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Der Ojcowski Park Narodowy (Nationalpark Ojców) ist mit 21 Quadratkilometern der kleinste der polnischen Nationalparks. Der 1956 gegründete Park ist eines von sechs Großschutzgebieten der Woiwodschaft Kleinpolen (Małopolska).

Rund 20 Kilometer nordwestlich der Kulturmetropole Kraków (Krakau) gelegen, umfasst er das Prądnik- sowie das Sąspówka-Tal im Süden des Jura Krakowsko-Częstochowskie (Krakau-Tschenstochauer Jura). Der Nationalpark ist seit 2004 ausgewiesenes Natura 2000-Schutzgebiet.

Die Landschaft im Nationalpark Ojców gliedert sich in zwei Geländeformen. Massiven Höhenrücken aus weißem und hellgrauem Kalkstein stehen Schluchten und Hohlwege gegenüber, die sich teilweise bis zu 100 Meter tief in das umliegende Gestein hineingeschnitten haben. Dieses als Verkarstung bekannte Phänomen ließ dort ebenso Inselberge und zahlreiche skurril erscheinende Felsformationen, wie auch verwunschen anmutende Höhlensysteme entstehen, die vor Urzeiten Neandertalern und Frühmenschen als Heimstatt dienten. Die beiden bekanntesten Höhlen, die Jaskinia Ciemna und die Jaskinia Łokietka, können während der Saison gegen ein geringes Entgelt besucht werden.

Die kühnen Felsformationen des Krakau-Tschenstochauer Hochlandes boten den Menschen seit Jahrhunderten Schutz. Im späten Mittelalter ließen die polnischen Könige auf hohen Felsvorsprüngen, Grenzfestungen erbauen. Teilweise gut erhalten, teilweise als Ruinen bilden sie heute die Stationen des Szlak Orlich Gniazd. Diese Touristenroute der Adlerhorste führt auch durch den Nationalpark. Neben Überresten ehemaliger Wehrbauten beeindrucken vor allem die Burgruine in Ojców sowie das Renaissanceschloss „Zamek w Pieskowej Skale“ mit seinem wunderschönen Arkadenhof und dem Schlossmuseum. Am Fuße des Schlosses sticht die Maczuga Herkulesa (Herkuleskeule) ins Auge, ein freistehender Felsen, der in seiner Form an die Keule eines Riesen erinnert. Weitere sehenswerte Naturfelsformationen sind die Igła Deotymy (Nadel der Diotima) sowie die Brama Krakowska (Krakauer Tor).

Mehr als zwei Drittel der Parkflächen machen Wälder aus, vor allem Buchen- und Buchenmischwälder. Insgesamt wurden im Ojcowski Park Narodowy rund 1.000 Gefäßpflanzenarten registriert, darunter so seltene wie die Weiche Flockenblume oder der Hirschzungenfarn. Auch die Tierwelt des Nationalparks ist vielfältig. Berühmt ist der Park vor allem für seine Fledermäuse. Von 21 in Polen bekannten Arten dieser geflügelten Säuger sind dort insgesamt 17 vertreten, die vor allem in den vielen Höhlen sicheren Unterschlupf finden. Von den 120 Vogelarten nutzen 94 den Park auch als Brutplatz. Dazu gehören beispielsweise der Schwarzstorch, der Eisvogel und das Wintergoldhähnchen.

Die Nationalparkverwaltung hat ihren Sitz in Ojców, wo sie auch ein Bildungszentrum sowie ein Naturkundemuseum betreibt. Den Park durchziehen Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 23 Kilometern. Der Eintritt in den Park ist kostenfrei, für die Besichtigung der Höhlen, der Schlösser sowie des Museums wird Eintritt verlangt.

www.ojcowskiparknarodowy.pl

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