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Der 1989 im äußersten Nordosten Polens gegründete Wigierski Park Narodowy (Nationalpark Wigry) ist eines von vier Großschutzgebieten der Woiwodschaft Podlachien (Podlaskie). Mit einer Gesamtfläche von knapp 150 Quadratkilometern gehört er zu den größeren polnischen Nationalparks.

Der Nationalpark liegt südlich des regionalen Zentrums Suwałki (Suwalken) Seit 2002 unterliegt er der Ramsar-Konvention und ist zudem seit 2004 ausgewiesenes Natura 2000-Schutzgebiet.

Den Großteil der Parkfläche machen mit über 62 Prozent die Wälder der nördlichen Puszcza Augustowska (Augustower Wald) aus. Zwar wurden sie seit Jahrhunderten wirtschaftlich genutzt, ihr ursprünglicher Charakter blieb jedoch bis heute weitestgehend erhalten. Ein eiszeitliches Überbleibsel sind die zahlreichen Seen, Flüsse und Fließe, die fast ein Fünftel des Nationalparks ausmachen. Das Schmuckstück der Seenlandschaft ist der rund 21 Quadratkilometer große und bis zu 73 Meter tiefe Wigry-See, der vor allem durch seine vielfältige Uferlinie mit vielen kleinen Buchten und Halbinseln besticht. Daneben gibt es zahlreiche weitere kleinere Seen und Fließgewässer. Das bekannteste unter ihnen, die Czarna Hańcza, ist eine der beliebtesten polnischen Kajakrouten.

Von hohem naturräumlichem Wert sind die wenigen Torfflächen des Nationalparks. Dort wachsen unter anderem so gefährdete Arten wie die Zwergbirke oder die Alpen-Rasenbinse, die zudem eiszeitliche Relikte darstellen. Insgesamt wurden im Nationalpark Wigry über 1.000 verschiedene Gefäßpflanzenarten gezählt, darunter zahlreiche besonders geschützte Feuchtbiotoppflanzen wie der Echte Seidelbast, der Türkenbund oder das Fleischfarbene Knabenkraut. Insgesamt wachsen 22 verschiedenen Orchideenarten im Park, von denen beispielsweise die Einknollige Honigorchis oder die Kapuzenorchis in Polen vom Aussterben bedroht sind.

Mit 206 Arten machen Vögel den größten Teil der Wirbeltiere des Nationalparks aus. Sie finden vor allem an den Gewässerrändern einen ausreichend geschützten Lebensraum. Ihr Brutgebiet haben dort unter anderem Rohrweihe, Schreiadler, Seeadler und Singschwan. Die Gewässer des Nationalparks dienen auch einigen der insgesamt 51 Säugetierarten als Lebensraum, wie etwa dem Biber oder der Wassermaus. Auch Füchse, Dachse und Wölfe sind im Nationalpark heimisch.

Eine Besonderheit des Parks ist das auf einer Halbinsel im Wigry-See gelegene ehemalige Kamaldulenserkloster. Die barocke Anlage gehört zu den schönsten sakralen Sehenswürdigkeiten in Polens Nordosten. Die einstigen Einsiedler-Häuschen werden heute als Fremdenzimmer vermietet. (www.wigry.pro) Die Nationalparkverwaltung hat ihren Sitz im Dorf Krzywe (Krzywen), wo sie auch ein naturkundliches Museum betreibt. Durch den Park führen insgesamt 245 Kilometer gut ausgeschilderte Fuß-, Fahrrad- und Pferdewanderwege. Der Wigry-See ist zudem ein beliebtes Segelrevier.

www.wigry.win.pl

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