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Die Altstadt von Warszawa (Warschau) wurde 1944 zu 85 Prozent zerstört. Nur zwei Gebäude blieben erhalten. Als der einzige wiederaufgebaute Ort dieser Größe auf der Welt gehört die Altstadt seit dem 2. September 1980 zum UNESCO-Welterbe.

Wer durch die schmalen Gassen der Stare Miasto (Altstadt) wandelt, kann sich kaum vorstellen, dass die Häuser nicht viel älter als ein halbes Jahrhundert sind. Sie wirken so, als stünden sie dort schon seit Jahrhunderten. Der Wiederaufbau des historischen Stadtzentrums mit dem Königsschloss sei „das Ergebnis des Willens der Bevölkerung und der Unterstützung der ganzen Nation“, heißt es in der Begründung der UNESCO zur Aufnahme in die Liste des Welterbes. Das historische Zentrum von Warschau sei „ein außergewöhnliches Beispiel für die umfassende Rekonstruktion einer Stadt, die bewusst und vollständig zerstört worden war.“

Die Anfänge der über dem Weichselufer gelegenen Warschauer Altstadt reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Sie wurde als eine herzogliche Burg und Siedlung gegründet und war von Mauern umgeben. Durch die vorteilhafte Lage auf der Handelsroute vom Schwarzen Meer zur Ostsee wurde die Stadt vor allem durch reiche Kaufleute bewohnt. Nachdem König Zygmunt III Waza (Sigismund III. Wasa) 1596 Warschau zur Hauptstadt Polens gemacht hatte, entwickelte sich die Infrastruktur rasch.

Viele Wohnhäuser rund um den Rynek Starego Miasta (Altstädtischer Markt) wurden im 18. Jahrhundert im barocken Stil umgebaut. Bernando Bellotto, Maler am polnischen Königshaus und besser bekannt unter seinem Künstlernamen Canaletto, hatte das Warschau des späten 18. Jahrhunderts in zahlreichen Gemälden festgehalten. Sie waren eine wichtige Grundlage für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Erste Sicherungsarbeiten begannen unmittelbar nach 1945, der Wiederaufbau der Altstadt war zu großen Teilen im Juli 1953 abgeschlossen. Die St.-Johannes-Kathedrale und andere Kirchen der Altstadt wurden später fertiggestellt. Im Jahre 1971 begann der Wiederaufbau des vollständig zerstörten Königsschlosses am Rande der Altstadt. Er wurde mit Spenden vieler Polen aus dem In- und Ausland unterstützt und fand 1988 seinen Abschluss.

Die in Teilen rekonstruierte mittelalterliche Stadtmauer umgibt die schachbrettartig angelegte Altstadt. Die 1548 nach Entwürfen von Giovanni Battista entstandene Barbakane bildet den markantesten Teil der Festungsanlage. Sie stellt gleichzeitig den Übergang zur später errichteten Nowe Miasto (Neustadt) dar.

Der im Zentrum der Altstadt liegende Marktplatz ist von pastellfarbenen Gebäuden umgeben, deren Fassaden im Stil des Barocks, der Renaissance oder des Klassizismus rekonstruiert wurden. Die Gebäude auf der Westseite sind miteinander verbunden und beherbergen das Muzeum Historyczne (Historische Museum), in dem man sich ein Bild von den Zerstörungen Warschaus machen kann. (www.mhw.pl) Die Freiluftcafés auf dem Marktplatz sind im Sommer ein beliebter Treffpunkt. Regelmäßig gibt es kulturelle Veranstaltungen wie die sommerlichen Jazzkonzerte unter freiem Himmel. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Brunnen mit dem Denkmal der Warschauer Meerjungfrau. Sie ist das Symbol der Stadt und soll sie mit Schild und Schwert vor Angriffen beschützen.

Zwischen Marktplatz und plac Zamkowy (Schlossplatz) erhebt sich die Katedra św. Jana (Johanneskathedrale). Sie wurde im 14. Jahrhundert im Stil der Gotik errichtet und verfügt über ein sehenswertes Sternengewölbe. Dort wurden einige der Könige Polens gekrönt. In ihren Krypten befinden sich die Gräber berühmter Persönlichkeiten. Zu ihnen gehören vier Fürsten von Masowien, der letzte König von Polen, Stanisław August Poniatowski, sowie Gabriel Narutowicz, der erste polnische Staatspräsident. Auch der polnische Literaturnobelpreisträger Henryk Sienkiewicz wurde dort beigesetzt.

Die Geschichte des Zamek Królewski (Königsschloss) reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Damals befand sich auf dem Schlossplatz die Burg der masowischen Herzöge, die später umgebaut und erweitert wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entstand die um einen fünfeckigen Innenhof gruppierte Anlage. In dem Gebäude wurde am 3. Mai 1791 die erste europäische Verfassung verabschiedet. Das wiederaufgebaute Königsschloss wird heute museal genutzt. Besichtigen kann man die prachtvollen Säle im Stil des 17. und 18. Jahrhunderts. Zu der wertvollen Sammlung gehören die Malereien von Canaletto, nach denen die Stadt wiederaufgebaut wurde. In dem Schloss finden auch große Wechselausstellungen und Konzerte statt. (www.zamek-krolewski.pl)

In der Mitte des Schlossplatzes erhebt sich seit 1633 die 22 Meter hohe Kolumna Zygmunta (Sigismundsäule). Sie erinnert an König Zygmunt III Waza, der die Hauptstadt Polens von Krakau nach Warschau verlegt hatte. Das Schwert in seiner rechten Hand steht symbolisch für seinen Mut. Das Kreuz in seiner linken Hand zeigt seine Bereitschaft, das Übel zu bekämpfen. Am Schlossplatz beginnt der Königsweg, der durch das Zentrum der Stadt zum Sommerpalast von Wilanów führt. (www.warsawtour.pl)

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