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„Der goldene polnische Herbst ist gekommen“. Diesen Spruch hört man jedes Jahr in den polnischen Medien. Kein Wunder, der Herbst ist in Polen immer etwas Besonderes. Die Stimmung in den Wäldern, angenehmen Sonnenstrahlen und die ausgelassene Atmosphäre in den kleinen Erholungsorten, die bald wieder in den Winterschlaf fallen, sind unvergesslich.

Wenn Zielona Góra (Grünberg) Anfang September das größte Weinfest Polens feiert, weiß man, dass der Herbst unmittelbar vor der Tür steht. Dieses Fest ist die Belohnung für die harte Arbeit auf den Weinbergen. Der Höhepunkt dieser Veranstaltung ist der Weinleseumzug mit einer spektakulären Parade. (www.winobranie.zgora.pl)

Der Herbst in Polen ist verbunden mit vielen kulturellen Veranstaltungen. Das Festival Wratislavia Cantans gehört zu den Musikveranstaltungen der Superlative. Diese Festspiele der klassischen Musik finden in Wrocław (Breslau) und anderen Städten in Niederschlesien statt. (www.wratislavia.art.pl) In Warszawa (Warschau) wird das Festival für zeitgenössische Musik veranstaltet – der „Warschauer Herbst“. Zu Zeiten des Kalten Krieges bot er eine Bühne, auf der Musik aus dem Ostblock und dem Westen einander begegnen konnten. Bis heute ist das prestigeträchtige Festival von großer Bedeutung. (www.warszawska-jesien.art.pl)

Mit ihren prächtigen Farbspielen verzaubern die polnischen Wälder ihre Besucher, so zum Beispiel in den Bieszczady, wo die anfänglich gelben, dann roten und braunen Buchenwälder im Kontrast zu grünen Fichtenwäldern stehen. Besonders schöne Fotomotive bieten die Bergwiesen Caryńska und Wetlińska sowie Bukowe Berdo. Auch andere Gebirgsketten sind voller Farben und enttäuschen Naturliebhaber und -fotografen nicht. Polnische Wälder sind im September und Oktober auch voll von verschiedenen Pilzsorten. Pilze sammeln ist in Polen eine Art Volks- und Familiensport. Die Herbstspaziergänge werden mit der gemeinschaftlichen Pilzsuche verbunden. In dieser Zeit werden die schmackhaften Hüte körbeweise am Straßenrand oder auf den Wochenmärkten verkauft. Nicht nur in den Pilzparadiesen, wie der Tucheler Heide, der Puszcza Solska, den Bieszczady, den Beskiden, Masuren oder in der Kaschubei findet man Steinpilze, Maronenröhrlinge, Birkenpilze und Pfifferlinge zuhauf. (www.grzyby.pl) Unerfahrene Pilzsammler bekommen Hilfe in der staatlichen Gesundheitsbehörde SANEPID. Experten überprüfen hier auf Wunsch kostenlos das gesammelte Gut. (www.gis.gov.pl)

Mit dem Herbst beginnt langsam auch die Zeit der Thermen- und Saunagänge. Nicht weit vom Schloss Uniejow, einem der wertvollsten Denkmäler des Lodscher Landes, befindet sich einer der zahlreichen Thermalkurorte des Landes – 1.500 Quadratmeter gesunder Spaß für Klein und Groß werden im kalten oder warmen, salzigen oder Süßwasser geboten. Dort kann man im Sauna- und Wellnessbereich, auf der Sonnenwiese oder im Solarium entspannen. Nach einem Saunagang empfiehlt sich ein Aufenthalt in einer Schneekammer. (www.termyuniejow.pl) Der Inbegriff einer Wellnessoase ist das Hotel SPA Dr. Irena Eris Wzgórza Dylewskie in der Woiwodschaft Warmińsko-Mazurskie (Ermland-Masuren). Die himmlische Ruhe Westmasurens und die Behandlungen mit Luxuskosmetika der polnischen Firma Dr. Irena Eris runden dieses Angebot ab. (www.drirenaerisspa.pl)

Der Herbst ist auch die beste Zeit für eine Städtereise. Zahlreiche botanische Gärten und Stadtparks leuchten in bunten Farben und laden zu gemütlichen Spaziergängen im sanften Sonnenlicht ein. Einen Aufenthalt in der polnischen Hauptstadt sollte man mit einem Besuch im Łazienki-Park verbinden. Die Anlage ist 76 Hektar groß und in drei unterschiedliche Bereiche unterteilt, den Königlichen Garten, den Belvedere-Garten und den Modernistischen Garten. (www.lazienki-krolewskie.pl) Nicht nur die großen Städte, wie Gdańsk (Danzig), Poznań (Posen), Kraków (Krakau) und Wrocław (Breslau) schmücken sich mit ihren botanischen Gärten und den besonders bunten Arboreten. Auch die Parks und die Flaniermeilen zahlreicher Kurorte verzaubern den Besucher mit ihrer herbstlichen Farbenpracht. Städtereisen verbindet man oft mit einem Museumsbesuch. Eines der ältesten Museen in Polen ist das Czartoryski-Museum in Kraków mit dem bekannten Bild der „Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci. Auch die weiteren sieben Nationalmuseen sind, einschließlich dem ältesten, dem 1862 gegründeten Warschauer Nationalmuseum, ein Besuch wert. (www.mnw.art.pl) In einem der bekanntesten niederschlesischen Kurorte, in Kudowa Zdrój (Bad Kudowa) befindet sich ein untypisches Museum – ein Museum der Frösche. Dort findet man über 3.000 Exponate aus fast 20 Ländern und sechs Kontinenten. Neben „echten“ Amphibien finden sich dort auch zahlreiche Spielfrösche. (www.pngs.com.pl/muzeum.html)

Falls es doch ungemütlich und regnerisch sein sollte, bieten viele Cafés und Restaurants mit gehobener und bürgerlicher polnischer Küche eine Rückzugsmöglichkeit an. 2001 eröffnete das erste Restaurant der Kette „Leśne Runo“ (Unterholz des Waldes). Sie konkurrieren preislich mit Fast-Food-Ketten, bieten aber solide polnische Küche mit Produkten aus dem Wald. Dort kann man das Forstwirtsmenü – Schweinegulasch mit Pilzen – essen sowie einen Birkensaft trinken und mit dem Waldleckerbissen, Piroggen mit Quarkfüllung, Pfannkuchen mit Quark, Himbeeren und Schlagsahne, zum Dessert das Menü abrunden. (www.lesneruno.pl)

Der Herbst ist auch die Zeit der Nachdenklichkeit. Zu Allerseelen, am 1. November, werden die Gräber besonders gepflegt und mit Kränzen geschmückt. Am Abend liegt über ganz Polen eine geheimnisvolle Stimmung. Über den Friedhöfen steigen Rauchwolken auf, die von Tausenden Kerzen und Lichtern stammen. An diese Atmosphäre knüpfen die Allerseelen-Jazztage in Kraków an, die seit den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts stattfinden. Die besten Musiker kommen jedes Jahr hierher und präsentieren Jazz vom Feinsten. Auch andere polnische Städte haben sich ein Beispiel an Kraków genommen. Unter anderem finden in Poznań seit 2002 die regionalen Allerseelen-Jazztage statt. (www.zaduszkijazzowe.pl)

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