Romantischer Chopin oder kapriziöser Szymanowski? Lutosławski, aristokratischer Avantgardist des 20. Jahrhunderts, oder Penderecki, zu seiner Zeit Revolutionär, heute moderner Klassiker? Das sind die Bekanntesten, aber die polnische Musik ist noch vielfältiger!
Vom Mittelalter bis zum Barock
Liebhaber alter Musik sollten in ihre Sammlung die Werke von Mikołaj aus Radom aufnehmen – sie sind europäische Avantgarde des Mittelalters. Wunderbare Werke der Renaissance sind die Psalmen von Mikołaj Gomółka. Und besonders reich ist die polnische Tradition des Lautenspiels – es lädt ein zu Gesang und Spiel und Tanz.
Polnischen Barock lernt kennen, wer die religiöse Musik Marcin Mielczewskis oder Bartłomiej Pękielas oder auch die herausragenden Orchesterkompositionen Adam Jarzębskis hört. Janiewicz und Kurpiński stehen für elegante Klassiker und frühromantische Phantasien. Mit Maria Szymanowska erschließt sich eine traditionelle Klangwelt Polens: die Polonaise - von ihr inspiriert wuchs der Pianist Chopin heran.
Ein Muss für Opernfreunde
Für die Liebhaber der Oper sind die farbenreichen und ungewöhnlich melodischen Werke Halka und Straszny dwór von Stanisław Moniuszko ein Muss. Diese Stücke sind es wert gehört zu werden - ohne sie kann man die Polen nicht wirklich verstehen.
Die Klavier- und Kammermusik von Juliusz Zarębski fasziniert durch reichen und romatischen Ausdruck, ebenso die düsteren Symphonien von Mieczysław Karłowicz. Für die Kenner virtuoser Klavierkonzerte empfehlen sich Ignacy Jan Paderewski, Maurycy Moszkowski, Zygmunt Stojowski und Franz Xavery Scharwenki.
Auf dem Weg in die Moderne
Syzmanowski führte in die polnischen Moderne und ihm folgten viele talentierte und kreative Musiker: Grażyna Bacewicz bereicherte die Moderne Klassik mit einfachen und starken Emotionen; Aleksander Tansman nahm Elemente des Jazz auf; die Kompositionen von Andrzej Panufnik, Henryk Mikołaj Górecki und Wojciech Kilar setzen einen mystisch-religiösen Akzent in der polnischen Klangwelt des 20. Jahrhunderts.
Kompromisslos zur Avantgarde der 1960er Jahre zählen Tadeusz Baird, Kazimierz Serocki, Bogusław Schaeffer und Witold Szalonek. Postmodern und doch im Spiel mit der Tradition präsentieren sich Paweł Szymański, Zygmunt Krauze und Krzysztof Knittla. Paweł Mykietyn, Cezary Duchnowski und Aleksander Gryka gehören zur neuen Generation von Musikern mit einer zukunftsweisenden Ästhetik. Dynamisch und innovativ zeigt sich hier die polnische Musik. Deshalb lohnt es sich, sie weiter zu verfolgen.


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