In Polen herrschen gute Wintersportbedingungen für Abfahrten, Langlauf oder Snowboarding. Die Skisaison beginnt meist im Dezember und dauert in manchen Gegenden sogar bis April. Die besten Bedingungen für Skifahrer herrschen jedoch von Januar bis März. Überall in den Haupt-Ferienorten gibt es eine gute Infrastruktur mit Liften, Verleihstationen und Skischulen.
Abfahrtslauf und Snowboarding
Die höchst gelegenen Gelände für Skiabfahrtslauf und Snowboard befinden sich in der Tatra unweit von Zakopane. Zur Spitze des 1.987 m hohen Kasprowy Wierch fährt eine Gondelbahn. Dort beginnt die höchstgelegene und mit 6 km längste Abfahrtsstrecke Polens. Insgesamt gibt es in diesem Gebiet Pisten mit einer Länge von etwa 9 km Länge und einigen kleineren Liften. Bei der Fahrt zum Gipfel muss man in der Saison allerdings mit längeren Wartezeiten rechnen. Andere Skigebiete gibt es in Zakopane auch am Berg Nosal und am Hausberg, dem Gubalówka. Dort verkehrt eine Zahnradbahn.
Als Alternative im Bereich der Tatra haben sich in den vergangenen Jahren die benachbarten Orte Bukowina Tatrzańska und Białka Tatrzańska entwickelt. Dort entstand das größte Skigebiet der Region mit einer Pistenlänge von rund 20 km und etwa 30 Liften unterschiedlicher Größe. Als Alternative zum Skifahren kann man in beiden Orten auch moderne Thermalbäder besuchen.
Große Skigebiete gibt es auch in den Schlesischen Beskiden rund um die beiden Hauptorte Szczyrk und Wisła. Die höchsten Berge in dieser südlich von Katowice (Kattowitz) gelegenen Region erreichen etwa 1.200 m. Allein in Szczyrk summieren sich die Pisten auf etwa 35 km Länge, in Wisła, der Heimat des polnischen Skiidols Adam Małysz, kommen weitere 20 km hinzu. Die Infrastruktur ist dort für Abfahrtsläufer und Snowboarder gut entwickelt. Insgesamt gibt es in dieser Region die meisten Pisten und Lifte.
Weitere Skigebiete gibt es auch an den Hängen der Sandezer Beskiden, z.B. in dem traditionsreichen Kurort Krynica Zdrój. Im Ortsteil Jaworzyna entstand vor einigen Jahren eine moderne Gondelbahn, die ein 8 km großes Skigebiet erschließt, Alternativen bieten sich Skifahrern auch in den Nachbargemeinden.
Ganz im Westen liegen die Hänge des Riesen- und Isergebirges. Hauptort für die Skifahrer dort ist Szklarska Poręba (Schreiberhau). Die moderne Skiarena am Berg Szrenica bietet rund 15 km lange Pisten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Etwas kleiner ist das Skigebiet von Karpacz (Krummhübel). Es befindet sich unterhalb des 1.602 m hohen Bergs Śnieżka (Schneekoppe). Im Kurort Świeradow Zdrój (Bad Flinsberg) erschließt eine ganz neue Gondelbahn ein kleineres Skigebiet.
Das größte Skigebiet des Glatzer Berglandes befindet sich am rund 1.300 m hohen Berg Czarna Góra bei Sienna. Gegenwärtig erreichen die Pisten dort eine Länge von etwa 9 km. Weitere, meist kleinere Skizentren gibt es auch in anderen Ferienorten im Bereich der Sudeten, der Beskiden oder der Tatra. Die am weitesten im Osten gelegenen polnischen Skigebiete befinden sich in den Bieszczady in der Ortschaft Ustrzyki Dolne. Kleinere Skihänge gibt es aber auch im Świętokrzyskie-Gebirge, in der Kaschubei oder in Masuren.
Ski-Langlauf
Immer größeren Zuspruchs erfreut sich der Ski-Langlauf. Gelegenheit für Skiwanderungen auf gespurten und nicht gespurten Loipen findet man zum Beispiel im Riesengebirge bei Jakuszyce (Jakobsthal), einem Ortsteil von Szklarska Poręba. Die Loipen dort haben eine Länge von rund 100 km. Jedes Jahr wird dort der Piasten-Lauf, die größte Langlauf-Veranstaltung des Landes, ausgetragen. Immer mehr Loipen entstehen auch in anderen Wintersportgebieten der Beskiden oder der Tatra. Zum Langlaufen eignen sich auch die dünn besiedelten und oft tief verschneiten Wälder der Bieszczady, wo jährlich die große Polnische Bieszczadzki-Skirallye bei Ustrzyki Górne veranstaltet wird.
Erholsam und attraktiv sind aber auch Skiwanderungen durch andere Regionen Polens, die im Winter oft unter einer dichten Schneedecke liegen. Hierzu gehört besonders Masuren und die benachbarte Region Suwałki. Aber auch die Kaschubische Seenplatte, das Krakau-Tschenstochauer-Jura oder die ostpolnische Region Roztocze bieten sich hierfür an.
Alternative Sportmöglichkeiten im Winter
Wer nicht gerne Ski fährt, hat im Winter in Polen auch zahlreiche Alternativen. Insbesondere im Bereich der Großen Masurischen Seen ist das Eissegeln beliebt. Man kann dort auch als Anfänger einen Kurs besuchen. Allerdings muss die Eisdecke dafür sehr fest und nicht zu tief verschneit sein. Meist sind im Januar und Februar die besten Bedingungen dafür. Eine Alternative dazu ist das Snow-Kiten, bei dem man sich von einem Lenkdrachen auf seinem Snowboard ziehen lässt. Immer beliebter werden in den Gebirgsregionen Schneeschuh-Wanderungen. Insbesondere im Bieszczady-Gebirge werden organisierte Touren angeboten.
Im Winter bietet sich die verschneite Landschaft Masurens für Fahrten mit dem Pferdeschlitten an. Es gibt dort sogar einige Skihänge. Auch Ski-Langlauf, Eisangeln oder Eissegeln sind möglich.
Abseits der großen Skigebiete gibt es im Süden Polens die Möglichkeit, in aller Ruhe die Natur zu genießen. Auf High-Tech-Schneeschuhen kann man sich auch ohne Loipen gut vorwärts bewegen.


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