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Der 1950 gegründete Świętokrzyski Park Narodowy (Heiligkreuz-Nationalpark) ist das einzige Großschutzgebiet der gleichnamigen Woiwodschaft Świętokrzyskie. Mit einer Fläche von rund 76 Quadratkilometern gehört er zu den eher kleineren polnischen Nationalparks.

Der Nationalpark schützt den zentralen Teil des Heiligkreuzgebirges, eines der ältesten Mittelgebirge Europas. Dort befinden sich mit der 612 Meter hohen Łysica und der 595 Meter hohen Łysa Góra auch die höchsten Gipfel. Der Name Heiligkreuz rührt ursprünglich vom Kloster zum Heiligen Kreuz her, das sich auf der Łysa Góra befindet. In der Abtei aus dem 12. Jahrhundert werden Reliquien aufbewahrt, die vom Holz stammen sollen, an dem Jesus gekreuzigt wurde.

Die sanfte Berglandschaft des Heiligkreuzgebirges entstand vor rund 450 Millionen Jahren und fasziniert heute vor allem durch zahlreiche alte Gesteinsschichten. Das niedrige Gebirge zeichnet sich durch ein vergleichsweise raues Klima aus, das eher dem in höheren Lagen entspricht und Auswirkungen auf Fauna und Flora hat. Den größten Anteil an der Parkfläche haben mit 95 Prozent Wälder. Sie werden immer wieder von kleineren und größeren Geröllfeldern unterbrochen, die vor allem seltenen Moosen einen geeigneten Lebensraum bieten. Insgesamt wurden im Heiligkreuz-Nationalpark 729 Baumdenkmäler gezählt. Die meisten davon sind Buchen mit einem Umfang von teilweise mehr als fünf Metern und Lärchen, deren stattlichstes Exemplar einen Umfang von 4,95 Metern besitzt. Ein besonderes Schutzvorhaben des Nationalparks widmet sich der Wiederherstellung der einst großen Eibenbestände, die vor allem durch den Möbelbau stark dezimiert wurden. So konnte die Zahl dieser Nadelbäume in den vergangenen 50 Jahren von einigen Dutzend auf rund 1.000 Exemplare gesteigert werden.

Magische Kräfte wurden seit jeher dem Heiligkreuzgebirge zugesprochen. So befand sich auf dem Łysa Góra schon zu altslawischen Zeiten eine wichtige Kultstätte, deren Überreste man auch heute noch bewundern kann. Im Volksglauben hält sich die Legende, dass es sich bei dem Berg um einen Platz für Hexenversammlungen handelt. Im Zeichen der Hexe finden jedes Jahr zahlreiche größere und kleinere Veranstaltungen in der Heiligkreuz-Woiwodschaft statt, wie etwa der Sabat Czarownic, der Hexensabbat in der rund 30 Kilometer westlich gelegenen Woiwodschaftshauptstadt Kielce.

Jahrtausendealter menschlicher Kultur ist das Rennofen-Festival „Dymarki Świętokrzyskie“ gewidmet. Der bunte Jahrmarkt findet jedes Jahr in Nowa Słupia statt, einem unmittelbar an den Nationalpark und den Łysa Góra angrenzenden Dorf. Die bis zu zweitausend Jahre alten Rennöfen kann man im Museum für antikes Hüttenwesen bewundern.

Wanderfreunden steht im Nationalpark ein gut ausgebautes Netz an Fuß-, Rad- und Pferdewanderwegen zur Verfügung. Die Nationalparkverwaltung hat ihren Sitz in der sehenswerten Kleinstadt Bodzentyn. In einem der Klosterflügel auf der Łysa Góra betreibt sie zudem ein naturkundliches Museum. Die Nutzung der Wanderwege ist kostenpflichtig.

www.swietokrzyskipn.org.pl

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