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Dem Frühling in Polen kann man gleich mehrmals begegnen. Er kommt von Westen und zieht langsam Richtung Osten. Wer dem Frühling folgt, landet irgendwann in den Beskiden oder in der Tatra. Es ist eine Fahrt voller frischer Farben, die sich lohnt.

Wer dem Frühling auf die Spur kommen will, der sollte seine Suche in Niederschlesien beginnen. Da die Tage noch relativ kurz sind und es manchmal noch kalt sein kann, bietet sich nach einem ausgiebigen Spaziergang ein Abstecher in die niederschlesischen Paläste, Herrenhäuser und Schlösser an. Auch in ihren herrlichen Parkanlagen begleitet einen der Frühling auf Schritt und Tritt. In der Region um Jelenia Góra (Hirschberg) befinden sich zahlreiche restaurierte Schlösser, in denen man sich fürstlich erholen kann, zum Beispiel in Łomnica (Lomnitz), Wojanów (Schildau) oder Staniszów (Stonsdorf. (www.dolinapalacow.pl)

Auch in den Städten wird der Frühling zum prächtigen Farberlebnis. Ab Anfang April laden der Japanische und Botanische Garten in die Woiwodschaftsstadt Wrocław (Breslau) zum Besuch ein. Dann sprießen die ersten Schneeglöckchen und Krokusse, die ersten Bäume schlagen aus. In Niederschlesiens Süden erwachen Riesengebirge und Sudeten aus ihrem langen Winterschlaf. Während die Berggipfel noch schneebedeckt sind, werden die Wiesen langsam grün, und erste Blumen kommen zum Vorschein. (www.dolnyslask.info.pl)

Die Woiwodschaft Lubuskie (Lebuser Land) ist zur Hälfte von Wäldern bedeckt, drei große Flüsse und über 500 Seen bestimmen die Landschaft. So fällt auch dort die Suche nach dem Frühling nicht schwer. Die ersten Zugvögel kommen zurück. Wer den Frühling im Lebuser Land aus der Vogelperspektive erleben möchte, sollte nach Przylep fahren. Vom dortigen Flugplatz starten Segelflugzeuge und beginnen Ballonfahrten über die imposante Landschaft. (www.azl.pl)

Der Nadwarciański Park Krajobrazowy (Landschaftsschutzpark Warthe) in der Woiwodschaft Wielkopolskie (Großpolen) ist ebenfalls eine Frühlingsreise wert. Im Park bekommt man Zugvögel wie Schellente und Gänsesäger sowie Brutvögel wie den Kiebitz zu sehen. In Rogalin, etwa 20 Kilometer südlich von Poznań (Posen), erwachen im Schlosspark die Eichen „Lech“, „Czech“ und „Rus“ zum Leben. Selbst der kleinste dieser Baumriesen, Lech, hat einen Stammumfang von über sechs Metern. (www.mnp.art.pl)

Die fast unberührte Natur des in der südostpolnischen Woiwodschaft Lubelskie (Lubliner Land) gelegenen Höhenzugs Roztocze erblüht etwas später, dafür aber umso intensiver. Die Region mit ihren sanften Hügeln eignet sich besonders gut für erste Fahrradausflüge. Fast das ganze Gebiet befindet sich unter Naturschutz. Den Roztoczański Park Narodowy (Nationalpark Roztocze) ergänzen vier Landschaftsschutzparks, zahlreiche Naturschutzgebiete und Naturdenkmale. Im Refugium Florianka genießen die Koniki Polskie (Polnische Konik-Pferde) die ersten Sommerstrahlen und das frische Gras. (www.roztocze.net.pl)

Noch später kommt der Frühling nach Mazury (Masuren), Podlasie (Podlasien) oder in die kälteste Ecke Polens, die Region um Suwałki (Suwalken). Wenn in den frühsten Morgenstunden die Vogelwelt zum Leben erwacht, dann werden Fahrten über den Narew oder die Biebrza nicht nur für Ornithologen zum atemberaubenden Erlebnis. Hunderttausende von Gänsen, Enten, Schwänen sowie die lautstarken Kraniche finden dort jedes Jahr ebenso ein Zuhause, wie zahlreiche seltene Vogelarten. Ihren Namen hat die Biebrza übrigens wahrscheinlich vom Biber, der sich dort seit Jahrhunderten heimisch fühlt. (www.turystyka.wrotapodlasia.pl)

Wer den Frühling in den Bergen und gleichzeitig am Wasser erleben möchte, sollte nach Kaszuby (Kaschubien) fahren. Die Natur ist dort sehr vielfältig und abwechslungsreich. Mehrere Hundert Seen, zahlreiche Flüsse und die Kaschubische Schweiz mit der 331 Meter hohen Wieżyca (Turmberg) prägen das Bild dieser Region. Der Frühling ist die Zeit für altpolnische Bräuche. Am Tag des kalendarischen Frühlingsanfangs, dem 21. März, verabschiedet man den Winter. Am „Tag der Schwänzer“ geht niemand zur Schule. Groß und Klein werfen einem alten Ritual folgend eine brennende Marzanna in ein fließendes Gewässer. Die selbst gebastelten Strohpuppen stehen für die altslawische Winter- und Totengöttin, mit deren Verbrennung man symbolisch vom Winter Abschied nimmt. Unmittelbar mit dem Frühling verbunden ist auch der „Śmigus Dyngus“. In ganz Polen wird der Tag auch „begossener Ostermontag“ genannt. Das gegenseitige Bespritzen mit Wasser hat Symbolcharakter und steht für die Säuberung im Frühling vom Winterstaub und von Krankheiten. Während des „grünen Dyngus“ werden in der Kaschubei und anderen polnischen Regionen Mädchen und junge Frauen mit grünen Wacholder-, manchmal auch Birkenzweigen gepeitscht. Mit „pisanki“, bunt bemalten Ostereiern, können sie sich auslösen. (www.kaszuby.info.pl)

Obwohl die Ostsee noch deutlich zu kalt für einen ausgelassenen Badeurlaub ist, kann sich ein Aufenthalt im Frühling besonders gut auf die allgemeine Gesundheit auswirken. Die Badeorte erwachen aus ihrem Winterschlaf. Gerade im Frühling ist die Luft am reichhaltigsten mit Jod versetzt. In dieser Zeit ist die Ostsee auch am stürmischsten. Von den Spaziergängen entlang der Küste können Urlauber mit Händen voller Bernstein nach Hause kommen. (www.pomorskie.eu)

In den Beskiden und der Tatra bleibt der Schnee manchmal bis in den kalendarischen Sommer hinein liegen. Dort kommt der Frühling erst dann, wenn das ganze übrige Land schon in voller Blüte steht. Langsam kommen auf den Bergwiesen die Sumpfdotterblumen zum Vorschein. Ein untrügliches Zeichen, dass der Frühling in der Tatra angekommen ist, sind die Felder voller Krokusse im Chochołowska- oder Kościeliska-Tal. Der Frühjahrsputz wird etwa 20 Kilometer von Zakopane im Dorf Chochołów sehr ernst genommen. In dem lebendigen Freilichtmuseum stehen dicht aneinandergereihte Holzhäuser. Manche von ihnen sind fast 200 Jahre alt. Dank des alljährlichen Waschens im Frühling behält das Holz seine helle Farbe, ist sehr gut erhalten und bleibt gegen Insekten geschützt. (www.tatry.info.pl)

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