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Der Biebrzański Park Narodowy (Nationalpark Biebrza-Flusstal) ist einer von vier Nationalparks der Woiwodschaft Podlaskie (Podlachien) und mit gut 592 Quadratkilometern der größte in ganz Polen. Das 1993 eingerichtete Schutzgebiet umfasst nahezu den gesamten Flusslauf der Biebrza.

Mit ihren zahlreichen Verzweigungen und Altarmen bildet die Biebrza einen der besterhaltenen Torfmoorkomplexe in ganz Europa, der zahlreichen Vogelarten als Rückzugsgebiet dient. Aufgrund seiner einzigartigen Bedeutung als Feuchtgebiet wurde der Nationalpark 1995 in die Liste der Ramsar-Konvention aufgenommen. Seit 2004 gehört das Biebrza-Flusstal zu den Natura 2000-Schutzgebieten.

Rund 150 Kilometer der insgesamt 165 Kilometer langen Biebrza sind bis zur Mündung in den Narew als Nationalpark geschützt. Der in einem Tal stark mäandernde Fluss bildet dort die Biebrzasümpfe, eine einzigartige Landschaft aus Biebrza-Altarmen, Schwemmwiesen und Moorflächen. Am Mittellauf dehnt sich das Tal auf eine Breite von bis zu 20 Kilometern aus. Der Torfboden am Oberlauf erreicht teilweise eine Dicke von bis zu sechs Metern. Extensive Landwirtschaft und die jedes Jahr im Frühling wiederkehrenden Überschwemmungen haben ein einzigartiges Ökosystem erschaffen.

Rund ein Viertel der Parkfläche machen Wälder aus, der Großteil davon sind Sumpf- und Auwälder. Am häufigsten vertreten sind aber, typisch für feuchte Standorte, zahlreiche Süßgras- und Seggenarten. Im Park wurden über 900 verschiedene Gefäßpflanzenarten gezählt, von denen 45 auf der Polnischen Roten Liste stehen. Einzigartig ist die Vielfalt der Vogelarten, die in dieser Landschaft Zuflucht finden. Von den 271 beobachteten Arten nutzen 180 das Biebrzatal auch als Brutgebiet. Doppelschnepfe, Tüpfelsumpfhuhn, Schelladler und Wachtelkönig haben dort ihre größten Vorkommen in Mittel- und Westeuropa. Der Nationalpark ist zudem eine der wichtigsten Zwischenstationen für Zugvögel auf ihrem Weg von Afrika nach Nordeuropa.

Die Vogelwelt ist ein beliebtes Ziel für Wissenschaftler, Hobbyornithologen und Naturfotografen, die den Nationalpark auch bestens mit dem Kajak oder Stakboot erkunden können. Es gibt auch noch andere Tiere, die ihnen dort wie selbstverständlich vor die Linse laufen oder schwimmen. Neben Wölfen, Bibern und Ottern sind auch Elche dort heimisch. Mit rund 400 Exemplaren lebt Polens größte Gruppe dieser Hirschart in den Biebrza-Sümpfen.

Den Park durchzieht ein über 460 Kilometer langes Netz von Wanderwegen und Naturlehrpfaden. Auf etwa 200 Kilometern Länge kann man das Gebiet per Kajak erkunden. Unterwegs gibt es zahlreiche Biwakplätze. Der Eintritt in den Nationalpark ist kostenpflichtig. Für Besuche auf den Land- und Wasserwegen gelten jeweils andere Preise. Gruppen über sieben Personen sind verpflichtet, die Dienste der mehrsprachigen Touristenführer in Anspruch zu nehmen. Die Nationalparkverwaltung betreibt im Dorf Osowiec-Twierdza ein Bildungszentrum mit ständigen und wechselnden Ausstellungen.

www.biebrza.org.pl

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