Die polnische Landschaft
Die Landschaft Polens von Nord nach Süd kann in drei parallel liegende Abschnitte geteilt werden.
Im Norden erstrecken sich der Küstenstreifen und die Seenplatten mit den beiden größten Seengebieten, der Pommerschen und Masurischen Seenplatte. Die polnische Ostseeküste kennzeichnen herrlich breite Sandstrände, imposante Wanderdünen, strandnahe Seen, Landzungen, Flüsse, Inseln und weite Wälder. Das Ufer ist meist flach, es gibt aber auch Abschnitte mit hohen Kliffs. Die naturkundlich wertvollsten Abschnitte stehen in den beiden Nationalparks Woliński und Słowiński unter Schutz.
Die malerischen Seenplatten sind geprägt von einer nacheiszeitlichen Landschaft mit sanften Hügeln (der höchste misst über 300 m ü.d.M.), sehr vielen klaren Seen (die imposantesten im Land der Großen Masurischen Seen), Flüssen, Kanälen und ausgedehnten Wäldern.
Den Mittelteil Polens nimmt das Tiefland ein. Die flächenmäßig größten Gebiete entfallen auf das Tiefland von Śląsk (Schlesien), Wielkopolska (Großpolen) und Mazowsze (Masowien). Dieses Gebiet macht einen Großteil Polens aus. Das Landschaftsbild bestimmen Ackerland und Wiesen, weite Flusstäler und Senken. Anzutreffen sind aber ebenfalls Hochebenen, Moränenwälle, Seen, Sumpflandschaften und geschlossene Waldgebiete, die landläufig als Urwälder (puszcza) bezeichnet werden. Die kostbarsten befinden sich in den Nationalparks Puszcza Białowieska und Puszcza Kampinoska.
Südpolen hingegen hat ein vollkommen anderes Landschaftsbild vorzuweisen. In den nördlichen Abschnitten dominieren noch Hochebenen. Nach Süden schließen sich die Mittel- und Hochgebirge der Sudeten und Karpaten an.
Jede Hochebene verfügt über eine eigene, unverwechselbare Landschaft. Die Schlesische Hochebene ist geprägt durch Ballungsgebiete mit Bergbau- und Schwerindustrie. Die Krakau-Tschenstochauer Hochebene besteht aus bizarren Kalkstein-Formationen, malerischen Tälern und Karst-Schluchten, geheimnisvollen Höhlen und Felstoren. Die Hochebene von Kielce bis Sandomierz bringt man vor allem mit dem Świętokrzyskie-Gebirge in Verbindung, einem der ältesten Gebirge Europas (etwa 600 m ü.d.M.), das durch seine charakteristischen Geröllhalden bekannt ist. Die Hochebene von Sandomierz und die leicht hügelige Lubliner Hochebene durchschneiden Lößschluchten und Flusstäler.
Bei den Sudeten handelt es sich um ein altes Mittelgebirge, das durch Kessel in mehrere Abschnitte geteilt ist. Zu den größten gehören der Hirschberger Kessel (Kotlina Jeleniogórska) und der Glatzer Kessel (Kotlina Kłodzka). Der höchste Gebirgszug der Sudeten ist das Riesengebirge (Karkonosze). Seinen langen, flachen Kamm beherrscht die Schneekoppe (Śnieżka), mit 1.602 m der höchste Berg dort. Kennzeichnend für das Riesengebirge sind die unzähligen bizarren Felsformationen sowie nacheiszeitliche Täler mit Gebirgsseen und Wasserfällen.
Bei den Karpaten handelt es sich um ein verhältnismäßig junges Gebirge, das bei der alpinen Faltung entstanden ist. Vorherrschend sind die als Beskiden bekannten sanften Höhenzüge, die gekennzeichnet sind durch gewellte Erhebungen unterschiedlicher Höhe (Gipfel von 900 bis 1.700 m ü.d.M.), dichte Wälder und zahlreiche Flusstäler. Vollkommen anders präsentiert sich das Pieniny-Gebirge, ein kleiner zerklüfteter Kalkstein-Gebirgszug mit dem wunderschönen Dunajec-Flussdurchbruch. Den höchsten Abschnitt der Karpaten bildet die Tatra, das einzige alpine Gebirge in Polen. Höchster Gipfel ist der Rysy mit 2.499 m. Wie es sich für ein Hochgebirge gehört, wartet es auf mit spitzen Zacken, Almen, nacheiszeitlichen Tälern und Kesseln, die oft von Seen in Beschlag genommen sind sowie Schluchten, Wasserfällen und Höhlen. Die Tatra zeichnet sich ferner durch eine vielfältige Flora und Fauna aus.

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