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Toruń (Thorn) entstand 1233 als Stadtgründung des Deutschen Ordens. Als einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Siedlungskomplexe in Nordeuropa wurde die Altstadt 1997 zum Welterbe der UNESCO ernannt.

Die ab 1233 erbaute Ordensritterburg bildet das Bindeglied zwischen der zeitgleich entstandenen Altstadt und der 1264 gegründeten Neustadt. Diese Kombination sei eine seltene Form einer mittelalterlichen Siedlung, heißt es in der Begründung der UNESCO für die Verleihung des Welterbe-Titels. Die Stadt habe in bemerkenswertem Umfang ihre frühere Straßenführung und die wichtigsten Bauwerke erhalten und liefere ein bedeutendes Quellenmaterial für die Entwicklung der Städte im mittelalterlichen Europa. Es sei ein „herausragendes Meisterwerk des menschlichen kreativen Geistes.“ Toruń habe mit seiner meisterhaften Architektur die Entwicklung anderer Städte im Ordensstaat sowie in weiteren Teilen Europas beeinflusst.

War Toruń vom Deutschen Orden zunächst als Basis für die weitere Kolonisierung des Ostens gedacht, entwickelte es sich rasch zu einem wichtigen Handelsplatz an der Weichsel. Der enorme Reichtum der Stadt spiegelt sich in den prachtvollen Bauwerken wider. Die Stadt wurde Mitglied der Hanse, die Kaufleute trotzten der Obrigkeit Privilegien wie die Zollfreiheit auf die dort gehandelten Waren ab. Im Jahr 1454 lehnten sich die Bürger der Alt- und Neustadt gemeinsam gegen den Orden auf, der nach seiner Niederlage in der Schlacht von Grunwald 1410 bereits geschwächt war. Sie zerstörten die Burg, die ihnen als Sinnbild der Herrschaft galt, und errichteten dort eine Müllkippe. Fragmente der Burg blieben bis heute erhalten. Dazu gehören Teile der Mauern, der Dansker, der einst durch einen hohen Arkadengang mit dem Hauptgebäude verbunden war, sowie Fundamente weiterer Gebäude. Auf dem Gelände der Burg fanden zwischen 1958 und 1996 archäologische Ausgrabungen statt. Die Reste der Anlage wurden dabei konserviert. Der nahe gelegene Junkerhof, einst Sommersitz der Bruderschaft des Heiligen Georg, wurde 1489 vermutlich aus Überresten der Ordensburg erbaut.

Das eindrucksvollste Bauwerk im Zentrum von Toruń ist das Altstädtische Rathaus. Schon im 13. Jahrhundert waren auf dem zentralen Platz der Altstadt die ersten Tuchhallen entstanden. Anstelle dieser Bauten entstand Ende des 14. Jahrhunderts ein einheitliches Gebäude auf rechteckigem Grundriss. Ursprünglich war es zweigeschossig und diente sowohl dem Handel als auch der Verwaltung. Der mächtige Turm stammt aus dem Jahr 1279. Das Rathaus wurde im 17. Jahrhundert aufgestockt und im Stil des Manierismus umgebaut. Das Gebäude diente später als Vorbild für das Rote Rathaus in Berlin.

Unweit des Rathauses erhebt sich die mächtige Marienkirche, ein dreischiffiges Gotteshaus mit einer Höhe von 27 Metern. Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts auf Basis einer kleineren Franziskanerkirche errichtet. Entsprechend der Regeln der Franziskaner wurde sie ohne Turm erbaut. Einige Wandmalereien stammen noch aus den Anfangszeiten des Gebäudes, das Innere des Gotteshauses wurde später im barocken Stil umgebaut. Sehenswert ist ein Epitaph der Familie Neisser aus dem Jahr 1594. Es zeigt das älteste Stadtpanorama von Thorn. Älteste Kirche der Stadt ist die St.-Johannes-Kathedrale, deren mächtiger Turm das Stadtpanorama prägt. Mit dem Bau wurde um 1260 begonnen. Doch erst im 15. Jahrhundert erhielt sie ihre heutige Gestalt einer dreischiffigen Hallenkirche mit einem imposanten Turm. In dem Turm schlägt die zweitgrößte Glocke Polens, genannt „Tuba Dei“ (Trompete Gottes). Sie wurde im Jahr 1500 gegossen und wiegt mehr als sieben Tonnen. Sehenswert im Inneren ist neben dem herrlichen Sternengewölbe ein gotisches Taufbecken, in dem vermutlich auch Nikolaus Kopernikus getauft wurde.

Der später weltberühmte Astronom wurde am 19. Februar 1473 in Thorn geboren. Als sein mögliches Geburtshaus kommt das Haus in der heutigen ul. Kopernika 17 infrage, das seiner Familie gehörte. In dem Haus und seinem Nachbargebäude befindet sich heute ein Museum mit Erinnerungen an Nikolaus Kopernikus und einer Ausstellung rund um die berühmten Thorner Pfefferkuchen.

Aus der Anfangsphase der Stadt stammen Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Kloster-, dem Brücken- und dem Seglertor sowie dem Schiefen Turm. Diese ehemalige Bastei hat sich aufgrund des instabilen Bodens im Lauf der Jahrhunderte stark geneigt. Aktuell beträgt die Abweichung vom Lot etwa 140 Zentimeter. Ursprünglich gab es auf dem Gebiet der Altstadt acht Stadttore und 33 Basteien. Das bedeutendste gotische Bauwerk der Neustadt ist die Jacobikirche, deren Bau im Jahre 1309 begann. Die dreischiffige Basilika ist heute im Inneren überwiegend im barocken Stil ausgestaltet. Einige Bürgerhäuser im Zentrum wurden ursprünglich ebenfalls im gotischen Stil errichtet. So entstand das Esken-Palais in der Mitte des 15. Jahrhunderts, wurde aber Ende des 16. Jahrhunderts im Stil des niederländischen Manierismus umgebaut. Auch die ältesten Speicher haben ihre Ursprünge schon im 14. und 15. Jahrhundert. (www.it.torun.pl)

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