Die Perlen der Architektur
Ein Ausflug zu den Schlössern, mittelalterlichen Städten oder Zisterzienserklostern ist der beste Unterricht der Kunstgeschichte! Ein kurzes Alphabet der Perlen der polnischen Architektur - von Antonin bis Zamość.
A wie Antonin. Das Jagdschloss der Familie Radziwiłł entwarf Karl Schinkel, der bedeutendste deutsche Architekt des XIX. Jahrhunderts. In der Residenz, die nach dem Grundriß des griechischen Kreuzes gebaut wurde, weckt die Aufmerksamkeit ein großer, zentraler Saal, dessen Decke sich auf einem einzigen, dekorativen Pfeiler stützt.
F wie Festungen in Kłodzko/ Glatz und Srebrna Góra/ Silberberg, Denkmäler der militärischen Baukunst des XVII. und XVIII. Jahrhunderts. Teile der preußischen Fortifikationen sind mit verschiedenen Sagen verbunden, die der Phantasie der Schatzsucher die Zügel schießen lassen.
G wie Gdańsk/ Danzig mit seiner außergewöhnlichen, altstädtischen Architektur. An dem Langen Markt/ Długi Targ befinden sich die Renaissancehäuser der wohlhabenden Kaufleute.
H wie Hala Stulecia/ Jahrhunderthalle, ein Symbol von Wrocław/ Breslau; das prächtigste Beispiel des Modernismus in der Breslauer Architektur und eine technische Pionierleistung Anfangs des XX. Jahrhunderts von dem Architekten Max Berg. Wenn schon vom Modernismus die Rede ist, darf man die Gruppe der Wohnhäuser, die in Zusammenhang mit der Ausstellung "Wohnung und Werkraum" (WUWA) vom 1929 entstanden sind, nicht vergessen. Bis heute werden sie im Architekturunterricht den Studenten vorgestellt.
K wie Kościoły Pokoju/ Friedenskirchen in Świdnica/ Schweidnitz und Jawor/ Jauer. Protestantische Gotteshäuser aus dem XVII. Jahrhundert, ohne Türme und Glocken, aus Holz, Lehm und Stroh gebaut. Bis heute erstaunen mit Baukunst und begeistern mit den reich verzierten, barocken Innenräumen.
L wie Lubiąż/ Lebus. Der in Frankreich gegründete Orden wanderte in dem XII. Jahrhundert nach Polen. Zisterzienser, hervorragende Landwirte und Handwerker, gründeten gut prosperierende wirtschaftliche und kulturelle Zentren mit barocken Bauten. Die Zisterzienserroute führt von Henryków/ Heinrichau, durch Krzeszów/ Grüssau, Trzebnica/ Trebnitz, Kamieniec Ząbkowicki/ Kamenz bis zu dem wegen seiner Größe atemberaubenden Kloster in Lubiąż/ Lebus.
P wie Paczków. Carcasonne Schlesiens. Eine Stadt mit gut erhaltener, mittelalterlicher Stadtmauer mit mehreren Basteien.
W wie Wang, eine aus Norwegen nach Karpacz (Krummhübel) verlegte und in Karpacz aufgebaute evangelische Kirche, ein Symbol der Stadt. Das hölzerne Gotteshaus aus dem XII. Jahrhundert wurde ohne Nägel gebaut.
Z wie Zamość, mit einer hervorragenden geschlossenen Bebauung. Der Marktplatz, das Rathaus und die Wohnhäuser mit Arkaden nahmen geschmacksvoll den italienischen Renaissancestil nach.


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