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Vorschriften und Regeln

Vorschriften und Regeln

Die meisten Regeln in Polen entsprechen denen in Deutschland oder anderen Ländern der Europäischen Union. Das betrifft die Einreise, Zollvorschriften oder den Straßenverkehr. Hier ein Überblick über die wichtigsten Bestimmungen:

Einreisebestimmungen

Staatsangehörige aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union können ohne Visum nach Polen einreisen. Für den Aufenthalt dort reicht ein gültiger Personalausweis. Eine Kontrolle findet an den Grenzen für EU-Bürger nicht statt. Bürger aus Nicht-EU-Staaten wenden sich bei Fragen zur Einreise oder zum Visum an die Konsularabteilungen der Polnischen Botschaft in Deutschland.

Für die Einreise mit dem Pkw ist neben dem gültigen Führerschein der Kfz-Schein erforderlich. Wer nicht das eigene Auto benutzt, benötigt eine schriftliche Bestätigung des Fahrzeughalters, dass er das Fahrzeug nutzen darf. Bei Mietwagen reicht dazu der Mietvertrag.

Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel

Wie überall in der Welt benötigen Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln einen gültigen Fahrschein, ansonsten müssen sie bei Kontrollen mit einem Bußgeld rechnen. Kontrolleure in Städtischen Verkehrsmitteln tragen keine Uniformen und legitimieren sich mit einem Ausweis der jeweiligen Verkehrsgesellschaft.  Informationen über den Erwerb von Fahrkarten für Busse oder Straßenbahnen finden Sie im Kapitel Stadtverkehr und für Zugtickets im Kapitel Bahnreisen.

Parken

Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, achten Sie darauf, dass Sie nicht im Halteverbot parken. Sonst riskieren Sie nicht nur, dass ein Strafzettel an der Windschutzscheibe klebt: Mancherorts legen die Ordnungshüter dem Fahrzeug auch gleich eine "Kralle" an. Und die wieder loszuwerden kostet einerseits etwas Zeit und andererseits ein saftiges Bußgeld. In innerstädtischen Parkzonen muss man tagsüber (in der Regel werktags zwischen 9 und 18 Uhr) einen Parkschein am Automaten erwerben. Die Alternative sind bewachte Parkplätze, auf denen man sein Auto stunden- oder tageweise gegen eine überschaubare Gebühr abstellen kann.

 

Verkehrsvorschriften

Anders als in Deutschland muss man in Polen auch tagsüber ganzjährig mit Abblendlicht fahren. Fahren unter Alkohol ist verboten, die Grenze liegt bei 0,2 Promille. Das Fahren mit einem Blutalkoholgehalt von mehr als 0,5 mg/l gilt als gravierendes Vergehen und kann mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Verkehrsregeln.

Zollbestimmungen

Die Zollbestimmungen für Polen entsprechend weitestgehend denen für andere EU-Staaten. Seit 2009 ist die Höchstmenge für Zigaretten, die aus Polen nach Deutschland eingeführt werden darf, auf 800 pro Person heraufgesetzt worden. Weitere Informationen zu Zollgrenzen innerhalb der EU erteilt die Zollverwaltung.

Die Ausfuhr von Gegenständen aus der Zeit von vor 1945 (z.B. Bücher, Kunstgegenstände, Schmuck oder Möbel) unterliegt besonderer Bestimmungen. Hierfür ist die Genehmigung des Denkmalkonservators der jeweiligen Woiwodschaft bzw. der Nationalbibliothem in Warschau erforderlich.

Alkoholkonsum

In Polen ist der Alkoholgenuss an öffentlichen Plätzen verboten. Dies gilt nicht für Versorgungseinrichtungen mit einer Lizenz, Straßencafés oder andere entsprechend gekennzeichnete Orte.

Es ist verboten, Alkohol an Personen unter 18 Jahren zu verkaufen bzw. ihnen zu erlauben, Alkohol zu konsumieren. Personen unter 18 Jahren dürfen in Einrichtungen mit Lizenz zum Verkauf von Alkohol keine alkoholhaltigen Getränke kaufen.

Rauchen

Seit Ende 2010 gilt in Polen ein strenges Gesetz zum Schutz der Nichtraucher. Absolutes Rauchverbot gilt danach an Schulen, in Museen oder Theatern, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnhöfen oder an Bushaltestellen, in Krankenhäusern und auf Spielplätzen. Wer sich nicht daran hält, kann mit Geldstrafen rechnen. In Restaurants, Bars oder Gaststätten ist Rauchen nur noch in separaten Räumen erlaubt, in denen für eine ausreichende Belüftung gesorgt wird.

Mitnahme von Haustieren

Haustiere benötigen bei der Einreise nach Polen einen Heimtierausweis vom Tierarzt. Dafür muss das Tier mindestens 30 Tage und maximal 12 Monate vor der Einreise gegen Tollwut geimpft worden sein. Das Tier muss dem Pass eindeutig zuzuordnen sein und braucht dafür eine eintätowierte Kennzeichnungsnummer. Einige Hotels oder Pensionen erlauben – gegen Aufpreis – Tiere mit aufs Zimmer zu nehmen. Für die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen Sie eine Fahrkarte; Hunde müssen zum Schutz der anderen Fahrgäste angeleint sein und einen Maulkorb tragen.

Kommunikation

KommunikationPost

Selbst in der kleinsten Ortschaft kann man Briefmarken kaufen und einen der charakteristischen roten Briefkästen finden. Die polnische Post bietet zwei Arten der Briefbeförderung an: Prioritätsbriefe und Standardbriefe. Die erste Variante ist etwas teurer (innerhalb Polens 2 Złoty, in den Grenzen der EU sowie nach Russland und Israel 3 Złoty). Dafür erfolgt die Zustellung im Inland innerhalb von zwei Tagen, in der EU innerhalb von drei Tagen. Der Standardbrief ist billiger (im Inland 1,30 Złoty; in die EU, Russland und Israel 2,40 Złoty), aber die Zustellung erfolgt später – in der Regel nach drei bzw. sieben Tagen.

In den größeren Städten befinden sich in den Postämtern Bereiche, in denen Angestellte Auskünfte in Fremdsprachen erteilen (am häufigsten in Englisch).

Postämter sind an Werktagen meist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, an Samstagen von  9 bis 14 Uhr. Hauptpostämter in den großen Städten sind in der Regel länger geöffnet.

Weiterführende Informationen sind unter der nachfolgenden Internetadresse erhältlich: http://www.poczta-polska.pl

Telefon

Wenn Sie von Polen nach Deutschland telefonieren, nutzen Sie die Ländervorwahl 00 49. Für die Einwahl nach Polen lautet die Ländervorwahl 0048.

Wenn Sie kein eigenes Telefon haben, können Sie in Polen eine öffentliche Telefonzelle benutzen. Diese sind dort noch verbreiteter als in Deutschland. Für diese Telefone können Sie im Kiosk oder an Tankstellen eine Telefonkarte erwerben.

Deutsche Mobiltelefone können Sie in Polen nahezu flächendeckend nutzen. Es gibt nur ganz wenige weiße Flecken, wo kein guter Empfang möglich ist. Wenn Sie viel telefonieren, lohnt es sich eine Prepaid-Karte eines polnischen Providers zu kaufen. 

Internet

Polen lieben das Internet. Das Angebot an Internet-Cafés oder anderen Einrichtungen mit W-LAN ist sehr gut. In größeren Städten ist Internet praktisch überall zugänglich. In manchen Städten und auch einigen Ferienregionen gibt es Plätze mit kostenfreiem W-LAN. Auch viele Cafés, Restaurants oder Hotels bieten ihren Gästen kostenlose Einwahlmöglichkeiten oder einen öffentlich zugänglichen Computer mit Internetverbindung. In Internetcafés kann man in der Regel für etwa 4 bis 6 Złoty pro Stunde ein Internet-Terminal nutzen.

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Grenzübergänge für PKW

Grenzübergänge für PKWDie Grenzübergänge zwischen Deutschland und Polen sowie zwischen Polen und seinen EU-Nachbarn Tschechien, Slowakei und Litauen stellen für Autofahrer keine Hürde mehr da.

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Notfälle

Allgemeine Notrufnummern

Bei Gefahren oder im Fall von Diebstahl können Sie folgende Notrufnummern von einem Festnetzanschluss oder einem öffentlichen Telefon wählen:

999 – Notarzt

998 – Feuerwehr

997 – Polizei

986 – Stadtpolizei (Straż Miejska)

112 – Allgemeine Notrufnummer. Diese können Sie in Gefahrensituationen vom Festnetz oder Handy anwählen. Sie werden dann mit dem zuständigen Dienst verbunden.

Notrufnummern der Wasser- und Bergrettungsdienste (WOPR, GOPR)

In Situationen, in denen Lebensgefahr besteht, können Sie sich auch an diese Sonderdienste wenden:

Notruf für Touristen in den Bergen (GOPR): +48 601 100 300

Notruf für Touristen an Gewässern (WOPR): +48 601 100 100


Touristen-Notruf zur Urlaubssaison (Juni bis September)

Zur Urlaubszeit bietet die Polnische Organisation für Tourismus zusammen mit der Polizei ausländischen Gästen bei Notfällen telefonische Hilfe an.

Unter den Nummern 0 800 200 300 (nur von einem Festanschluss, gebührenfrei)

oder

0 608 599 999 (vom Handy und Festanschluss, gebührenpflichtig)

können Ratsuchende vom 01.06. bis 30.09. täglich von 10.00–22.00 Uhr den Service in deutscher Sprache nutzen. Hilfe gibt es z.B. bei Sprachproblemen, einem Fahrzeugschaden oder in untäglichen Situationen. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei kann auch bei Notfällen schnell eingegriffen werden. Der Notruf für Touristen ersetzt nicht die allgemeinen Notrufnummern.

 

Vorsichtsmaßnahmen

In Polen bewegt sich die Kriminalitätsrate auf einem europäischen Durchschnitts-Niveau. Insbesondere in Stadtzentren, die von vielen Touristen besucht werden, gibt es zahlreiche Polizeistreifen oder Überwachungskameras zum Schutz.  Trotz des allgemein geringen Sicherheitsrisikos sollte man einige Regeln beachten:
Wie in jeder anderen Stadt auf der Welt gibt es auch in einigen polnischen Städten Bezirke, die eine höhere Kriminalitätsrate aufweisen als andere. In Gegenden, in denen Sie sich nicht auskennen, sollten sie nachts wenig belebte Straßen meiden. Zur eigenen Sicherheit sollten Sie keine größeren Geldbeträge, Wertgegenstände oder wichtige Dokumente mit sich tragen.
Das gilt auch für den Besuch von Diskos oder einem Pub besuchen. Beachten Sie, dass einige Einrichtungen außer für Jacken keine Haftung für Gegenstände übernehmen, die in Garderoben verloren gehen oder gestohlen werden.
Lassen Sie auf keinen Fall Wertgegenstände oder Jacken im Auto liegen, wenn Sie parken.

Gehen Sie im Fall eines Verbrechens, wie z. B. Diebstahl oder Körperverletzung, zum nächsten Polizeirevier und melden Sie den Vorfall. Wenn Sie Ihre Dokumente verlieren, melden Sie dies sobald wie möglich der Polizei und Ihrer Botschaft oder dem Konsulat.

Unter der Nummer  986 anrufen, erreichen Sie die Stadtpolizei (Straż Miejska). Sie hilft Ihnen ähnlich wie die Polizei. Die uniformierten Beamten der Stadtpolizei gehen in den Städten auf Streife. Bei einem Notfall in einem Zug oder in einem anderen öffentlichen Verkehrsmittel, wenden Sie sich bitte an den Fahrer oder Schaffner, der die entsprechenden Dienste rufen wird.

Verhalten bei Verkehrsunfällen

Im Fall eines Autounfalls rufen Sie generell die Polizei, damit sie den Unfall aufnimmt und Ihnen im weiteren Verlauf hilft. Sie benötigen ein Protokoll der Polizei, um Ihren Schaden bei der Versicherung des Verursachers geltend zu machen. Falls bei dem Unfall jemand verletzt wurde, rufen Sie umgehend einen Krankenwagen und sichern Sie den Unfallort, bis die Polizei eintrifft.

Deutsche Botschaft und Konsulate in Polen

Wenn Ihre Dokumente in Polen gestohlen wurden, Sie Geld verloren oder das Gefühl haben, dass Ihre Sicherheit oder Gesundheit in Gefahr ist, können Sie sich jederzeit an die Deutsche Botschaft oder an eines der Konsulate wenden. Die Adressen finden Sie hier: Deutsche Botschaft in Warschau

Ordnungsdienste in Polen

In Polen gibt es verschiedene staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die sich um das Wohlbefinden und die Sicherheit von Einheimischen und Besuchern kümmern.

Polizei

Die Polizei ist das offizielle Staatsorgan, das mit dem Schutz von Personen und Besitz und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung beauftragt ist. Polizeibeamte haben das Recht, die Identität einer Person festzustellen, falls der Verdacht vorliegt, dass eine Straftat begangen wurde. Falls Gefahr für Leben, Sicherheit oder Eigentum einer Person selbst oder anderen besteht, sollte umgehend die Polizei gerufen werden. Sie ist in Polen unter 997 oder 112 zu erreichen.

Stadtpolizei

Die Straż Miejska ist die städtische Polizei. Sie wird von den Kommunen überwacht und kümmert sich um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in der jeweiligen Stadt. Angehörige der Stadtpolizei haben ähnliche Befugnisse wie Polizeibeamte. Sie können sich in Gefahrensituationen an sie wenden. Die Stadtpolizei stellt außerdem Bußgeldbescheide für verschiedene Arten von Vergehen innerhalb der Stadt aus wie beispielsweise Falschparken. Zu den Aufgaben der Stadtpolizei gehört zudem die Aufrechterhaltung der Ordnung und Ruhe an öffentlichen Plätzen, die Regelung des Straßenverkehrs, die Sicherung von Unfallorten, der Schutz öffentlicher Gebäude etc. Die Telefonnummer der Stadtpolizei ist 986.

Feuerwehr

Die Feuerwehr (Straż pozarna) ist für die Bekämpfung und Verhinderung von Feuer zuständig. Weiterhin kommt sie in Situationen zum Einsatz, in denen Gefahr für das Leben und die Sicherheit von Menschen besteht, denen kein Verbrechen zugrunde liegt. Die Feuerwehr kümmert sich auch um die Aufräumarbeiten nach Naturkatastrophen und schweren Unfällen.
Die Feuerwehr ist in Polen unter 998 zu erreichen.

Bergrettungdienst (GOPR)

Zu den Aufgaben des Freiwilligen Bergrettungsdienstes (GOPR) gehört es, Menschen in den Bergen zu helfen, deren Leben oder Gesundheit in Gefahr ist, Unfälle zu verhindern und die Umwelt in den Bergregionen zu schützen. Die Rettungsleute des GOPR kann man leicht an ihren speziellen Uniformen erkennen: rote oder rot-blaue Fleecejacken, Jacken und Hosen. Ihr Kennzeichen ist ein ovales Symbol mit einem blauen Kreuz in der Mitte bzw. ein Kreuz, das auf die Kleidung genäht ist. Die Telefonnummer des GOPR ist 601 100 300.
Wasserrettungdienst (WOPR)

Der Freiwillige Wasserrettungsdienst (WOPR) ist eine nationale nichtstaatliche Rettungsorganisation, die sich um die Sicherheit im Wasser kümmert. Die Angehörigen des WOPR sind für die Sicherheit von Touristen auf und an Gewässern verantwortlich, an denen Badestellen ausgewiesen sind und auf denen verschiedene Arten von Wassersport ausgeübt werden können.  Die Telefonnummer des WOPR ist 601 100 100.
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Informationsschilder für Touristen

Informationsschilder für TouristenTouristen, die Polen erkunden, sollten insbesondere auf weiß-braune Verkehrszeichen achten. Sie informieren über die touristisch interessantesten Orte in Polen.

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Bräuche und Sitten

Traditionen in Polen

Aus der alten Tradition, Gäste mit Brot zu begrüßen, haben Polen eine Gastfreundschaft entwickelt, die bezaubernd ist, auch wenn sie Sie manchmal... zum Schmunzeln bringen wird. Denken Sie daran, dass Ihre polnischen Gastgeber Ihnen alles anbieten werden, was sie haben.

Seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie nicht immer verstanden werden, wenn Sie nach Polen reisen. Aber keine Sorge: Als Ausgleich werden Sie immer willige Gesprächspartner finden (unabhängig von den Sprachkenntnissen).

Wenn Sie zum Abendessen eingeladen sind, erscheinen Sie am besten mit leerem Magen. Wenn Sie bereits gegessen haben, werden Sie kaum Platz haben für die Suppe mit Nudeln, Schweineschnitzel mit Weißkraut und Kartoffeln, Käsekuchen und einiges mehr. Wenn Sie keinen Alkohol trinken, reicht es nicht, dies zu sagen. Sie müssen sehr bestimmt dabei sein.

Wenn Sie sich selbst erkenntlich zeigen möchten, zum Beispiel als Dank für eine Hilfe, so wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Geschenk oder Ihre Einladung abgelehnt wird. Und geben Sie nicht auf. Dreimal Nein ist Standard, bevor man sich überreden lässt, etwas anzunehmen.

Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollen, seien Sie sich der Umgangsformen bewusst. Junge Leute bieten älteren Leuten ihren Platz an. Herren machen Damen Platz. Männer zeigen sich auch ansonsten zuvorkommend gegenüber Frauen, helfen ihnen in den Mantel, halten die Tür auf, lassen ihnen den Vortritt.

Es wird als außerordentlich zuvorkommend angesehen, einer Dame zur Begrüßung einen Handkuss zu geben. Dies ist besonders bei älteren Leuten beliebt. Aber Vorsicht: Wer diese Kunst nicht beherrscht, sollte lieber traditionell die Hand zur Begrüßung reichen.

Wenn Sie in einem Restaurant essen, ist ein Trinkgeld gemäß dem europäischen Standard üblich, d. h. etwa 10% des Rechnungsbetrages.

Der Charakter der Polen

Da der überwiegende Anteil der Bevölkerung römisch-katholisch ist, werden alle kirchlichen Feiertage, besonders Weihnachten und Ostern, gefeiert. An diesen Feiertagen verbringen polnische Familien mehrere Tage mit einem großen gemeinsamen Festmahl.

Viele Polen zeichnen sich durch einen gut entwickelten Individualismus, eine weitgehend selbstlose Natur, übermäßige Großzügigkeit und einen speziellen, oft unverblümten Sinn für Humor aus. Polen legen auf ihre Ehre und Würde sehr viel Wert. Gelegentlich können sie leicht reizbar und unbesonnen sein. All dies macht ihren außerordentlich facettenreichen Charakter aus. In der Gesellschaft von Polen werden Sie sich nie langweilen, da sie es lieben, über sich selbst, ihre Familie, ihre Träume und Polen zu erzählen. Gleichzeitig sind sie aufmerksame Zuhörer.

Wenn Polen in guter Gesellschaft an einem reichlich gedeckten Tisch sitzen, sind sie in ihrem Element und stecken andere mit ihrem angeborenen Optimismus an. Sie geben niemals die Hoffnung auf, dass eines Tages alles gut wird (selbst wenn dies gerade nicht der Fall ist). Viele Polen zeigen ihr Missfallen, wenn ein Gespräch politisch wird. Oft geben sie sich unzufrieden mit der Regierung, egal wer gerade an der Macht ist.

 

Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten

Leben und leben lassen, das ist der Wahlspruch für viele Polen. Außer in politischen Fragen oder vielleicht noch im Fußball gibt man sich sehr tolerant, ist offen für Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen und akzeptiert andere Lebensweisen. Diejenigen, die sich anders verhalten, sind kleine, wenn auch manchmal lautstarke Minderheiten.

Auch gegenüber sexuellen Minderheiten zeigt man sich in Polen zunehmend toleranter. Dies ist ganz besonders bei der jüngeren Generation und in den größeren Städten zu beobachten. Die polnische Gesetzgebung bietet Schutz gegen Diskriminierung. Polen ist eines der wenigen Länder, deren Gesetzgebung Homosexualität nicht verfolgt hat. Eine Ausnahme waren die Jahre 1835–1932, in denen die Gesetzgebung fremder Besetzer galt, sowie einige Jahre nach dem Erreichen der Unabhängigkeit.

Die polnische Verfassung garantiert alle Bürgern Gleichheit vor dem Gesetz und verbietet jegliche Diskriminierung. Dies gilt auch für Schwule und Lesben. Allerdings gibt es in Polen bislang noch keine formelle Anerkennung von Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen. Dies gilt sowohl für Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Partner als auch für die Adoption von Kindern.

Die Offenheit zeigte sich beim ersten EuroPride 2010 in Warschau, als Tausende Schwule und Lesben aus dem In- und Ausland in Volksfeststimmung durch die Straßen der Hauptstadt zogen und viele – auch ältere Bürger – ihnen zuwinkten. In den großen Städten, insbesondere in Warszawa (Warschau), aber auch in Kraków (Krakau), Szczecin (Stettin) oder Wrocław (Breslau) gibt es eine ganze Reihe von Klubs und Kneipen für Schwule und Lesben. Einige Hotels und Pensionen werben damit gay-freindly zu sein. Verschiedene Organisationen wie die Kampagne gegen Homophobie setzen sich für die Rechte von Homosexuellen ein, Publikationen und Internetforen bieten Informationen und dienen der Kommunikation. Eine englischsprachige Information bietet der Gay Guide Poland. Detaillierte Informationen in englischer Sprache gibt es im Netz auch über die Szene in Polens Hauptstadt Warschau und über Krakau.

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