischem Vorbild errichten. Beim Umbau durch Johann Heinrich Klemm und Johann Sigmund Deybel in den Jahren 1728-1758 erhielt das Gebäude sein heutiges Gesicht. Aufgrund seiner luxuriösen Gemächer, der reich verzierten Fassade und der weitläufigen Parkanlage wird das Schloss häufig das „Polnische Versailles“ genannt. Das Schloss beheimatet heute die Medizinische Fakultät der Universität Białystok und kann nach Anmeldung beim Portier besichtigt werden. Die den Palast umgebende mehrteilige Parkanlage zählt zu den schönsten Barockgärten Polens. Der nördliche und zugleich älteste Teil des Parks beheimatet die 1748 erbaute, älteste ständige Bühne Polens. (www.ogrodbranickich.bialystok.pl)

Am anderen Ende der Altstadt, am Plac Niepodległości, befindet sich die Kościół Świętego Rocha (Rochuskirche). Der Warschauer Architekt Oskar Sosnowski ließ dort ab 1927 eines der weltweit ersten sakralen Bauwerke des Modernismus als Symbol der wiedergewonnenen staatlichen Unabhängigkeit Polens entstehen. Die Arbeiten an dem achteckigen Gebäude wurden während der sowjetischen Besatzung nach 1939 eingestellt und erst 1946 beendet.

Am Fuße der Rochuskirche beginnt die ul. Lipowa. Seit dem 17. Jahrhundert markiert sie die zentrale Achse der Innenstadt und ist gleichzeitig die Hauptflaniermeile Białystoks. Noch heute zeugen die Bürgerhäuser und Stadtvillen vom Wohlstand ihrer einstigen Bewohner. Zu den schönsten Gebäuden der Stadt zählt die orthodoxe Kościół Św. Mikołaja (St. Nikolaus Kathedrale). Sie wurde 1843-1846 im neoklassizistischen Stil erbaut. Über dem Grundriss, der einem griechischen Kreuz nachempfunden ist, erhebt sich eine kunstvoll bemalte Kuppel. Ihre polychrome Malerei wurde 1910 vom russischen Maler Michail Anilov nach dem Vorbild der Fresken des Kiewer Wolodymir-Klosters geschaffen.

Der Rynek Kościuszki bildet mit dem alten Rathaus das Zentrum der Stadt. Die Biergärten rund um den Marktplatz sind im Sommer ein beliebter Treffpunkt. Das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert beherbergt heute das Muzeum Podlaskie, das Regionalmuseum von Podlasie. In einer ständigen Ausstellung sind Werke von bekannten Vertretern der polnischen Malerei und Plastik vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu sehen. Ergänzend organisiert das Museum ständig wechselnde Ausstellungen. (www.muzeum.bialystok.pl)

Am anderen Ende des Marktplatzes befindet sich die von 1617–1627 erbaute Kościół Farny (Pfarrkirche), das älteste Gebäude am Platz. Der Renaissancebau beherbergt das Grab des Stadtgründers Jan Klemens Branicki. Weil die Gemeinde Mitte des 19. Jahrhunderts mehr Platz benötigte, die russische Verwaltung aber einen Kirchenneubau untersagte, entstand die neogotische Katedra Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny (Maria-Himmelfahrt-Kathedrale) offiziell nur als Anbau. Tatsächlich überragt der dreischiffige Backsteinbau die alte Pfarrkirche um ein Vielfaches und ist heute Sitz des Erzbischofs von Bialystok.

In der ul. Warszawska 37 liegt der Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil der Sezession erbaute Palast der jüdischen Fabrikantenfamilie Cytron. Hier befindet sich das Muzeum Historyczny (Historische Museum). In der ul. Warszawska 19 entstand das Centrum Ludwika Zamenhofa (Ludwig-Zamenhof-Zentrum ). Es erinnert an den 1859 in Białystok geborenen Erfinder der Kunstsprache Esperanto und sieht sich als Zentrums des Dialogs der unterschiedlichen Kulturen und Religionen in der Region. (www.centrumzamenhofa.pl)

Im Vorort Osowicze zeigt das Freilichtmuseum Białostockie Muzeum Wsi die traditionelle Architektur der Woiwodschaft. Neben einer Bockwindmühle aus dem 19. Jahrhundert sind mehrere kleinere Landadelshöfe zu sehen. regelmäßig finden Vorführungen des traditionellen Handwerkes und bäuerlicher Lebensweisen statt.

Das größte orthodoxe Bauwerk Polens liegt etwa drei Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum: Die 55 Meter hohe Cerkiew Świętego Ducha (Heilig-Geist-Kirche) wurde 1999 vollendet. Sie vereint traditionelle und moderne Elemente und hat eine charakteristische Form mit fünf zwiebelförmigen Kuppeln. Die größte misst 23 Meter und trägt ein 7,5 Meter hohes Kreuz. Den Innenraum schmücken drei reich verzierte Altäre.

An der ul. Wschodnia, gut 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich der einzige erhaltene jüdische Friedhof der Stadt. Fast 5.000 teilweise reich verzierte Grabmale und Mausoleen aus Marmor, Granit und Sandstein sind größtenteils noch gut erhalten. Das 12,5 Hektar große Areal wurde von der jüdischen Gemeinde zwischen 1876 und 1969 genutzt.

www.bialystok.pl

 

 

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