A
A
A
1 EUR = 4,2 PLN

NEWSLETTER

 
Fachwerkmauer einer Friedenskirche

Vom 11. bis 16. Dezember 2001 traf sich das Weltkulturerbekomitee der UNESCO zu seiner 25. ordentlichen Sitzung in Helsinki. Polen schlug vor, die zwei verbliebenen schlesischen Friedenskirchen zum Weltkulturerbe zu erklären. Im Dezember 2001 wurden sie in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen. Die Friedenskirchen in Schweidnitz/Swidnica und Jauer/Jawor sind die größten sakralen Fachwerkbauten in Europa.
  Das Besondere an den Kirchen ist vor Allem die Entstehungsgeschichte, die musterhaft ausgeführte Fachwerkkonstruktion sowie die prachtvolle Ausschmückung des Innenraumes mit Polychromien. Es lohnt sich, die Gotteshäuser auch wegen der berühmten Orgelkonzerte zu besuchen. Die Kirchen sind weiterhin im Besitz der heutzutage sehr kleinen Lutherischen Gemeinden der beiden Städte.
    Die religiösen Auseinandersetzungen des 17. Jahrhunderts endeten in Schlesien mit dem Westfälischen Frieden vom Jahre 1648. Zu den unter Druck von Seiten Schwedens ausgehandelten Konzessionen für Schlesiens Evangelen gehörte die Bewilligung, drei Kirchloen zu errichten. Die Genehmigung des österreichischen Kaisers Ferdinand wurde für die Städte Glogau (Glogów), Schweidnitz (Swidnica) und Jauer (Jawor) erteilt. Lediglich die Kirche von Glogau blieb nicht erhalten: Sie brannte 1758 ab.
    Alle zuvor den Evangelen gehörenden Kirchen wurden an die Katholiken übergeben. Damit die Evangelen keine Prunkbauten errichten und ja keine Wehrkirche entsteht, stellten die Behörden gewisse Forderungen an die Kirchen: Nur Holz und Lehm, vergängliche Materialien also, durften dazu verwendet werden. Der Bauplatz musste außerhalb der Stadt liegen, kein Turm durfte auf ihn hinweisen, kein Glockengeläut zum Gottesdienst laden. Es wurde auch angenommen, dass die verarmten Gemeinden die Bauwerke aus eigenen Mitteln errichten. Erst die Altranstädter Konvention von 1707 brachte die Erlaubnis, Türme und Glocken hinzuzufügen. Dabei war die Zahl der gestatteten Kirchen, gemessen an der Anzahl der lokalen Evangelen, äußerst gering.



Copyright © 2012 POT branding_UE