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Je nach Zählweise gelten zwischen drei und fünf Millionen Menschen in Polen als behindert. Viele Maßnahmen dienen dem Ziel, ihnen eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Auch ausländische Touristen profitieren davon, dass Polen zunehmend barrierefrei wird.


Entwicklung barrierefreier Angebote

Wie in anderen Ländern der Europäischen Union gelten auch in Polen die Bestimmungen, dass bei öffentlichen Gebäuden auf barrierefreie Zugänge zu achten ist. Bei den Neubauten öffentlicher Gebäude gehören barrierefreie Zugänge, für Rollstuhlfahrer geeignete Aufzüge, behindertengerechte Toiletten oder Markierungen für Sehbehinderte zum Standard. Das betrifft nicht nur Verwaltungsgebäude, sondern gleichermaßen Museen und Konzertsäle, Bahnhöfe oder Flughäfen. Die wichtigsten Flughäfen des Landes wurden erst in den vergangenen Jahren umfangreich erneuert und erweitert, so dass man hier auch auf die Bedürfnisse von Behinderten Rücksicht nehmen konnte. Einige wichtige Bahnhöfe wurden bei Um- oder Neubauten ebenfalls behindertengerecht gestaltet.

Auch die neuen Stadien, die zur Fußball-Europameisterschaft erbaut wurden, sind so gestaltet, dass Menschen mit Rollstuhl einen leichten Zugang haben und die Spiele gut verfolgen können. So verfügt das neue Stadion in Wrocław über 104 Plätze für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitpersonen. Es gibt hier behindertengerechte Toiletten, einen barrierefreien Zugang zu den Parkplätzen und einen Cateringbereich, der mit Rollstuhl gut erreichbar ist. Ebenso vorhanden sind spezielle Plätze für Menschen mit Hör- und Sehbehinderungen. Über ähnliche Angebote verfügen auch die EM-Stadien in Gdańsk (Danzig), Poznań (Posen) und Warszawa (Warschau) sowie andere moderne Sportarenen.

Bestehende Gebäude barrierefrei umzubauen oder in den Städten die Bordsteine so abzusenken, dass Gehwege auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar sind, ist dagegen auch in Polen eine sehr viel langwierigere Aufgabe. Schritt für Schritt werden hier Verbesserungen erzielt, dennoch gibt es immer noch viel zu tun. Neue Niederflurbusse- und bahnen ermöglichen einen guten Zugang für Menschen mit Gehbehinderung. Solche modernen Fahrzeuge dominieren zunehmend den öffentlichen Verkehr in den größeren Städten. Dennoch gibt es gerade in kleineren Städten und auf dem Land noch viele ältere Busse und Bahnen, die von Menschen mit Gehbehinderungen nur schwer nutzbar sind. Hier bleiben als Alternative nur behindertengerechte Kleinbusse oder Taxen, die extra angefordert werden müssen.

Wegen der Schwierigkeiten, die es im innerstädtischen Transport oder bei Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch das Land noch geben kann, empfiehlt sich für Gehbehinderte das eigene Auto zur Reise nach Polen.

Auch beim Neubau von Hotels ist vorgeschrieben, dass diese über behindertengerechte Zimmer und einen barrierefreien Zugang verfügen müssen. Da fast die Hälfte der polnischen Hotels erst in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind, gibt es inzwischen in allen Landesteilen eine große Auswahl an behindertengerechten Unterkünften.


Übersicht über barrierefreie Angebote für Touristen

Schon seit einigen Jahren bemüht man sich in Polen darum, das touristische Angebot für behinderte Gäste aus dem In- und Ausland zu verbessern. Mit Hilfe eines EU-Programms entwickelte die Polnische Gesellschaft für Tourismus und Landeskunde (PTTK) vor wenigen Jahren eine Internet-Datenbank mit umfangreichen Informationen zu touristischen Einrichtungen, die für Menschen mit Behinderung nutzbar sind.

Die Website existiert auch in einer englischsprachigen Version. Hier kann man landesweit, in einzelnen Woiwodschaften oder Städten nach Angeboten suchen, die für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte oder für Sehbehinderte und Blinde nutzbar sind. Auch geeignete Unterkünfte, Restaurants, Touristeninformationen, Transportmöglichkeiten sowie kulturelle, sportliche oder Unterhaltungsangebote lassen sich einfach finden. Darüber hinaus werden eine ganze Reihe von touristischen Routen, die für Menschen mit Behinderung geeignet sind, auf der Website beschrieben. (www.turystykadlawszystkich.pl)


Reiseangebote für Menschen mit Behinderung

Einige Behinderteneinrichtungen sowie spezialisierte Reiseveranstalter in Deutschland organisieren Reisen für behinderte Menschen nach Polen. Darüber hinaus gibt es auch in Polen Reisebüros und Reiseveranstalter, die auf die Bedürfnisse von Reisenden mit Behinderungen ausgerichtet sind. Der Reiseveranstalter Accessible Poland Tours gehört als erstes polnisches Mitglied dem europaweiten Netzwerk für behindertengerechten Tourismus ENAT an.

Accessible Poland Tours widmet sich Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, die Polen erleben möchten. Dazu gehören Gehbehinderte, Gehörlose oder Blinde sowie Personen, die aus anderen Gründen besonderer Hilfe bedürfen. Das Reisebüro bietet eine Betreuung für individuelle Reisende, kleine oder größere Gruppen an. Der Service umfasst unter anderem Transporte vom Flughafen oder Bahnhof zum Hotel, die Organisation von Ausflügen mit Fremdenführer, die Vermittlung von geeigneten Unterkünften oder den Verleih von Reha-Geräten. Das Unternehmen ist vor allem in Warszawa (Warschau) und Umgebung tätig, organisiert auf Wunsch aber auch Aufenthalte in anderen Regionen Polens.

Angeboten werden beispielsweise mehrstündige thematische Stadtführungen in Warschau, die auf die Bedürfnisse von Behinderten ausgerichtet sind, oder ein Ausflug von Warschau zu dem als Nationalpark geschützten Białowieski-Nationalpark. Weitere Informationen auch in deutscher Sprache unter www.accessibletour.pl

Die Stadt Szczecin (Stettin), in den vergangenen Jahren bereits mehrfach für ihr Engagement zugunsten von Behinderten ausgezeichnet, hat einen umfangreichen Reiseführer für Menschen mit Behinderungen herausgegeben. Er ist auch in deutscher Sprache verfügbar. Bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten finden sich detaillierte Informationen über die Erreichbarkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Broschüre kann im Internet kostenlos heruntergeladen werden: http://www.szczecin.eu/sites/default/files/niemiecki_przewodnik_0.pdf

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