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Der 1957 gegründete Wielkopolski Park Narodowy (Großpolnischer Nationalpark) ist eines von zwei Großschutzgebieten der Woiwodschaft Wielkopolska (Großpolen). Mit einer Fläche von rund 76 Quadratkilometern gehört er zu den kleineren polnischen Nationalparks.

Der Nationalpark liegt rund 15 Kilometer südlich der Messestadt Poznań (Posen) und schützt den wertvollsten Teil der eiszeitlich geprägten Pojezierze Poznańskie (Posener Seenplatte) westlich der Warta (Warthe) bei Mosina (Moschin). Charakteristisches Element der Moränenlandschaft sind die Gewässerrinnen, in denen mehrere malerische Seen liegen. Höchste Erhebung im Nationalpark ist der 131 Meter hohe Osowa Góra. Interessant sind die sogenannten Oser. Die unregelmäßigen Wälle entstanden einst durch unterirdisch abfließende Gletscherwasser. Auf dem Gelände des Nationalparks befindet sich ein Teil des mit 37 Kilometern längsten polnischen Osers.

Ein eiszeitliches Relikt sind auch die zahlreichen Findlinge des Nationalparks. Der größte von ihnen wurde 1966 gefunden. Heute ist der 20 Tonnen schwere und mit einem Umfang von 10,5 Metern ausgestattete Głaz Leśników (Försterfels) als Naturdenkmal zu bewundern. Der Großteil der Parkflächen ist von Wäldern bestanden. Meist handelt es sich dabei um Kiefern-Eichen-Mischwälder oder reine Kiefernwälder. Insgesamt wurden rund 1.120 Gefäßpflanzen-, 148 Moos-, 150 Flechten-, 500 Algen- sowie 800 Pilzarten gezählt. Zu den interessanten Pflanzen zählen der in Polen unter Artenschutz stehende Elsbeerbaum, der Großblütige Fingerhut sowie das in Wielkopolska seltene Moosglöckchen.

Die wald- und wasserreiche Landschaft des Großpolnischen Nationalparks bietet zahlreichen Tierarten ein Zuhause. Besonders interessant ist die Welt der Insekten. Bisher wurden über 3.000 Arten gezählt, darunter auch vom Aussterben bedrohte, wie der Hirschkäfer und der Große Eichenbock. Die Zahl der Vogelarten des Nationalparks liegt bei etwa 220. Dazu gehören auch die in Polen unter Artenschutz stehenden Schwarzmilane und Rohrweihen. Die Bandbreite der über 40 Säugetierarten reicht von den winzigen Spitzmäusen über Marder und Dachse bis hin zu Rehen und Hirschen.

Auf Touristen wartet im Bereich des Großpolnischen Nationalparks ein Wanderwegenetz mit einer Gesamtlänge von 85 Kilometern. Der größte der elf Seen, der Jezioro Łódzko-Dymaczewskie (Lodz-Demantschewoer See) ist für den Angelsport freigegeben und zudem ein beliebtes Badeziel. Die Nationalparkverwaltung hat ihren Sitz in Jeziory (Seeberg) am Ufer des Jezioro Góreckie (Gurka-See), wo sie auch ein Bildungszentrum und ein naturkundliches Museum betreibt. Ihr palastartiges Verwaltungsgebäude wurde während des Zweiten Weltkrieges für Arthur Greiser, den nationalsozialistischen Gauleiter des damals als „Reichsgau Wartheland“ annektierten Großpolens erbaut. Am Ufer des Jezioro Góreckie befindet sich die malerische Ruine des Schlosses der polnischen Adligen Klaudyna Potocka.

www.wielkopolskipn.pl

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