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Der 1959 gegründete Kampinoski Park Narodowy (Kampinos-Nationalpark) beginnt unmittelbar vor den Toren der polnischen Hauptstadt Warszawa (Warschau). Mit einer Gesamtfläche von 385 Quadratkilometern ist er Polens zweitgrößter Nationalpark. Er liegt inmitten der Puszcza Kampinoska (Kampinos-Heide) und schützt eine einzigartige, späteiszeitliche Binnendünenlandschaft.

Im Jahr 2000 wurde der Park in die Liste der UNESCO-Biosphärenreservate aufgenommen, seit 2004 ist er zudem Natura 2000-Schutzgebiet. Der zwischen Wisła (Weichsel) und Bzura im Warschau-Berliner Urstromtal gelegene Nationalpark ist die „grüne Lunge“ der Hauptstadt. Seine ungewöhnliche, von Niedermooren durchzogene Hügellandschaft in der sonst flachen Region verdankt er dem abfließenden Gletscherwasser der letzten Eiszeit. Dieses schuf dort über die Jahrtausende mit Hilfe des Windes zahlreiche Sandhügel. Am weitesten verbreitet sind Parabel- und Transversaldünen, die in zwei Hauptdünensträngen angeordnet die Landschaft des Parks dominieren. Diese haben ein Ausmaß von rund anderthalb Kilometern Breite und bis zu fünf Kilometern Länge. Die mächtigsten Dünen erreichen eine Höhe von gut 30 Metern.

Zwischen den Hügelketten ziehen sich zahlreiche Kanäle, Fließe und sumpfige Altarme der Weichsel hin. Dominierendes Element der hiesigen Pflanzenwelt sind Wälder, die rund 71 Prozent der Fläche ausmachen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Mischwälder. Insgesamt wurden bisher etwa 1.370 Gefäßpflanzenarten im Nationalpark gezählt, von denen 74 unter strengem Naturschutz stehen. Die Zahl der registrierten Tierarten liegt bei etwa 3.000, Schätzungen gehen aber von einer Gesamtzahl von über 16.000 aus. Unter den Wirbeltieren sind die Vögel mit 180 Arten am häufigsten vertreten. Von den 52 Säugetierarten wurden der Elch, der Biber und der Luchs erst im 20. Jahrhundert dort wieder neu ausgewildert.

Die Kampinos-Heide war in der Vergangenheit mehrfach Schauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen. So fanden dort während des Januaraufstandes von 1863 mehrere Gefechte zwischen den polnischen Aufständischen und den zaristischen Truppen statt. An diese Zeit erinnern heute unter anderem noch mehrere Bäume, an denen die überlebenden Aufständischen aufgehängt worden sein sollen. Ein weiteres dunkles Kapitel markiert die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges. Zunächst kämpften in den Hügeln und Sümpfen reguläre polnische Truppen gegen die Wehrmacht, später dann die Angehörigen der Untergrundarmeen. An die vielen Tausend dort von den deutschen Besatzern Ermordeten, erinnert der Friedhof von Palmira im nördlichen Teil des Nationalparks.

Rund eine Million Touristen besuchen den Kampinos-Nationalpark jährlich. Ihnen stehen dort rund 360 Kilometer gut ausgeschilderter Wanderwege zur Verfügung. Ein Teil davon dient gleichzeitig als Radwandertrasse. Die Nationalparkverwaltung hat ihren Sitz im Dorf Izabelin, wo sie auch ein Naturkundemuseum betreibt.

www.kampinoski-pn.gov.pl

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