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Jagen: Waidmannsheil!

In Polen bilden Jäger eine Gemeinschaft mit eigener Sprache, besonderen Gebräuchen und Traditionen. Sie selbst verstehen sich nicht als blutige Mörder, sondern als Hüter eines Gleichgewichts der Natur, das durch Selektion bewahrt werden kann. Selbst wenn man ihre Passion für die Jagd nicht teilt, lohnt es sich ihre Traditionen, Gebräuche und Sprache kennen zu lernen. Das in Deutschland übliche Waidmannsheil heißt auf Polnisch "Darz bór".

Jäger benutzen auch in Polen Begriffe, die das Eigentliche nicht direkt benennen: Die Beine heißen Läufe, die Ohren Lauscher, die Augen Lichter, das Blut Schweiss; ein Tier, das davonspringt, nennt man flüchtig; ein Zwölfender ist ein Hirsch, der ein Geweih mit zwölf „Augen” trägt; einen Rehbock ohne Gehörn würden sie Knopfbock nennen.

Polnische Jäger pflegen ihre Rituale - Neulinge werden z. B. getauft - und zelebrieren ihre Feste. Wichtiges Datum in ihrem Kalender ist der 3. November, der Namenstag des Heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger, an dem die Jagd auf Füchse, Wildschweine und Hasen mit einem großen Essen am Feuer endet.

Die Träume der Jäger

Jeder polnische Jäger hat zwei große Träume. Er träumt davon, bei der Pirsch am helllichten Tag oder in einer Vollmondnacht ein Wildschwein mit 200 kg Gewicht mitten in einem Kartoffelfeld zu erlegen. Oder er träumt davon, im frühen Herbst nach der Paarungszeit zu jagen und dabei einen besonders großen Hirsch zu erlegen und alle anderen Jäger damit zu übertreffen.

In Polen hat die Entenjagd eine besondere Tradition. Für den unbedarften Zuschauer bleibt kurios, warum bei dieser Jagd eine Ente, die unbeeindruckt ihre Runde auf dem Wasser schwimmt, am Leben bleibt, hingegen eine Ente, die in den Himmel flüchtet, ihr Leben lässt.

In der Region Bieszczady wurden bis vor kurzem Wölfe gejagt, was zu einer großen Kontroverse führte. Ökologen protestierten dagegen und forderten den Aufbau einer Population, wohingegen die Jäger die Ansicht vertraten, die Population der Wölfe wüchse zur Zeit sehr schnell und bedrohe das ökologische Gleichwicht der Region. Die Wolfjagd wurde schließlich verboten.

Jagen mit Prüfung

In Polen darf jagen, wer die theoretische und praktische Prüfung des polnischen Jagdverbandes besteht und Mitglied in einem der lokalen Jagdringe ist. Jäger aus EU-Ländern müssen ein zusätzliche Prüfung vor einer polnischen Kommission ablegen. Nicht-europäische Jäger dürfen in Polen nur dann jagen, wenn sie eine Einladung des regionalen Jagdverbandes erwerben.

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