Sakrale Baudenkmäler: die kirchliche Elite
Hölzerne orthodoxe Kirchen und protestantische Lehmkirchen. Riesige Abteien und Kirchen mit sargartig geformtem Dach. Kapellen auf dem Wasser und Basiliken mitten auf der Wiese. Die Schätze der polnischen Sakralarchitektur sind unzählbar.
Es lässt sich nicht genau feststellen, wann die erste christliche Kirche in Polen erbaut wurde. Vielleicht war es die vor Tausend Jahren von Dobrawa, der Frau des polnischen Fürsten Mieszko I., gestiftete Kapelle, deren Überreste im Jahre 2006 unter den Mauern der Marienkirche auf der Dominsel in Poznań/ Posen gefunden wurden.
Poznański Ostrów Tumski/ Die Posener Dominsel gehört der polnischen sakralen Elite an, ebenso wie Wrocławski Ostrów Tumski/ die Breslauer Dominsel, der Paulinenkloster mit der berühmten Ikone der Schwarzen Madonna auf dem Jasna-Góra-Hügel in Częstochowa/ Tschenstochau, die Kathedrale in Gniezno/ Gnesen, in der die fünf ersten polnischen Könige gekrönt wurden, die gotische Wawelkathedrale und die Marienkirche mit dem Schnitzaltar von Wit Stwosz/ Veit Stoß in Kraków/ Krakau.
Die polnischen sakralen Baudenkmäler begeistern mit ihrer Schönheit, wie die Jacobskirche in Sandomierz/ Sandomir, berauschen mit reicher Dekoration, wie die Trinitatiskapelle in Lublin, betäuben mit ihrer Größe, wie die Basilika in Licheń, verwundern mit ihrer Geschichte, wie die Elisabethkirche in Wrocław (Breslau), können aber auch... blenden, wie die Basilika in Wambierzyce/ Albendorf mit ihrer atemberaubenden Beleuchtung.
Einige von ihnen können gruselig sein. Die makabre, mit fast 3000 gebleichten Totenschädeln und anderen Menschenknochen bedeckte Kapelle in Czermna/ Tscherbeney und die von den Kartäusermönchen gebaute gotische Kirche in Kartuzy/ Karthaus, mit dem sargartig geformten Dach, scheinen an den Tod zu erinnern: memento mori - Bedenke, dass du sterben musst!
Andere sind rührend, wie die in Dörfern und kleinen Städten versteckte hölzerne Kirchen. In Polen sind über 2000 von ihnen zu finden. Die älteste, aus dem XIV. Jahrhundert, befindet sich in dem Dorf Tarnowo Pałuckie. Viele andere sind in verschiedenen Freilichtmuseen untergebracht worden, wo sie sorgfältig gepflegt werden und gelegentlich, z.B. zu Weihnachten, wieder ihre ursprüngliche Aufgabe erfüllen, indem sie sich mit Gläubigen füllen.
Sechs gotische Holzkirchen wurden in die Welterbe-Liste eingetragen. Sie wurden als Weltkulturerbe von UNESCO anerkannt und wurden den aus Lehm gebauten Friedenskirchen in Świdnica/ Schweidnitz und Jawor/ Jauer sowie dem Kapellenkomplex in der Kalwaria Zebrzydowska, dem ältesten Gebetspark in Polen, angeschlossen.

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