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Das Netz an öffentlichen Ladestationen wächst stark


Der Markt für Elektromobilität in Polen boomt. War die Infrastruktur vor zwei Jahren im europäischen Vergleich noch extrem schwach, so gibt es heute landesweit ein stattliches Angebot an Ladesäulen. Dies ermöglicht es auch ausländischen Gästen, „elektrisch“ durch Polen zu reisen. Stark gestiegen ist in Polen die Zahl der Fahrzeuge mit E-Antrieb, die im öffentlichen Nahverkehr sowie bei Firmenflotten und Kommunen eingesetzt werden. Die Tendenz im Privatsektor zeigt ebenfalls nach oben. Möglich machen es ein neues Gesetz zur Förderung der E-Mobilität und mehrere bereits laufende Großförderprogramme.

War es 2017 noch sehr schwierig, mit einem Elektroauto gen Osten zu reisen, so wurde seitdem das Netz an E-Ladesäulen entlang der wichtigsten Fernverkehrsstraßen sowie in den mittleren und Großstädten sehr viel dichter. Das zeigt ein Blick auf die kostenfreie Karte von plugshare.com, auf der die Ladesäulen markiert sind.  Schnellladestationen sind derzeit noch deutlich in der Minderzahl. Doch zahlreiche Unternehmen, wie die Tankstellenkette Orlen, die Energieerzeuger Tauron und PGE oder der E-Ladesäulen-Hersteller Greenway Polska, haben für 2019 und 2020 die Ausweitung ihres Angebotes um mehr als 400 Turboladesäulen im ganzen Land angekündigt. Zusätzlich sollen auch mehr als 6.000 Standardladepunkte hinzukommen. Ziel ist, dass der Abstand zwischen zwei Ladesäulen im neuen Jahrzehnt nicht mehr als 80 Kilometer beträgt.

Ladesäulen gehören mittlerweile auch zur Standardausstattung von mehreren Hotels der gehobenen Preisklassen. Zudem bieten Autowerkstätten und Tankstellen oftmals Lademöglichkeiten. Hier ist allerdings darauf zu achten, ob das Angebot nur für einen begrenzten Kundenkreis zugänglich ist. Auch sind die angebotenen Ladestärken unterschiedlich und die Stecker nicht einheitlich. Da nicht alle Ladestationen über mehrere Stecker verfügen, sollten Reisende ein Ladekabel bei sich führen, das als Adapter zwischen Auto- und Ladesäulenverbindung fungieren kann. Für das Laden an normalen Säulen verlangt zum Beispiel Greenway von registrierten Nutzern 1,19 Złoty und an Schnellladesäulen 1,89 Złoty pro Kilowattstunde. Das ist günstiger als in vielen anderen Ländern Europas.

Auch wer nicht mit dem eigenen Pkw anreist, kann auf attraktive Angebote im Bereich der E-Mobilität zurückgreifen. So stehen Touristen und Geschäftsreisenden seit November 2017 in Wrocław (Breslau) knallbunte Elektroautos des städtischen Carsharing-Systems Vozilla zur Verfügung. Neben 190 Limousinen vom Typ Nissan Leaf gehören dazu auch zehn Vans. Die Miete erfolgt über das eigene Smartphone, pro Fahrminute wird ein Złoty abgerechnet (ca. 23 Cent). Das System kommt an. In den ersten zwölf Monaten fuhren über 50.000 Nutzer insgesamt mehr als zwei Millionen Kilometer mit den Elektroflitzern.

An den Erfolg von Vozilla knüpfen andere Anbieter an. So hat das Unternehmen traficar.pl in sieben Großstädten und zwei Metropolregionen erfolgreiche Carsharing-Angebote mit Elektroautos gestartet, darunter Warszawa (Warschau), Kraków (Krakau) und Poznań (Posen) sowie die Oberschlesische Metropolregion mit Katowice (Kattowitz) und die Dreistadt mit Gdańsk (Danzig). Zum Einsatz kommen Fahrzeuge vom Typ Renault Zoe und ZhiDou D2S. In einigen Orten können Nutzer sogar Kleintransporter mit Elektroantrieb entleihen. Auch zur Flotte des in Warszawa (Warschau) ansässigen privaten Carsharing-Anbieters 4Mobility gehören Fahrzeuge mit Elektroantrieb.
Infos zu den Verleihangeboten unter www.vozilla.pl und www.traficar.pl

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