Die Altstadt von Zamosc (47.000 Einwohner) wurde von der Kulturorganisation der Vereinten Nationen (Unesco) als Weltkulturerbe eingestuft. Sie wurde zwischen 1580 und 1640 im Stil der italienischen Spätrenaissance erbaut. Wie eine riesige, Stein gewordene Theaterkulisse wirkt der Große Markt (Rynek Wielki) mit den reich verzierten und bunten Bürgerhäusern. Berühmt ist Zamosc für sein Rathaus, dessen ausladende Freitreppe oft zum Schauplatz für Theater- und Konzertvorführungen wird.
Entstanden ist die Stadt planmäßig, auf dem Reißbrett, als Mustersiedlung: Großkanzler Jan Zamoyski, Ende des 16. Jahrhunderts führender polnischer Staatsmann unter dem König Stefan Batory, wollte auf seinen Ländereien eine ideale Stadt errichten lassen. Sie sollte Handels- und Wissenschaftszentrum, zugleich aber auch Festung am Schnittpunkt wichtiger Handelswege (Salz und Bernstein) sein. Ab 1580 ließ Zamoyski, der in Paris, Stuttgart und Padua studiert hatte, seine Vison Wirklichkeit werden. Die Handschrift des von ihm beauftragten italienischen Architekten Bernardo Morando ist noch heute bestimmend für das Flair von Zamosc.
Beim Besuch eines der vielen Cafés auf dem viereckigen Marktplatz oder beim Rundgang durch die unzähligen Arkaden mit Geschäften und Galerien fühlt man sich unweigerlich an eine italienische Piazza erinnert. Die schönsten Fassaden sind an der Nordseite zu finden, wo sich in der Gründungszeit armenische Handwerker und Kaufleute niederließen. Im „Haus zum Engel" am Marktplatz ist heute das Stadtmuseum untergebracht. Nur wenige Schritte entfernt steht das Geburtshaus von Rosa Luxemburg in der ul. Staszica 37.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind vom Marktplatz aus leicht und schnell zu erreichen. Noch immer beeindrucken die Reste der massiven Befestigungsanlagen, die vielen Belagerungen standhielten. Die Erinnerung an die schrecklichste Seite in der Geschichte von Zamosc – den deutschen Besatzungsterror – wird in der Rotunde wach gehalten. In dem ehemaligen Zeughaus und Munitionsdepot ermordeten die Nazis über 8000 Menschen. Aus der Stadt und ihrer Umgebung wurden zehntausende polnische Kinder und Erwachsene deportiert; die meisten der über 10000 Juden aus Zamosc starben im Vernichtungslager Belcec.
Bekannt ist Zamosc auch als Jazzstadt. Regelmäßige Festivals finden im April, Oktober und Dezember statt.
Touristeninformation in Zamosc:
ul. Rynek Wielki 13, Tel. 0 84/6 39 22 92, www.zamosc.pl
Zamojskie-Musueum, ul. Ormianska 30, Tel. 084-638 64 94

Polnisches
Fremdenverkehrsamt
Kurfürstendamm 71,
10709 Berlin,
Tel. 030/21 00 92-0,
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