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Etwa 55 Kilometer südlich von Wrocław (Breslau) liegt Przerzeczyn-Zdrój. Das ehemalige Bad Dirsdorf zählt zu den kleinsten Kurorten des Landes. Przerzeczyn-Zdrój gehört zur Gemeinde Niemcza (Nimptsch) und liegt malerisch im Sudetenvorland am Fuße der Góry Sowie (Eulengebirge).

Erstmals erwähnt wurde der in der Woiwodschaft Dolny Śląsk (Niederschlesien) gelegene Ort Przerzeczyn im 13. Jahrhundert. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts begannen sich die damaligen Besitzer des kleinen Dorfes, die Familie von Pfeil, für die Nutzung der örtlichen Schwefelquelle zu interessieren. Die anderen beiden Heilquellen wurden in den folgenden Jahren entdeckt. Im 19. Jahrhundert entstanden erste Bädereinrichtungen wie beispielsweise das „Bade-Haus” von 1825 oder das neue Kurhaus aus den 1840er Jahren. Einen Einschnitt in der Geschichte des Kurbetriebes stellte der Zweite Weltkrieg dar. Der Bäderbetrieb wurde aber bereits 1946 wieder aufgenommen und in der Folgezeit stetig ausgebaut.

Heute können Kurgäste und Urlauber die Hotel- und Gesundheitsdienstleistungen der vier zum privaten Kurunternehmen gehörenden Sanatorien nutzen. Ihnen stehen hier insgesamt 200 Betten zur Verfügung. Der Aufenthalt empfiehlt sich vor allem für Personen, die an Erkrankungen des Bewegungsapparates, der oberen Atemwege oder der Nerven sowie an Osteoporose oder Rheuma leiden. Die Behandlungen basieren in erster Linie auf der Nutzung des schwach radonhaltigen Wassers der Mineralquellen, die jeweils eine hohe Sättigung an Schwefel und Magnesium sowie an Magnesium und Calcium aufweisen. Neben den wassergestützten Heilformen kommen auch Physio-, Kinesio- und Kryotherapie sowie die Behandlung mit Heilschlamm zur Anwendung. Das Sanatorium „Forsycja“ (Forsythie) verfügt über eines der modernsten Therapiebecken für mobilitätseingeschränkte Personen in der Woiwodschaft. (www.pczim.pl)

Der aus dem frühen 19. Jahrhundert stammende Kurpark lädt mit seinen Alleen zum täglichen Spaziergang ein. Der hiesige Gesundheitspfad steht allen Besuchern offen. Ein Wanderweg führt von Przerzeczyn-Zdrój zum etwa fünf Kilometer entfernten Wojsławice (Woislawitz), wo 1880 das Arboretum der Breslauer Universität angelegt wurde. Die heutige Filiale des Botanischen Gartens von Wrocław ist vor allem für ihre prachtvollen Rhododendren und Azaleen bekannt.

Ein beliebtes Ausflugsziel in der Umgebung ist das etwa 12 Kilometer südlich gelegene Ząbkowice Śląskie (Frankenstein) mit seiner wunderschönen historischen Altstadt und dem Schiefen Turm. Im nahe gelegenen Eulengebirge, bekannt durch Gerhart Hauptmanns Drama „Die Weber“, gibt es zahlreiche Wanderwege und einige kleinere Skipisten. Weitere Ausflugsziele in der näheren Umgebung sind der sagenumwobene Berg Ślęża (Zobten), auf dessen Spitze es eine Bergbaude gibt, sowie die Stadt Świdnica (Schweidnitz) mit der als Welterbe der UNESCO geschützten Friedenskirche. In Złoty Stok (Reichenstein) an der Grenze zu Tschechien gibt es eine historische Goldmine und ein Museum des Goldbergbaus. (www.um.niemcza.pl)

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