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Im Jahr 1990 wurde inmitten der Puszcza Drawska (Drageheide) der Drawieński Park Narodowy (Drawa-Nationalpark) gegründet. Er befindet sich auf dem Gebiet der drei Woiwodschaften Zachodniopomorskie (Westpommern), Wielkopolska (Großpolen) und Lubuskie (Lebuser Land).

Charakteristisches Element der postglazialen Landschaft ist die Drawa (Drage), einer der vielfältigsten Flachlandflüsse Polens. Auf insgesamt gut 114 Quadratkilometern schützt der Nationalpark die Läufe des mal ruhig dahinfließenden, mal einem reißenden Gebirgsbach ähnelnden Gewässers und ihres Nebenflusses Płociczna (Plötzenfließ). Aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Vogelwelt wurden die Drageheide und somit auch der Nationalpark unter den Schutz des Natura 2000-Netzwerkes gestellt.

Während der letzten Eiszeit entstanden durch abschmelzendes Gletscherwasser weite Sanderflächen im Gebiet des Thorn-Eberswalder Urstromtales. Diese Sand- und Geröllfelder bieten der Drawa und ihrem Nebenfluss ein vielgestaltiges Flussbett. Teils tief in das Gelände eingeschnitten, mäandern sie durch enge Schluchten und entwickeln dabei streckenweise enorme Fließgeschwindigkeiten. Zu ihrem Einzugsgebiet auf dem Gelände des Nationalparks gehören auch 20 größere und kleinere Seen, die durch unterirdische Fließe miteinander verbunden sind.

Mit rund 80 Prozent machen Wälder den Großteil der Nationalparkfläche aus. Meist handelt es sich dabei um Kiefernforste, vereinzelt treten auch Buchen- sowie Hainbuchenwälder auf. Insgesamt wurden über 900 Gefäßpflanzenarten gezählt, darunter fast 150 Baum- und Straucharten. Besonders eindrucksvoll ist die Fisch- und Vogelwelt. Bislang wurden 39 Fisch- sowie zwei Neunaugenarten im Nationalpark beobachtet. Zu den in Polen und teilweise auch in ganz Europa gefährdeten Arten zählen unter anderem die Groppe, der Schneider sowie der Schlammpeitzger. Auch die Mehrheit der etwa 160 Vogelgattungen steht auf der Polnischen Liste der bedrohten Arten. Die wichtigsten Vogelreservate im Nationalpark bestehen rund um den Jezioro Ostrowieckie (Bahrenortsee) sowie um den Jezioro Sitno (Zietenfiersee). Dort können Besucher Schreiadler, Uhu, Raufußkauz und Gänsesäger in freier Wildbahn erleben. Unter den Säugern trifft man im Park vor allem Hirsche, Füchse und Fischotter an.

Der Nationalpark Drawa ist ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber und Aktivtouristen. Hobbyornithologen kommen dort ebenso auf ihre Kosten, wie Wassersportler, Angler und Wanderbegeisterte. Ein Kajakausflug auf der Drawa verspricht ein bleibendes Erlebnis. Der 41 Kilometer lange Flussabschnitt des Nationalparks ist gegen eine geringe Gebühr tagsüber in der Zeit vom 1. Juli bis 15. März befahrbar. An einem Teilabschnitt der Drawa sowie an einigen Seeufern besteht von Frühjahr bis Herbst gegen eine Gebühr die Möglichkeit, seine Angel nach Fischen auszuwerfen. Darüber hinaus bietet der Park rund 100 Kilometer gut ausgeschilderte Fuß-, Fahrrad- und Pferdewanderwege. Die Parkverwaltung hat ihren Sitz in Drawno (Neuwedell), wo sie auch ein Flussmuseum betreibt.

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