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Der 1967 gegründete Słowiński Park Narodowy (Slowinzischer Nationalpark) ist eines von zwei Großschutzgebieten der im Norden des Landes gelegenen Woiwodschaft Pomorskie (Pommern). Mit einer Gesamtfläche von 327 Quadratkilometern ist er der drittgrößte polnische Nationalpark.

Die wertvolle Küstenlandschaft mit den größten Wanderdünen Mitteleuropas ist seit 1977 UNESCO-Biosphärenreservat. Aufgrund seiner herausragenden Bedeutung als Feuchtbiotop und Vogelreservat ist der Nationalpark zudem auf die Liste der Ramsar-Konvention gesetzt sowie als Natura 2000-Schutzgebiet ausgewiesen worden. Die direkt hinter der Küste gelegenen Seen sind ein wahres Paradies für Brutvögel und Brackwasserpflanzen. Die beiden größten Seen des Parks, der Jezioro Łebsko (Lebasee), sowie der Jezioro Gardno (Garder See) sind direkt mit dem Meer verbunden. Der Lebasee ist mit einer Fläche von rund 72 Quadratkilometern das drittgrößte polnische Binnengewässer.

Die einzigartige Landschaft aus Meeresküste, Strandseen, Moorgebieten und Flüssen schafft Lebensraum für insgesamt 270 Vogelarten. Von den 181 Arten, die im Bereich des Nationalparks ihre Brutzeit verbringen, stehen 176 unter strengem Artenschutz. Das markanteste Element des Nationalparks sind die zwischen Küstenseen und Ostsee gelegenen Wanderdünen. Wer im Hochsommer zwischen den bis über 40 Meter hohen Sandwällen auf der Łeba-Nehrung spazieren geht, wird schnell verstehen, warum diese Gegend auch die „Polnische Sahara“ genannt wird. Mitteleuropas flächenmäßig größte Wanderdünen bewegen sich pro Jahr etwa zwei bis zehn Meter in Richtung Osten, was sich auch auf die hiesige Flora und Fauna auswirkt.

Bis heute wurden insgesamt 911 Gefäßpflanzen-, 165 Moos-, 300 Algen-, 424 Pilz- sowie 225 Flechtenarten gezählt. Die parallel zur Küste verlaufenden, abgestuften Vegetationszonen sind im Slowinzischen Nationalpark besonders gut zu erkennen. So wachsen beispielsweise auf dem deutlich ausgeprägten Weißdünengürtel mit der Stranddistel und dem Duftenden Leinkraut zwei vom Aussterben bedrohte Arten. Auch zahlreiche der im Park vertretenen Säugetierarten sind in Polen massiv in ihrem Bestand gefährdet, wie etwa die Zweifarbfledermaus oder die Ostseerobbe und der Ostsee-Schweinswal.

Touristen stehen auf dem Gebiet des Slowinzischen Nationalparks zahlreiche Fuß- und Radwanderwege zur Verfügung. Mit zu den schönsten gehört der rund 35 Kilometer lange Küstenwanderweg vom Touristenzentrum Łeba (Leba) in den kleinen Ort Rowy (Rowe). Im Bereich einiger Seen können Angelsportler gegen eine Gebühr ihrem Hobby nachgehen. Eine besondere Attraktion stellt das im Nationalpark gelegene Museumsdorf in Kluki (Klucken) dar. Besucher können dort ein original erhaltenes slowinzisches Fischerdorf mit Fachwerkhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewundern.

Die Nationalparkverwaltung hat ihren Sitz in Smołdzino (Schmolsin), wo sie auch ein Naturkundemuseum betreibt. Vom 1. Mai bis zum 30. September ist der Eintritt in den Nationalpark kostenpflichtig.

www.slowinskipn.pl

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