Czestochowa/Tschenstochau (260.000 Einwohner) ist das religiöse Zentrum Polens. Ziel der Pilgerströme ist das Bildnis der Schwarzen Madonna im Paulinerkloster auf dem Berg Jasna Gora.
Das Kloster war 1382 von dem Piastenfürsten Wladyslaw gegründet worden. Er stiftete zwei Jahre später auch ein Bildnis der Muttergottes mit Kind. Der Legende nach soll es der Heilige Lucas 13 Jahre nach Christi Tod gemalt haben. Schon bald wurden dem Bild wundersame Kräfte nachgesagt. Der Kraft des Bildes wird es zugeschrieben, dass Mönche und polnische Soldaten das Kloster im Jahre 1655 gegen angreifende Schweden über 40 Tage erfolgreich verteidigen konnten. Nach dieser wunderbare Rettung des Klosters gelang es den Polen schließlich, die schwedischen Besatzer aus ihrem Land zu vertreiben. Seitdem war das Kloster mit dem Bildnis der Schwarzen Madonna ein Nationalheiligtum.
Die ersten Gebäude wurden im 15. Jahrhundert errichtet, die heutige Form des Klosters stammt weitgehend aus dem 17. Jahrhundert. Schon von weitem sichtbar ist der 106 Meter hohe Turm. 519 Stufen führen zur Spitze, von wo sich ein herrlicher Rundblick bietet. Der Eingang zum Kloster erfolgt durch eines der vier Tore in der Befestigungsanlage. Das berühmte Bildnis befindet sich im Hauptaltar der Kapelle der Muttergottes von Czestochowa.
Im Rittersaal des Klosters finden heute Ausstellungen statt, in der Schatzkammer werden wertvolle Schmuckstücke und liturgische Geräte aufbewahrt. In der ehemaligen Druckerei entstand zum 600. Jahrestag der Klostergründung ein Museum, das unter anderem Bilder zur Geschichte des Klosters und zum Marienkult zeigt. Die größten Prozessionen finden am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt statt. Insgesamt wird das Kloster jährlich von weit mehr als einer Million Menschen besucht.
In der näheren Umgebung der Stadt lohnt ein Ausflug in die Krakau-Tschenstochauer Hocheben zur Route der Adlerhorste. Im 14. Jahrhundert ließ König Kazimierz III. Wielki hier eine Reihe von Burgen gegen bauen und nutzte die Hochebene als Schutzwall gegen die Böhmen. Die Ruinen zeugen heute noch von ihrer einstigen Größe. Wie Nester thronen sie auf den Kalksteinfelsen, daher der Name Adlerhorste. Die zwei bekanntesten Burgruinen befinden sich in Olszyn und in Ogrodzieniec, südöstlich von Czestochowa. Die 30 km breite Hochebene zieht sich bis in die Woiwodschaft Malopolska/Kleinpolen und ist ein beliebtes Gebiet für Kletterfreunde.
Adressen:
Touristeninformation in Czestochowa: Al. Najswietrzej Marii Panny 65, Tel. 0 34/3 68 22 50, www.czestochowa.um.gov.pl
Informationsstelle des Paulinerklosters, ul. Kordeckiego 2, Tel. 034-365 38 88, www.jasnagora.pl
Philharmonie, ul. Wilsona 1, Tel. 034-324 42 30
Museum im Paulinerkloster, ul. Kordeckiego 2, Tel. 034-365 66 88
Stadtmuseum, Al. Najswietrzej Marii Panny 45 a, Tel. 034-360 56 31

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