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Ende Juni beginnen in ganz Polen die zweimonatigen Schulferien. In den Städten wird es dann ruhiger, dafür tobt in den Urlaubsregionen das Leben. Ende August kehrt dort wieder Ruhe ein. Der Glanz der Natur entfaltet sich dann umso mehr.

Der Sommer in Polen ist sehr attraktiv und vielfältig. Egal wohin man fährt, hier wird die Urlaubszeit zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die drei großen Gebirgszüge im Süden, die Sudety (Sudeten), Karpaty (Karpaten) und Góry Świętokrzyskie (Heiligkreuzgebirge) mit vielen kleineren Gebirgsmassiven laden zu ausgiebigen Wanderungen ein, der Norden lockt mit herrlichen Sonnenbädern am Ostseestrand. Im Westen erwarten Touristen interessante Städte und im Osten unberührte Naturgebiete.

Kurz nach der Sommersonnenwende flechten Mädchen und junge Frauen Kränze, um diese in der Nacht vom 23. auf dem 24 Juni in fließende oder stehende Gewässer zu werfen. Die Kränze werden von jungen Männern aus dem Wasser herausgezogen und so die Liebespaare bestimmt. Ein schöner Brauch, den man auch heute noch am Johannistag erleben kann, vor allem in der Kaschubei. Auch an der Grenze zu Deutschland, zum Beispiel in Trzebież (Ziegenort), wird diese Tradition gepflegt. Von dort driften die Kränze in das Stettiner Haff.

Die Pracht der Natur kann man in allen 23 Nationalparks und den über 120 Landschaftsschutzparks gerade im Sommer sehr gut erleben. Die Wälder vieler Nationalparks bringen etwas Abkühlung, die Begegnung mit seltenen Tieren lässt hingegen die Herzen höher schlagen. Wahrzeichen der Tatra ist die Gams, für den Kampinos-Nationalpark steht der Elch und für den Nationalpark Białowieża das Wisent. Touristen, die im Urlaub unberührte Natur erleben möchten, sind in der Woiwodschaft Lubelskie mit ihren 17 Landschaftsschutzparks genau richtig. Der kleinste, der Kozłowiecki-Landschaftsschutzpark bei Lublin, hat eine Fläche von etwa 4.000 Hektar. 90 Prozent des Parks bestehen aus Wäldern. Unweit davon, in Kozłówka, befindet sich das Schloss der Familie Zamoyski, heute ein Museum. (www.muzeumzamoyskich.pl)

Der Landschaftsschutzpark „Lasy Janowskie”, mit über 39.000 Hektar der größte im Lubliner Land, liegt teilweise in der Woiwodschaft Podkarpackie (Karpatenvorland) und ist für seine Konik-Zucht bekannt. Diese ursprüngliche polnische Pferderasse lebt auch im Roztocze-Nationalpark. (www.roztoczanskipn.pl) Inmitten dieser herrlichen Natur liegen zahlreiche sehenswerte Städte, wie Zwierzyniec, Kazimierz Dolny, Lublin oder die herrliche Renaissance-Stadt Zamość, die zum UNESCO-Welterbe gehört. (www.lubelskie.pl)

Angenehme Abkühlung und den Genuss reizvoller Landschaften bieten die Fahrten mit polnischen Schmalspurbahnen. Die längste Waldeisenbahn verkehrt im Nationalpark Wigry. (www.augustowska.pl) Aus dem „Ciuchcia-Expres Ponidzie“ in der Woiwodschaft Świętokrzyskie (Heiligkreuz) kann man die Sumpflandschaft des Nida-Tals bewundern und über die mit rund einem Kilometer längste Schmalspurbahnbrücke Polens fahren. (www.ciuchcia.eu) Die Küstenschmalspurbahn von Gryfice (Greifenberg) nach Pogorzelica (Fischerkaten) führt Urlauber unter anderen zu den spektakulären Kliffen in der Nähe von Rewal (Rewahl). (www.kolejwaskotorowa.wrewalu.com)

Den Sommerurlaub verbindet man vor allem mit Badespaß, entweder im frischen Wasser der Ostsee oder an einem der unzähligen Seen. Zahlreiche Seebäder bieten hervorragende Urlaubsbedingungen mit weißen, feinkörnigen Stränden, wie zum Beispiel in Międzyzdroje (Misdroy). Andernorts locken spektakuläre Kliffs, wie etwa in Jastrzębia Góra (Habichtsberg). Vielerorts locken Hotels und Pensionen mit erholsamen Spa- und Kurangeboten. Die gesunde, mit Jod versetzte Luft gibt es gratis obendrauf. Zu den bekanntesten Seebädern gehören Świnoujście (Swinemünde), Kołobrzeg (Kolberg) und Ustka (Stolpmünde). Die Putziger Bucht bei Hel (Hela) ist bei Kite- und Windsurfern sehr beliebt. Das Wasser ist dort relativ flach und warm. Die Winde sind mäßig und die Wellen relativ niedrig, so dass sich auch Anfänger sicher fühlen können. Die Unterwasserwelt der Danziger Bucht ist bei Wracktauchern sehr beliebt. Allein in der Nähe von Hel warten etwa sechs interessante Objekte darauf, erkundet zu werden. (www.zatokapucka.pl) Zu den attraktivsten Sommerzielen zählt Mazury (Masuren). Dorthin reisen vor allem Segler und Kajakfahrer, da sich die herrliche Natur der 3.000 Seen und vielen kleinen Inseln am besten vom Wasser aus bewundern lässt. (www.mazury.com) Zu den bekanntesten Erholungszentren gehört Mikołajki (Nikolaiken). In Mrągowo (Sensburg) befindet sich die bekannteste Westerncity Polens – Mrongoville. In Mrągowo findet auch das Internationale Piknik Country statt, ein Festival der Country Musik. (www.festiwalpiknikcountry.pl)

Immer beliebter wird der Urlaub auf dem Bauernhof. Das unmittelbare Naturerlebnis gewinnt vor allem unter jungen Familien an Bedeutung. Die Woiwodschaft Małopolskie (Kleinpolen) bietet ein ganz auf diese Zielgruppe zugeschnittenes Angebot „Małopolska Wieś dla Dzieci” (www.agroturystyka.wrotamalopolski.pl) Die sommerlichen Waldspaziergänge verbindet man in Polen mit dem Sammeln von verschiedenen Früchten. Diese Walderdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Preiselbeeren oder Brombeeren sind deutlich aromatischer als die aus dem Garten oder den Plantagen und deswegen als Basis für Gelees und Konfitüre hervorragend geeignet. Mancherorts kann man die Leckereien schon vor Ort einkochen. Falls notwendig, steht die Hausherrin mit Rat und Tat zur Seite.

Viele kleine und große Städte Polens organisieren im Sommer Veranstaltungen für Urlauber und Einwohner. Zu den bekanntesten gehört der Dominikanermarkt in Gdańsk (Danzig). Viele kulturelle Veranstaltungen und zahlreiche Verkaufsstände beherrschen die Stadt drei Wochen lang im August, und das seit über 750 Jahren. (www.jarmarkdominikanski.pl) Für zwei Wochen nehmen Studenten die Stadt Świnoujście in Besitz. Bereits seit fast 50 Jahren findet dort das Festival FAMA mit den begabtesten Nachwuchskünstlern aus Polen und Europa statt. (www.fama.org.pl)

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