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Die meisten Regeln in Polen entsprechen denen in Deutschland oder anderen Ländern der Europäischen Union. Das betrifft die Einreise, Zollvorschriften oder den Straßenverkehr. Hier ein Überblick über die wichtigsten Bestimmungen:
Staatsangehörige aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union können ohne Visum nach Polen einreisen. Für den Aufenthalt dort reicht ein gültiger Personalausweis. Eine Kontrolle findet an den Grenzen für EU-Bürger nicht statt. Bürger aus Nicht-EU-Staaten wenden sich bei Fragen zur Einreise oder zum Visum an die Konsularabteilungen der Polnischen Botschaft in Deutschland.
Für die Einreise mit dem Pkw ist neben dem gültigen Führerschein der Kfz-Schein erforderlich. Wer nicht das eigene Auto benutzt, benötigt eine schriftliche Bestätigung des Fahrzeughalters, dass er das Fahrzeug nutzen darf. Bei Mietwagen reicht dazu der Mietvertrag.
Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel
Verkehrsvorschriften
Anders als in Deutschland muss man in Polen auch tagsüber ganzjährig mit Abblendlicht fahren. Fahren unter Alkohol ist verboten, die Grenze liegt bei 0,2 Promille. Das Fahren mit einem Blutalkoholgehalt von mehr als 0,5 mg/l gilt als gravierendes Vergehen und kann mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Verkehrsregeln.
Zollbestimmungen
Die Zollbestimmungen für Polen entsprechend weitestgehend denen für andere EU-Staaten. Seit 2009 ist die Höchstmenge für Zigaretten, die aus Polen nach Deutschland eingeführt werden darf, auf 800 pro Person heraufgesetzt worden. Weitere Informationen zu Zollgrenzen innerhalb der EU erteilt die Zollverwaltung.
Die Ausfuhr von Gegenständen aus der Zeit von vor 1945 (z.B. Bücher, Kunstgegenstände, Schmuck oder Möbel) unterliegt besonderer Bestimmungen. Hierfür ist die Genehmigung des Denkmalkonservators der jeweiligen Woiwodschaft bzw. der Nationalbibliothem in Warschau erforderlich.
Alkoholkonsum
Seit Ende 2010 gilt in Polen ein strenges Gesetz zum Schutz der Nichtraucher. Absolutes Rauchverbot gilt danach an Schulen, in Museen oder Theatern, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnhöfen oder an Bushaltestellen, in Krankenhäusern und auf Spielplätzen. Wer sich nicht daran hält, kann mit Geldstrafen rechnen. In Restaurants, Bars oder Gaststätten ist Rauchen nur noch in separaten Räumen erlaubt, in denen für eine ausreichende Belüftung gesorgt wird.
Mitnahme von Haustieren
Haustiere benötigen bei der Einreise nach Polen einen Heimtierausweis vom Tierarzt. Dafür muss das Tier mindestens 30 Tage und maximal 12 Monate vor der Einreise gegen Tollwut geimpft worden sein. Das Tier muss dem Pass eindeutig zuzuordnen sein und braucht dafür eine eintätowierte Kennzeichnungsnummer. Einige Hotels oder Pensionen erlauben – gegen Aufpreis – Tiere mit aufs Zimmer zu nehmen. Für die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen Sie eine Fahrkarte; Hunde müssen zum Schutz der anderen Fahrgäste angeleint sein und einen Maulkorb tragen.
Post
Selbst in der kleinsten Ortschaft kann man Briefmarken kaufen und einen der charakteristischen roten Briefkästen finden. Die polnische Post bietet zwei Arten der Briefbeförderung an: Prioritätsbriefe und Standardbriefe. Die erste Variante ist etwas teurer (innerhalb Polens 2 Złoty, in den Grenzen der EU sowie nach Russland und Israel 3 Złoty). Dafür erfolgt die Zustellung im Inland innerhalb von zwei Tagen, in der EU innerhalb von drei Tagen. Der Standardbrief ist billiger (im Inland 1,30 Złoty; in die EU, Russland und Israel 2,40 Złoty), aber die Zustellung erfolgt später – in der Regel nach drei bzw. sieben Tagen.
In den größeren Städten befinden sich in den Postämtern Bereiche, in denen Angestellte Auskünfte in Fremdsprachen erteilen (am häufigsten in Englisch).
Postämter sind an Werktagen meist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, an Samstagen von 9 bis 14 Uhr. Hauptpostämter in den großen Städten sind in der Regel länger geöffnet.
Weiterführende Informationen sind unter der nachfolgenden Internetadresse erhältlich: http://www.poczta-polska.pl
Telefon
Wenn Sie von Polen nach Deutschland telefonieren, nutzen Sie die Ländervorwahl 00 49. Für die Einwahl nach Polen lautet die Ländervorwahl 0048.
Wenn Sie kein eigenes Telefon haben, können Sie in Polen eine öffentliche Telefonzelle benutzen. Diese sind dort noch verbreiteter als in Deutschland. Für diese Telefone können Sie im Kiosk oder an Tankstellen eine Telefonkarte erwerben.
Deutsche Mobiltelefone können Sie in Polen nahezu flächendeckend nutzen. Es gibt nur ganz wenige weiße Flecken, wo kein guter Empfang möglich ist. Wenn Sie viel telefonieren, lohnt es sich eine Prepaid-Karte eines polnischen Providers zu kaufen.
Internet
Polen lieben das Internet. Das Angebot an Internet-Cafés oder anderen Einrichtungen mit W-LAN ist sehr gut. In größeren Städten ist Internet praktisch überall zugänglich. In manchen Städten und auch einigen Ferienregionen gibt es Plätze mit kostenfreiem W-LAN. Auch viele Cafés, Restaurants oder Hotels bieten ihren Gästen kostenlose Einwahlmöglichkeiten oder einen öffentlich zugänglichen Computer mit Internetverbindung. In Internetcafés kann man in der Regel für etwa 4 bis 6 Złoty pro Stunde ein Internet-Terminal nutzen.
Die Grenzübergänge zwischen Deutschland und Polen sowie zwischen Polen und seinen EU-Nachbarn Tschechien, Slowakei und Litauen stellen für Autofahrer keine Hürde mehr da.
Allgemeine Notrufnummern
Bei Gefahren oder im Fall von Diebstahl können Sie folgende Notrufnummern von einem Festnetzanschluss oder einem öffentlichen Telefon wählen:
999 – Notarzt
998 – Feuerwehr
997 – Polizei
986 – Stadtpolizei (Straż Miejska)
112 – Allgemeine Notrufnummer. Diese können Sie in Gefahrensituationen vom Festnetz oder Handy anwählen. Sie werden dann mit dem zuständigen Dienst verbunden.
Notrufnummern der Wasser- und Bergrettungsdienste (WOPR, GOPR)
In Situationen, in denen Lebensgefahr besteht, können Sie sich auch an diese Sonderdienste wenden:
Notruf für Touristen in den Bergen (GOPR): +48 601 100 300
Notruf für Touristen an Gewässern (WOPR): +48 601 100 100
Touristen-Notruf zur Urlaubssaison (Juni bis September)
Zur Urlaubszeit bietet die Polnische Organisation für Tourismus zusammen mit der Polizei ausländischen Gästen bei Notfällen telefonische Hilfe an.
Unter den Nummern 0 800 200 300 (nur von einem Festanschluss, gebührenfrei)
oder
0 608 599 999 (vom Handy und Festanschluss, gebührenpflichtig)
können Ratsuchende vom 01.06. bis 30.09. täglich von 10.00–22.00 Uhr den Service in deutscher Sprache nutzen. Hilfe gibt es z.B. bei Sprachproblemen, einem Fahrzeugschaden oder in untäglichen Situationen. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei kann auch bei Notfällen schnell eingegriffen werden. Der Notruf für Touristen ersetzt nicht die allgemeinen Notrufnummern.
Vorsichtsmaßnahmen
Gehen Sie im Fall eines Verbrechens, wie z. B. Diebstahl oder Körperverletzung, zum nächsten Polizeirevier und melden Sie den Vorfall. Wenn Sie Ihre Dokumente verlieren, melden Sie dies sobald wie möglich der Polizei und Ihrer Botschaft oder dem Konsulat.
Unter der Nummer 986 anrufen, erreichen Sie die Stadtpolizei (Straż Miejska). Sie hilft Ihnen ähnlich wie die Polizei. Die uniformierten Beamten der Stadtpolizei gehen in den Städten auf Streife. Bei einem Notfall in einem Zug oder in einem anderen öffentlichen Verkehrsmittel, wenden Sie sich bitte an den Fahrer oder Schaffner, der die entsprechenden Dienste rufen wird.
Verhalten bei Verkehrsunfällen
Im Fall eines Autounfalls rufen Sie generell die Polizei, damit sie den Unfall aufnimmt und Ihnen im weiteren Verlauf hilft. Sie benötigen ein Protokoll der Polizei, um Ihren Schaden bei der Versicherung des Verursachers geltend zu machen. Falls bei dem Unfall jemand verletzt wurde, rufen Sie umgehend einen Krankenwagen und sichern Sie den Unfallort, bis die Polizei eintrifft.
Deutsche Botschaft und Konsulate in Polen
Wenn Ihre Dokumente in Polen gestohlen wurden, Sie Geld verloren oder das Gefühl haben, dass Ihre Sicherheit oder Gesundheit in Gefahr ist, können Sie sich jederzeit an die Deutsche Botschaft oder an eines der Konsulate wenden. Die Adressen finden Sie hier: Deutsche Botschaft in Warschau
Ordnungsdienste in Polen
Touristen, die Polen erkunden, sollten insbesondere auf weiß-braune Verkehrszeichen achten. Sie informieren über die touristisch interessantesten Orte in Polen.
Traditionen in Polen
Aus der alten Tradition, Gäste mit Brot zu begrüßen, haben Polen eine Gastfreundschaft entwickelt, die bezaubernd ist, auch wenn sie Sie manchmal... zum Schmunzeln bringen wird. Denken Sie daran, dass Ihre polnischen Gastgeber Ihnen alles anbieten werden, was sie haben.
Seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie nicht immer verstanden werden, wenn Sie nach Polen reisen. Aber keine Sorge: Als Ausgleich werden Sie immer willige Gesprächspartner finden (unabhängig von den Sprachkenntnissen).
Wenn Sie zum Abendessen eingeladen sind, erscheinen Sie am besten mit leerem Magen. Wenn Sie bereits gegessen haben, werden Sie kaum Platz haben für die Suppe mit Nudeln, Schweineschnitzel mit Weißkraut und Kartoffeln, Käsekuchen und einiges mehr. Wenn Sie keinen Alkohol trinken, reicht es nicht, dies zu sagen. Sie müssen sehr bestimmt dabei sein.
Wenn Sie sich selbst erkenntlich zeigen möchten, zum Beispiel als Dank für eine Hilfe, so wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Geschenk oder Ihre Einladung abgelehnt wird. Und geben Sie nicht auf. Dreimal Nein ist Standard, bevor man sich überreden lässt, etwas anzunehmen.
Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollen, seien Sie sich der Umgangsformen bewusst. Junge Leute bieten älteren Leuten ihren Platz an. Herren machen Damen Platz. Männer zeigen sich auch ansonsten zuvorkommend gegenüber Frauen, helfen ihnen in den Mantel, halten die Tür auf, lassen ihnen den Vortritt.
Es wird als außerordentlich zuvorkommend angesehen, einer Dame zur Begrüßung einen Handkuss zu geben. Dies ist besonders bei älteren Leuten beliebt. Aber Vorsicht: Wer diese Kunst nicht beherrscht, sollte lieber traditionell die Hand zur Begrüßung reichen.
Wenn Sie in einem Restaurant essen, ist ein Trinkgeld gemäß dem europäischen Standard üblich, d. h. etwa 10% des Rechnungsbetrages.
Der Charakter der Polen
Da der überwiegende Anteil der Bevölkerung römisch-katholisch ist, werden alle kirchlichen Feiertage, besonders Weihnachten und Ostern, gefeiert. An diesen Feiertagen verbringen polnische Familien mehrere Tage mit einem großen gemeinsamen Festmahl.
Viele Polen zeichnen sich durch einen gut entwickelten Individualismus, eine weitgehend selbstlose Natur, übermäßige Großzügigkeit und einen speziellen, oft unverblümten Sinn für Humor aus. Polen legen auf ihre Ehre und Würde sehr viel Wert. Gelegentlich können sie leicht reizbar und unbesonnen sein. All dies macht ihren außerordentlich facettenreichen Charakter aus. In der Gesellschaft von Polen werden Sie sich nie langweilen, da sie es lieben, über sich selbst, ihre Familie, ihre Träume und Polen zu erzählen. Gleichzeitig sind sie aufmerksame Zuhörer.
Wenn Polen in guter Gesellschaft an einem reichlich gedeckten Tisch sitzen, sind sie in ihrem Element und stecken andere mit ihrem angeborenen Optimismus an. Sie geben niemals die Hoffnung auf, dass eines Tages alles gut wird (selbst wenn dies gerade nicht der Fall ist). Viele Polen zeigen ihr Missfallen, wenn ein Gespräch politisch wird. Oft geben sie sich unzufrieden mit der Regierung, egal wer gerade an der Macht ist.
Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten
Leben und leben lassen, das ist der Wahlspruch für viele Polen. Außer in politischen Fragen oder vielleicht noch im Fußball gibt man sich sehr tolerant, ist offen für Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen und akzeptiert andere Lebensweisen. Diejenigen, die sich anders verhalten, sind kleine, wenn auch manchmal lautstarke Minderheiten.
Auch gegenüber sexuellen Minderheiten zeigt man sich in Polen zunehmend toleranter. Dies ist ganz besonders bei der jüngeren Generation und in den größeren Städten zu beobachten. Die polnische Gesetzgebung bietet Schutz gegen Diskriminierung. Polen ist eines der wenigen Länder, deren Gesetzgebung Homosexualität nicht verfolgt hat. Eine Ausnahme waren die Jahre 1835–1932, in denen die Gesetzgebung fremder Besetzer galt, sowie einige Jahre nach dem Erreichen der Unabhängigkeit.
Die polnische Verfassung garantiert alle Bürgern Gleichheit vor dem Gesetz und verbietet jegliche Diskriminierung. Dies gilt auch für Schwule und Lesben. Allerdings gibt es in Polen bislang noch keine formelle Anerkennung von Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen. Dies gilt sowohl für Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Partner als auch für die Adoption von Kindern.
Die Offenheit zeigte sich beim ersten EuroPride 2010 in Warschau, als Tausende Schwule und Lesben aus dem In- und Ausland in Volksfeststimmung durch die Straßen der Hauptstadt zogen und viele – auch ältere Bürger – ihnen zuwinkten. In den großen Städten, insbesondere in Warszawa (Warschau), aber auch in Kraków (Krakau), Szczecin (Stettin) oder Wrocław (Breslau) gibt es eine ganze Reihe von Klubs und Kneipen für Schwule und Lesben. Einige Hotels und Pensionen werben damit gay-freindly zu sein. Verschiedene Organisationen wie die Kampagne gegen Homophobie setzen sich für die Rechte von Homosexuellen ein, Publikationen und Internetforen bieten Informationen und dienen der Kommunikation. Eine englischsprachige Information bietet der Gay Guide Poland. Detaillierte Informationen in englischer Sprache gibt es im Netz auch über die Szene in Polens Hauptstadt Warschau und über Krakau.


Polnisches
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